• 24.07.2026, 15:02:02
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Bundesjugendvertretung zur Wehrdienstreform: Keine Schnellschüsse zulasten junger Menschen

BJV lehnt Verlängerung weiterhin ab und fordert Regierung auf, Reformen umzusetzen, die Wehr- und Zivildienst für junge Menschen attraktiver machen.

Wien (OTS) - 

Angesichts der aktuellen Debatte über die Verlängerung des Grundwehr- und Zivildienstes warnt die Bundesjugendvertretung (BJV) davor, eine Reform auf den Weg zu bringen, die am Ende lediglich zu einer längeren Verpflichtung der jungen Generation führt. „Es ist völlig unklar, welche Maßnahmen neben einer Verlängerung des Grundwehr- und Zivildienstes überhaupt als Teil der Reform diskutiert werden. Wir warnen daher eindringlich davor, nur weil der Sommerministerrat bevorsteht, einen Schnellschuss zu setzen. Eine Reform dieses Ausmaßes braucht ein klares Maßnahmenpaket, einen konkreten Zeitplan und muss die Anliegen junger Menschen angemessen berücksichtigen“, betont BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger.

Versäumnisse der letzten Jahre aufholen

Die BJV lehnt eine Verlängerung des Grundwehrdienstes weiterhin ab und fordert, den Dienst im Bundesheer durch bessere Rahmenbedingungen aufzuwerten. Dazu zählen etwa ein höheres Entgelt sowie eine bessere und stärker auf die Kompetenzen junger Menschen zugeschnittene Ausbildung. Bisherige Reformen in diesen Bereichen hätten in der Vergangenheit viel zu kurz gegriffen. „Viele Jugendliche berichten immer noch, dass sie ihre Zeit beim Bundesheer oft nur absitzen. Das ist ein großes Problem, weil Jugendliche während dieser Zeit wertvolle Möglichkeiten für Ausbildung oder Studium verlieren. Es muss daher sichergestellt werden, dass junge Menschen beim Bundesheer tatsächlich Kompetenzen erwerben, die ihnen auch im späteren Berufsleben helfen und dort anerkannt werden“, so BJV-Vorsitzender Moritz Mittermann.

Hohe Arbeitsbelastung im Zivildienst

Kritisch sieht die BJV, dass der Zivildienst auch künftig länger als der Wehrdienst dauern soll. Dabei ist die Arbeitsbelastung vieler junger Menschen im Zivildienst heute nicht mehr mit jener von vor mehreren Jahren zu vergleichen. „Wir können hier nur der Politik raten, genau hinzusehen. Das Gesetz sieht vor, dass Zivildiener keine regulären Arbeitskräfte ersetzen sollen, in der Praxis ist das oft anders. Wir sprechen uns daher klar gegen einen längeren Zivildienst aus und fordern künftig, dass die Dienstdauer an jene des Wehrdienstes angepasst wird“, sagt Schwabegger.

Perspektive junger Menschen einbeziehen

Abschließend hält die BJV fest, dass Jugendliche aufgrund der zahlreichen Krisen nach wie vor stark belastet sind. „Immer weniger junge Menschen vertrauen der Politik. Umso wichtiger ist es, ihre Anliegen bei der Wehrdienstreform angemessen zu berücksichtigen. Eine bloße längere Verpflichtung junger Menschen kann nicht die einzige entscheidende Maßnahme dieser Reform sein“, so Mittermann.

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