• 23.07.2026, 10:52:32
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ÖGB: Österreich bremst Frauen aus – und damit den eigenen Arbeitsmarkt

Neue Zahlen zeigen: Österreich verschenkt Chancen. Faire Löhne und gute Kinderbetreuung sind der Schlüssel gegen Personalmangel.

Wien. (OTS) - 

Der aktuelle Arbeitsmarktmonitor, der heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, zeigt: Österreich steht im Vergleich mit anderen EU-Ländern in vielen Bereichen gut da. Doch ausgerechnet bei der Gleichstellung von Frauen gibt es ein alarmierendes Bild. Österreich hat einen der höchsten Anteile an Teilzeitbeschäftigung in Europa. Betroffen sind vor allem Frauen. Gleichzeitig zählt Österreich zu den Ländern mit einem der größten Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern. In beiden Bereichen liegt Österreich im Schlussfeld der EU.

Das belastet Frauen – und das ganze Land

Frauen verlieren Einkommen, Aufstiegschancen und später Pension. Gleichzeitig fehlen Betrieben dringend Arbeitskräfte. Das ist ein Widerspruch, den sich Österreich nicht länger leisten kann. „Diese Zahlen sind ein Weckruf. Frauen arbeiten nicht deshalb in Teilzeit, weil sie weniger leisten wollen. Sie stoßen jeden Tag auf Hürden, die die Politik endlich beseitigen muss. Wer den Personalbedarf ernsthaft stillen will, muss Frauen echte Wahlfreiheit ermöglichen. Das beginnt bei einer flächendeckenden, ganztägigen und leistbaren Kinderbetreuung und endet bei gleichem Lohn und Gehalt für gleichwertige Arbeit“, sagt ÖGB-Bundesfrauensekretärin Dorottya Kickinger.

Gleichstellung stärkt den Arbeitsmarkt

Ein gerechter Arbeitsmarkt ist kein Luxus. Er ist eine Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort. Solange Frauen wegen fehlender Betreuungseinrichtungen oder ungleicher Bezahlung benachteiligt werden, bleibt wertvolles Potenzial ungenutzt. „Mehr Gleichstellung bedeutet mehr Fachkräfte, mehr Einkommen und mehr wirtschaftliche Stärke“, schließt Kickinger.

Der ÖGB fordert:

  • Den raschen Ausbau einer flächendeckenden, ganztägigen und leistbaren Kinderbetreuung, damit Frauen selbst entscheiden können, wie viele Stunden sie arbeiten.
  • Gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und wirksame Maßnahmen gegen die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.
  • Mehr Investitionen in echte Gleichstellung am Arbeitsmarkt, damit Frauen die gleichen Chancen auf Einkommen, Karriere und Pension haben.

Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at

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