- 16.07.2026, 11:35:02
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Grüne/Hammer, Zorba: Windräder scheitern an Bürokratie, Google-Gigaprojekt ohne UVP
Wenn Umwelt und Ressourcen in diesem Ausmaß betroffen sind, muss selbstverständlich auch umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden
„Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Rechenzentren dieser Größenordnung ohne Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt werden. Umweltminister Norbert Totschnig muss die anstehende Novelle des UVP-Gesetzes nützen, damit die Umweltauswirkungen derartiger Projekte genauso gut geprüft werden wie von vergleichbaren Projekten“, sagt der Umweltsprecher der Grünen, Lukas Hammer, zur aktuellen Diskussion um die Errichtung des Google-Rechenzentrum in Kronsdorf.
Das Projekt soll zu einem der größten Rechenzentren des Konzerns weltweit werden und einen enormen Flächen-, Wasser- und Energieverbrauch verursachen. Trotzdem war für das Vorhaben bislang keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.
„Dieses Projekt wird massive Auswirkungen auf den Bodenverbrauch haben und im Betrieb ein massiver Energiefresser sein. Aber während Schwarz-Blau in Oberösterreich wertvolles Ackerland durch dieses Monster-Projekt ohne verbindliche Umweltprüfung zerstören will, wehrt sich die Koalition gegen jedes einzelne Windrad in ihrem Bundesland. Der bodenzerstörende Energiefresser geht also in Ordnung und die saubere Energieproduktion mit wenig Bodenverbrauch wird weiter politisch blockiert? Diese Doppelmoral ist niemandem mehr zu erklären“, sagt Hammer.
Auch der netzpolitische Sprecher der Grünen, Süleyman Zorba, sieht darin ein fatales Signal: „Seit mehr als zehn Jahren setze ich mich in meiner Heimatgemeinde dafür ein, dass Windkraft endlich ausgebaut wird. Ich weiß daher aus eigener Erfahrung, wie mühsam und langwierig jedes einzelne Windrad durch Genehmigungsverfahren gebracht werden muss. Umso unverständlicher ist es, dass eines der größten Rechenzentren Europas offenbar ohne vergleichbare Umweltprüfung auskommt.“
„Niemand stellt in Abrede, dass Österreich digitale Infrastruktur braucht. Fraglich ist aber auch, ob es der europäischen digitalen Unabhängigkeit dienlich ist, solche Projekte eines US-Konzerns bevorzugt voranzutreiben. Wenn für den Ausbau der Erneuerbaren ständig höchste Hürden gelten, für ein Mega-Rechenzentrum aber offenbar andere Maßstäbe angelegt werden, verliert die Bevölkerung das Vertrauen in faire und nachvollziehbare Genehmigungsverfahren. Für uns gilt: gleiche Maßstäbe für alle Großprojekte. Dort, wo Umwelt und Ressourcen in diesem Ausmaß betroffen sind, muss selbstverständlich auch eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden”, betont Zorba.
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