- 15.07.2026, 10:06:33
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Krise der Automobilindustrie – Gewerkschaften fordern maßgeschneiderte Lösungen für Zulieferindustrie
Wandel sozial verträglich gestalten, Weiterbildung forcieren
Die Krise der deutschen Automobilindustrie trifft auch die österreichische Zulieferindustrie mit rund 900 Betrieben und mehr als 190.000 Beschäftigten hart. Für die Gewerkschaften PRO-GE und GPA ist klar, dass man nun alles daransetzen muss, die Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche gering zu halten. „Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, braucht es maßgeschneiderte Lösungen“, betonen die Gewerkschaftsvorsitzenden Reinhold Binder (PRO-GE) und Barbara Teiber (GPA). „Es ist deshalb wichtig, den Technologiewandel vom Verbrenner hin zum E-Auto auch im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gestalten. Österreich hat hier Nachholbedarf“, unterstreichen Binder und Teiber.
Einige Unternehmen haben bereits in den vergangenen Jahren den Wandel in der Automobilindustrie erkannt, ihr Produktportfolio erweitert und somit die Abhängigkeiten von deutschen Autokonzernen reduziert. Für andere Unternehmen – hier sind vor allem KMU zu nennen, die sich auf Teile für den Verbrennermotor spezialisiert haben – ist eine derartige Umstellung weitaus schwieriger. „Genau hier müssen wir einhaken. Diese Betriebe müssen beim Umbau der Produktpalette unterstützt werden. Wenn Redimensionierungen unvermeidbar sind, muss die soziale Absicherung der Beschäftigten von Anfang an mitgedacht werden“, betonen Binder und Teiber. Darüber hinaus könnten in besonders betroffenen Regionen nach deutschem Vorbild Transformationsräte gegründet werden, die Unternehmen, Gewerkschaften, lokale Politik und Wissenschaft an einen Tisch bringen, um wirtschaftlich tragfähige Lösungen mit Blick auf die Beschäftigten zu erarbeiten.
„Das Um und Auf wird aber der Bereich der Weiterbildung sein. Hier gilt es, in gefährdeten Branchen bereits während eines aufrechten Dienstverhältnisses verstärkt auf Weiterbildungsmaßnahmen zu setzen“, fordern die beiden Gewerkschaftsvorsitzenden. Dies könne Arbeitslosigkeit verhindern und helfe auch der Wirtschaft, die so auf gut ausgebildete Fachkräfte zählen könne.
„Wir Gewerkschaften werden darauf achten, dass die Krise in der Automobilindustrie nicht nur auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Mit dem Abbau von Sozialstandards und Arbeitnehmer:innenrechten wird sich die Transformation nicht bewältigen lassen. Es gilt, sie so zu gestalten, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mit Angst, sondern mit Zuversicht in die Zukunft schauen können“, sagen Binder und Teiber abschließend.
Rückfragen & Kontakt
PRO-GE Öffentlichkeitsarbeit
Sabine Weinberger
Telefon: 0664 614 59 09
E-Mail: [email protected]
www.proge.at
Gewerkschaft GPA - Öffentlichkeitsarbeit
Raphaela Lang
Telefon: 0676 817 111 368
E-Mail: [email protected]
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