• 15.07.2026, 11:00:32
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Kärntens Exporte legten wieder kräftig zu

Kärntens Exporte stiegen 2025 um 5,1 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss erreichte mit knapp 1,7 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.

Klagenfurt am Wörthersee (OTS) - 

Kärntens Exportwirtschaft zeigte sich auch in einem schwierigen internationalen Umfeld robust. Nach einem Rückgang im Jahr 2024 stiegen die Warenexporte im Vorjahr wieder deutlich auf 9,809 Milliarden Euro und legten damit um 5,1 Prozent zu. Mengenmäßig konnte bei den Exporten allerdings nur ein geringer Zuwachs von 0,4 Prozent verzeichnet werden. Dies deutet darauf hin, dass die höheren Standortkosten vorerst an die Kunden auf dem internationalen Markt weitergegeben werden konnten. Gleichzeitig erhöhten sich die Importe um 1,5 Prozent auf 8,157 Milliarden Euro. Mengenmäßig war jedoch ein Rückgang um 3,2 Prozent zu verzeichnen, was auf geringere Investitionen und Produktion der international tätigen Betriebe in Kärnten hindeutet. Daraus ergibt sich ein Außenhandelsüberschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro – der höchste Wert in der Geschichte der Kärntner Außenhandelsstatistik*. Kärnten zählt damit neben Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg weiterhin zu den fünf österreichischen Bundesländern mit einer positiven Außenhandelsbilanz.

Export bleibt Wachstumsmotor

Für WK-Präsident Jürgen Mandl bestätigen die Zahlen einmal mehr die Bedeutung der Exportwirtschaft für den Wirtschaftsstandort Kärnten: „Unsere exportierenden Betriebe beweisen tagtäglich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dass die Exporte trotz schwieriger Rahmenbedingungen wieder deutlich wachsen und Kärnten einen neuen Rekordüberschuss erzielt, ist eine außergewöhnliche Leistung unserer Unternehmen.“ Gleichzeitig dürften die positiven Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herausforderungen groß bleiben. „Hohe Energie- und Standortkosten, zunehmende Bürokratie und geopolitische Unsicherheiten belasten unsere Betriebe weiterhin massiv. Umso wichtiger sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und offene Märkte. Gerade für ein exportorientiertes Bundesland wie Kärnten sind Freihandelsabkommen – wie Mercosur oder mit Indien und Australien - entscheidend, damit unsere Unternehmen auch künftig dank neuer Absatzmärkte international erfolgreich sein können.“

Exportförderung als wichtiger Impuls

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass unsere Exportwirtschaft auch unter herausfordernden Bedingungen wettbewerbsfähig und ein wichtiger, stabilisierender Faktor für den Standort ist“, sagt Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. Gleichzeitig führen geopolitische Spannungen und neue Handelshemmnisse vor Augen, wie wichtig es ist, die Exportmärkte noch breiter aufzustellen und neue Chancen zu nutzen. „Auf diesem Weg unterstützen wir die Kärntner Unternehmen und haben mit unserer Exportoffensive ein passendes, bereits bewährtes Instrument dafür. Außerdem verstärken wir die Zusammenarbeit mit der Steiermark und intensivieren unsere Positionierung als gemeinsamer Wirtschaftsraum – für mehr Standortsichtbarkeit auf internationalen Märkten“, so Schuschnig. Dafür sind in einem ersten Schritt unter anderem ein gemeinsamer Standortauftritt im Rahmen der EXPO 27 in Belgrad sowie ein Wirtschaftsempfang in München im nächsten Jahr geplant.

Deutschland bleibt Nummer eins – China wächst weiter

Die EU bleibt mit Abstand Kärntens wichtigster Handelspartner – gehen doch über 61 Prozent der gesamten Exporte in andere Mitgliedsstaaten. Deutschland ist mit einem Exportvolumen von 2,618 Milliarden Euro und einem leichten Rückgang von 1,3 Prozent weiterhin Kärntens wichtigster Handelspartner. Auf Platz zwei folgt China mit Exporten im Wert von 1,305 Milliarden Euro und einem kräftigen Plus von 23,9 Prozent. Die stark positive Außenhandelsbilanz mit China (Exporte: 1,305 Milliarden Euro, Importe: 871 Millionen Euro) ist insofern bemerkenswert, da sie nicht dem österreichweiten Trend entspricht. Italien behauptet mit 925 Millionen Euro Rang drei. Positiv entwickelten sich auch die Exporte nach Malaysia (+15,6 Prozent), Polen (+5,9 Prozent), Ungarn (+7,1 Prozent) und in die Schweiz (+4,1 Prozent). Rückgänge gab es unter anderem in den USA (-14,8 Prozent), Slowenien (-8,5 Prozent) und Frankreich (-3,3 Prozent).

Bei den Exportgütern bleibt der Maschinen- und Anlagenbau die wichtigste Warengruppe. Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte erreichten ein Exportvolumen von knapp drei Milliarden Euro (+5,3 Prozent). Besonders stark entwickelten sich elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren (+11,1 Prozent), Holz und Holzwaren (+10,1 Prozent) sowie Fleisch und genießbare Schlachtnebenerzeugnisse (+18,3 Prozent).

Importe entwickeln sich unterschiedlich

Bei den Importen blieb Deutschland mit einem Warenwert von 2,427 Milliarden Euro das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von China mit 871 Millionen Euro und Italien mit 702 Millionen Euro. Besonders deutlich stiegen die Importe aus Ungarn (+19,9 Prozent) und China (+12,4 Prozent), während die Einfuhren aus den USA (-13,6 Prozent) und Japan (-7,9 Prozent) rückläufig waren.

Bei den Warengruppen dominieren ebenfalls Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte mit einem Importvolumen von 1,505 Milliarden Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren (1,008 Milliarden Euro) sowie Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge (497 Millionen Euro). Deutliche Zuwächse gab es bei mineralischen Brennstoffen (+8,5 Prozent), Waren aus Eisen und Stahl (+7,4 Prozent) sowie Kraftfahrzeugen (+6,7 Prozent). Rückgänge verzeichneten hingegen anorganische chemische Erzeugnisse sowie Holz und Holzwaren mit jeweils rund neun Prozent.

Positive Entwicklung trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU in der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht in den aktuellen Zahlen einen Beleg für die hohe Widerstandsfähigkeit der Kärntner Exportwirtschaft: „Die Rückkehr auf den Wachstumspfad ist ein starkes Signal. Unsere Unternehmen behaupten sich erfolgreich auf den internationalen Märkten und konnten ihre Exporte trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder deutlich steigern. Gleichzeitig zeigen die nur leicht steigenden Importe, dass viele Betriebe bei Investitionen weiterhin vorsichtig agieren. Umso wichtiger bleibt es, Unternehmen beim Zugang zu neuen Märkten gezielt zu unterstützen und internationale Chancen konsequent zu nutzen.“

Rückfragen & Kontakt

Wirtschaftskammer Kärnten | Kommunikation
Telefon: 05 90 90 4 - 660

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