- 27.07.2026, 16:20:02
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Samariterbund: Gesundheitsversorgung darf nicht auf dem Prinzip Hoffnung beruhen
Bundesgeschäftsführer Hundsmüller: Wir brauchen Planungssicherheit – freiwillige Verlängerung des Zivildienstes reicht nicht aus.
Die Bundesregierung will die Dauer des regulären Zivildienstes unverändert lassen und lediglich eine freiwillige Verlängerung ermöglichen. Für den Samariterbund ist diese Entscheidung vor dem Hintergrund der angespannten Personalsituation im Rettungs-, Gesundheits- und Sozialwesen nicht nachvollziehbar.
„Wartezeiten von bis zu vier Stunden auf einen Krankentransport sind längst keine Ausnahme mehr. Angesichts der deutlich gestiegenen Herausforderungen ist eine bloß freiwillige Verlängerung des Zivildienstes eindeutig zu wenig. Freiwilligkeit schafft keine Planungssicherheit – und genau diese brauchen die Einsatzorganisationen heute dringender denn je“, erklärt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Samariterbundes.
Eine Verlängerung des regulären Zivildienstes auf zwölf Monate, wie ursprünglich diskutiert, hätte zusätzliche Kapazitäten geschaffen und eine verlässlichere Personalplanung ermöglicht.
Die Politik schafft Abhängigkeiten und zieht sich aus der Verantwortung
Der Zivildienst ist eine tragende Säule des österreichischen Sozial- und Gesundheitswesens. Unabhängig davon, wie einzelne Parteien dazu stehen, haben die politischen Rahmenbedingungen über Jahrzehnte dazu geführt, dass Rettungsorganisationen, Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste auf Zivildiener angewiesen sind.
„Diese Abhängigkeit haben sich die Organisationen nicht ausgesucht. Deshalb darf die Politik sie jetzt auch nicht mit den Folgen alleinlassen“, stellt Hundsmüller fest.
Umso unverständlicher ist es, dass sich eine Regierungspartei mit rund neun Prozent in dieser zentralen Frage durchsetzen und eine notwendige Reform verhindern konnte. „Wo sind die Fürsprecher der kranken, älteren und hilfsbedürftigen Menschen in dieser Bundesregierung? Es kann nicht sein, dass sich eine Kleinpartei auf Kosten der Versorgung der Bevölkerung durchsetzt. Dass die notwendige Weiterentwicklung des Zivildienstes ausgebremst wird, obwohl das gesamte Versorgungssystem auf seine Leistungen angewiesen ist, ist ein gesellschaftspolitischer GAU: der größte anzunehmende Unsinn“, so Hundsmüller abschließend.
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Franziska Springer
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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