- 16.07.2026, 09:37:34
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Imker*innen fordern mehr Biodiversität
Der trockene heiße Sommer bringt zum Vorschein, was pflegeleichtes Gärtnern bewirken kann: Bei falscher Grünraumbewirtschaftung versiegen die Nahrungsquellen für alle Bestäuber.

Die 30.000 österreichischen Imkerinnen und Imker sind alarmiert. Während in Regionen, in denen es regelmäßig regnet, im Hochsommer noch genug Blühpflanzen sprießen, erwecken in Ostösterreich verdorrte Flächen in Kiesbeeten, Parks und sogar in naturgeschützten Zonen das Gefühl, durch eine Savanne zu gehen. Wolfgang Pointecker ist Obmann von Biene Österreich, dem Dachverband der Erwerbs- und Freizeitimker*innen. „Die Honigbiene, die immer wieder in den Stock zurückkehrt, gibt Informationen an uns weiter, während die Wildinsekten einen stillen einsamen Tod sterben.“
„Pflegeleicht“ als Ursache des Futtermangels
Das Team von Biene Österreich macht auf veränderte Pflanzstrategien vieler Kommunen aufmerksam. Als Reaktion auf immer mehr Hitzetage wurden trockenheitsverträgliche Stauden-Gräser-Mischungen in Grünanlagen und in sogenannten Saharabeeten neben Straßen gepflanzt. „Aus aufgeheizten Kiesbeeten schauen im Juli ein paar vertrocknete Grashalme, halt typisch Sahara“, sagt Wolfgang Pointecker.
Biene als Botschafterin der Insekten
Die Imker*innen besuchen wöchentlich ihre Völker bei den Bienenstöcken. Der Tiroler Imker Reinhard Hetzenauer ist Obmann-Stellvertreter von Biene Österreich, er ordnet die Beobachtungen der Kolleg*innen ein. „Wir Imker bemerken Änderungen im Ökosystem unverzüglich. Uns zeigen hungrige Honigbienen, wenn das Nahrungsangebot in ihrem Einzugsgebiet dürftig geworden ist. Was alle paar Jahre wissenschaftliche Insektenzählungen belegen, erkennen wir sofort.“ Während die Imker*innen ihre Völker im Stock zufüttern können, schwirren die Wildinsekten über dürre gemulchte Grasflächen und heiße Kiesbeete.
Blühpflanzen für alle Wildinsekten
Reinhard Hetzenauer rückt ein Bild zurecht. „Wer Bestäubern wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen einen Lebensraum bieten möchte, kann Grünräume durch gesäte Blühpflanzen, verzögerte Mähtermine und den Verzicht auf Mulchen fördern.“ Kommunen haben dabei durch die Bewirtschaftung großer Flächen einen besonders starken Hebel.
Naturnah im Privatgarten
Wer im eigenen Garten Gießwasser sparen, weniger arbeiten und gleichzeitig etwas für die Artenvielfalt tun möchte, sollte folgende Tipps beherzigen:
- Selten mähen, nicht zu kurz abschneiden. Dann können Blumen wachsen und die Erde trocknet nicht so schnell aus.
- In Randbereichen und rund um Bäume oder Sträucher Grasinseln stehen lassen.
- Nicht mulchen. Wer alle paar Wochen mulcht, häckselt mit dem Gras auch Insekten, die im Garten nützlich wären. Die Wiese verfilzt, Blühpflanzen haben keine Chance.
- Mähroboter ausschalten. Der permanent extrem getrimmte Rasen verhindert ein gedeihendes Ökosystem vor der Türe. Dass viele Igel Opfer der scharfen Klingen werden, spricht sich langsam herum.
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Biene Österreich
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Telefon: +43 664 53 78 919
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