• 21.07.2026, 14:09:03
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Energieautonomie 2050: Tirol setzt auf Ökostrom und Bioenergie

Elektrifizierung des Straßenverkehrs soll die meisten Einsparungen bringen

Wien (OTS) - 

Tirol hat im Jahr 2024 einen Rekordanteil von 60 % erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch erzielt und damit den Bundesschnitt von 43 % deutlich übertroffen, stellt der Österreichische Biomasse-Verband in seinem Energiewende-Check der Bundesländer fest. Um das in der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie festgelegte Ziel der Energieautonomie 2050 zu erreichen, sollen vor allem Wasserkraft und Photovoltaik kräftig ausgebaut werden. Das Land Tirol strebt an, den Anteil von Strom am Endenergieeinsatz von 24 % auf 47 % zu steigern. Auch der Bioenergie soll im angestrebten künftigen fossilfreien Energiesystem eine große Rolle zukommen, sie soll im Jahr 2050 etwa 18 % des Energiebedarfs decken. Tirol ist das einzige Bundesland in Österreich, dessen Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 nicht abgenommen haben.

Hoher CO2-Ausstoß in Gebäuden durch Erdgaseinsatz in Tourismusgemeinden

Die Sektoren Mobilität (37 %), Industrie (22 %) und Gebäude (19 %) verursachen in Tirol die höchsten Anteile am Treibhausgasausstoß. Auffällig ist der hohe Beitrag des Gebäudesektors an den Treibhausgasemissionen, denn im Bundesschnitt macht dieser nur 8,8 % auch. Während die Gebäudeemissionen im Bund seit 1990 um 54 % gesunken sind, beträgt der Rückgang in Tirol nur 7,7 %. Für diesen hohen Beitrag des Tiroler Gebäudesektors an den Emissionen ist einerseits die starke Verbreitung von Ölheizungen bei den Haushalten und andererseits der hohe Gaseinsatz im Dienstleistungssektor, zu dem auch die Tiroler Tourismusbetriebe gehören, verantwortlich. So zeigt sich gerade in touristisch stark geprägten Gemeinden, wie z. B. im hinteren Ötztal, hinteren Zillertal oder hinteren Paznaun ein besonders hoher Erdgasverbrauch. Der Bereich Dienstleistungen deckt seinen Energiebedarf an Raumklima und Warmwasser zu 58 % aus Erdgas, bei den Haushalten sind dies nur 9 %, dafür sind hier Ölheizungen weitaus stärker vertreten.

Holzenergie vom Energieeinsatz her knapp vor Heizöl

Energieholz hat sich in den letzten Jahren ein spannendes Duell mit Heizöl als bedeutendste Wärmequelle in den Tiroler Haushalten geliefert. In der jüngsten Statistik liegen Scheitholz, Pellets, Hackgut und Holzbriketts in Einzelfeuerungen einen Prozentpunkt vorne und decken gut 31 % des Tiroler Raumwärmebedarfs, zusammen mit der biogenen Fernwärme kommt die Biomasse auf fast 44 %. Die Anzahl der Holzheizer ist seit 2003/04 um 18 % auf 61.500 Haushalte (18 % der Hauptwohnsitze) gestiegen.

Tiroler Fernwärme zu 89 % aus Biomasse – zwölf Heizwerke der Größe Imst geplant

'Die Anzahl von Fernwärmeanschlüssen ist in den letzten 20 Jahren um mehr als das 2,5-fache gestiegen. Tirol erreicht beim Anteil erneuerbarer Fernwärme fast 89 % und liegt damit deutlich über dem Bundesschnitt von 57 %. Mit Ausnahme von 0,2 % Solarwärme handelt es sich bei erneuerbarer um biogene Fernwärme. Infolge der Stilllegung von Ökostromanlagen nach Auslaufen der Fördertarife ging die Fernwärmeerzeugung aus Holzkraftwerken 2018 um rund 40 % zurück und verharrt seitdem auf diesem Level. Der damit verbundene Rückgang des Holzeinsatzes konnte durch eine gesteigerte Wärmeproduktion der Heizwerke und eine stärkere Nutzung für Prozesswärme bei der Holzindustrie zum Teil ausgeglichen werden. Laut Energieziel-Szenario Tirol 2050 soll Energieholz künftig vermehrt in Heizwerken und KWK-Anlagen eingesetzt werden. Der Anteil der Fernwärme am Endenergieverbrauch soll sich bis 2050 auf 8 % etwa verdoppeln. Um künftig eine Fernwärmeerzeugung von 1.583 GWh (2024: 900 GWh) zu ermöglichen, sind laut Land Tirol z. B. zwölf neue Biomasseheizwerke der Größenordnung Imst (ca. 22 MW), also immerhin des zweitgrößten Tiroler Biomasseheizwerkes erforderlich.

Die komplette Presseaussendung und Abbildungen finden Sie untere folgendem Link:
https://www.biomasseverband.at/energieautonomie-2050-tirol-setzt-auf-oekostrom-und-bioenergie/

Rückfragen & Kontakt

Österreichischer Biomasse-Verband
Peter Liptay
Telefon: 06643082603
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.biomasseverband.at

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