- 15.07.2026, 09:24:32
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Bilanz 2025: Export bleibt als Wohlstandsmotor für NÖ unverzichtbar
NÖ Unternehmen exportierten im vergangenen Jahr laut vorläufigen Daten der Statistik Austria Waren im Wert von 28,34 Milliarden Euro. Das entspricht gegenüber 2024 einem Rückgang von 1,1 Prozent. Im Bundesländervergleich belegt Niederösterreich weiterhin den dritten Platz.
„Die NÖ Exportunternehmen haben sich 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen als widerstandsfähig erwiesen. Die aktuelle Statistik zeigt aber, wie stark geopolitische Krisen, Handelskonflikte und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen unsere Betriebe belasten. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen Weichen zu stellen: Wir brauchen wettbewerbsfähige Standortbedingungen, weniger Bürokratie, leistbare Energie und eine aktive europäische Handelspolitik. Denn nur wettbewerbsfähige Unternehmen können Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand langfristig sichern“, betonen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, und Kari Ochsner, Präsident der IV Niederösterreich.
Deutschland bleibt wichtigster Handelspartner – USA mit deutlichem Rückgang
Die fünf wichtigsten Exportmärkte Niederösterreichs waren 2025 Deutschland, Ungarn, Italien, Tschechien und Polen. Während die Exporte nach Ungarn (+0,5 Prozent, 1,86 Milliarden Euro), Italien (+3,7 Prozent, 1,80 Milliarden Euro), Tschechien (+2,1 Prozent, 1,63 Milliarden Euro) und Polen (+1,0 Prozent, 1,4 Milliarden Euro) zulegen konnten, gingen die Ausfuhren nach Deutschland um 3,3 Prozent zurück. Dennoch bleibt Deutschland mit 7,4 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner. Besonders deutlich fiel das Minus bei den Exporten in die Vereinigten Staaten aus: Sie sanken um 17,9 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür waren die anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten und die US-Zollpolitik, die Investitions- und Handelsentscheidungen spürbar belasteten.
Industrieexporte bleiben tragende Säule
Die fünf wichtigsten Exportwarengruppen Niederösterreichs sind Maschinen und mechanische Geräte, elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren, mineralische Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse, Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge sowie Waren aus Eisen oder Stahl. Während elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren (+1,8 Prozent) sowie Waren aus Eisen oder Stahl (+5,8 Prozent) zulegen konnten, verzeichneten Maschinen und mechanische Geräte (-8,1 Prozent), mineralische Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse (-4,3 Prozent) sowie Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge (-6,2 Prozent) Rückgänge.
LH Johanna Mikl-Leitner: „Sicherheitsbranche braucht einfachere Exportbestimmungen“
Handlungsbedarf ortet Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor allem im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Europa investiert angesichts der aktuellen Bedrohungslage so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr in seine Sicherheit und Verteidigung. Damit aber auch heimische Firmen von diesen Investitionen profitieren können, braucht es dringend einfachere Exportbestimmungen, so die Landeshauptfrau: „Frieden braucht Dialog und Diplomatie, aber auch die Fähigkeit, die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Wenn Europa Milliarden in seine Sicherheit investiert, dann muss davon auch unsere Wirtschaft profitieren. Unsere Betriebe verfügen über das Know-how und die Innovationskraft. Sie brauchen aber klare Rahmenbedingungen und einfachere Exportbestimmungen.“
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker: Neue Handelsabkommen eröffnen zusätzliche Möglichkeiten
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker sieht insbesondere in den jüngst abgeschlossenen EU-Handelsabkommen große Chancen: „Erfreulicherweise konnte die Europäische Union seit Herbst 2025 und im ersten Halbjahr 2026 mehrere neue Handelsabkommen finalisieren, unter anderem mit Indien. Gerade für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Niederösterreich sind diese Abkommen eine Win-win-Situation. Unsere Betriebe erhalten dadurch Zugang zu neuen Wachstumsmärkten und können ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten gezielt ausbauen. Mit unserer Außenwirtschaftsabteilung in Niederösterreich und dem weltweiten Netzwerk der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKO mit mehr als 100 Stützpunkten unterstützen wir unsere Unternehmen bei der Erschließung dieser neuen Märkte, bei Geschäftsanbahnungen und internationalen Kooperationen. Dieses Service wird gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten intensiv genutzt.“
IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner: Wettbewerbsfähigkeit konsequent stärken
Auch IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner sieht trotz der vergleichsweise stabilen Exportentwicklung weiteren Handlungsbedarf: „Dass Niederösterreichs Exporte in diesem schwierigen Umfeld nur leicht zurückgegangen sind, zeigt, welch guten internationalen Ruf unsere Betriebe haben. Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Unternehmen mit hohen Kosten, schwachen Margen und zunehmender Unsicherheit kämpfen. Neue Handelsabkommen und zusätzliche Märkte sind wichtig. Sie nützen jedoch nur dann, wenn Betriebe von Österreich aus zu wettbewerbsfähigen Bedingungen produzieren können. Dafür braucht es international konkurrenzfähige Standortkosten, einen massiven Bürokratieabbau und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen.“
EU-Binnenmarkt und neue Handelsabkommen bieten Chancen
Auch der europäische Binnenmarkt bietet den heimischen Betrieben große Wachstumschancen. „Viele europäische Staaten investieren massiv in ihre Infrastruktur. Das eröffnet unseren Unternehmen zusätzliche Geschäftschancen. Gleichzeitig bietet die Expo 2027 in Belgrad eine hervorragende Möglichkeit, Niederösterreichs Wirtschaft noch stärker in Südosteuropa zu positionieren. Die Wirtschaftskammer begleitet unsere Exportbetriebe bereits jetzt mit zahlreichen Initiativen“, erklären Mikl-Leitner, Ecker und Ochsner.
Besonders die EU-Beitrittsperspektiven von Montenegro und Albanien seien langfristig vielversprechend. „Jeder Schritt Richtung EU eröffnet unseren Unternehmen neue Marktchancen und stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit.“
Wiederaufbau der Ukraine bietet große Chancen
Großes Potenzial sehen Mikl-Leitner, Ecker und Ochsner auch beim Wiederaufbau der Ukraine: „Die Exporte in die Ukraine sind trotz des Krieges um rund 26 Prozent gestiegen. Das zeigt, welches Potenzial im künftigen Wiederaufbau steckt. Niederösterreichische Unternehmen verfügen über Know-how in Infrastruktur, Energie, Umwelttechnik und Industrie. Wir wollen sie dabei unterstützen, diese Chancen zu nutzen.“
Rückfragen & Kontakt
Wirtschaftskammer NÖ, Kommunikation
DI (FH) Bernhard Tröstl
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E-Mail: [email protected]
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