- 21.07.2026, 12:06:32
- /
- OTS0062
Akute Brandgefahr durch Lithium-Batterien: WKNÖ-Fachgruppenobmann Thomas Kasper drängt auf verbindliches Rücknahmesystem
Thomas Kasper, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement in der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ), fordert rasche Maßnahmen.
„Die Warnungen unserer Entsorgungsbetriebe sind unüberhörbar. Wenn falsch entsorgte Lithium-Batterien immer wieder Brände auslösen und damit Menschenleben sowie systemrelevante Infrastruktur gefährden, dann besteht dringender Handlungsbedarf“, fordert Thomas Kasper, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement in der WKNÖ, ein wirksames Rücknahmesystem.
Die Brandgefahr durch unsachgemäß entsorgte Lithium-Batterien und Akkus beschäftigt die Branche seit Jahren. Nun fand dazu ein weiterer Runder Tisch bei Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, mit betroffenen Stakeholdern statt. Mit dabei war Fachgruppenobmann Thomas Kasper. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, um die Zahl der gefährlichen Batteriebrände nachhaltig zu reduzieren. Das Ergebnis des Runden Tisches ist aus Sicht der Entsorgungswirtschaft grundsätzlich positiv zu beurteilen, weil sich Bundesminister Totschnig klar dazu bekannt hat, die Problematik aktiv weiterzuverfolgen. Zeitnah soll eine Task Force eingerichtet werden, um ein geeignetes Anreizmodell im Sinne eines Anreizsystems zu entwickeln, für das seitens der Entsorgungswirtschaft bereits konkrete Vorschläge vorliegen.
„Unsere Betriebe erleben tagtäglich, welche enormen Risiken falsch entsorgte Lithium-Batterien verursachen. Gemeinsam mit allen Akteuren suchen wir nach Lösungen, um Schäden durch Brandereignisse an unseren Anlagen zu verhindern beziehungsweise zu minimieren. Denn wenn unsere Anlagen aufgrund eines Brandes ausfallen, sind letztlich alle betroffen, weil Abfälle nicht mehr behandelt werden können. Die dadurch entstehenden Kosten werden zwangsläufig an die Verursacher – Betriebe, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten – weitergegeben. Schon kleinste Beschädigungen können Brände oder Explosionen auslösen – mit gravierenden Folgen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die gesamte Entsorgungsinfrastruktur“, warnt Fachgruppenobmann Thomas Kasper.
Menschenleben und Betriebe schützen, Problem der Versicherbarkeit von Entsorgungsanlagen
Lithium-Batterien und Akkus, die im Restmüll oder im gelben Sack beziehungsweise der gelben Tonne landen, entwickeln in Sortier- und Aufbereitungsanlagen ein enormes Gefahrenpotenzial. Die Zahl der Brände in Entsorgungsbetrieben steigt kontinuierlich. Neben der unmittelbaren Gefahr für Beschäftigte entstehen Millionenschäden an Anlagen, Produktionsausfälle und steigende Versicherungskosten. Die zunehmende Verbreitung von Lithium-Batterien – etwa in blinkendem Kinderspielzeug, Einweg-E-Zigaretten oder singenden Grußkarten – verschärft die Situation zusätzlich. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich die Zahl falsch entsorgter Lithium-Batterien im Restmüll innerhalb von zehn Jahren um rund 300 Prozent erhöht hat. Durchschnittlich befinden sich bereits acht Lithium-Batterien pro Tonne Restmüll; pro Müllsammelfahrzeug werden rund 70 potenzielle Brandherde festgestellt. Gleichzeitig wird die Versicherbarkeit von Entsorgungsanlagen zunehmend zum Problem: Nach Bränden steigen Prämien massiv, Verträge werden gekündigt oder Versicherungen sind wirtschaftlich kaum mehr leistbar.
„Wir brauchen endlich eine gesetzlich verankerte Lösung, die Konsumentinnen und Konsumenten zur sicheren Rückgabe motiviert – durch ein Anreizsystem nach dem Vorbild des Flaschenpfands. Es kann nicht sein, dass unsere Betriebe weiterhin die Kosten und die lebensgefährlichen Risiken tragen müssen“, fordert Kasper.
Die Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement setzt sich gemeinsam mit dem Fachverband seit Jahren für verbindliche gesetzliche Maßnahmen und ein österreichweit funktionierendes Rücknahmesystem ein. Der jüngste Austausch im Rahmen des Runden Tisches wird als wichtiger Schritt gesehen – nun müsse diesem auch rasch konkretes Handeln folgen.
„Die Gefahr ist bekannt, die Lösungen liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es entschlossene politische Entscheidungen, damit Lithium-Batterien sicher gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Das schützt Menschen, Betriebe und unsere Umwelt gleichermaßen“, betont Kasper abschließend.
„In den vergangenen Wochen habe ich Entsorgungsbetriebe in allen Vierteln Niederösterreichs besucht. Die Herausforderungen sind überall gleich: Die Brandgefahr durch falsch entsorgte Lithium-Batterien nimmt immer stärker zu. Wenn dadurch immer wieder Brände entstehen und damit Menschen sowie kritische Infrastruktur gefährdet werden, dann müssen wir rasch praktikable Lösungen schaffen, um das Risiko für unsere Betriebe wirksam zu reduzieren“, betont auch Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ.
Rückfragen & Kontakt
Wirtschaftskammer Niederösterreich
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 02742 851-14100
E-Mail: [email protected]
Website: https://wko.at/noe
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HKN






