- 14.07.2026, 11:39:03
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LFBÖ zum EU-Ratswechsel: GAP absichern und Wiederherstellung praxistauglich finanzieren
Anlässlich der Präsentation der Prioritäten der irischen EU-Ratspräsidentschaft fordern die Land&Forst Betriebe Österreich klare Weichenstellungen für die kommenden Monate auf europäischer Ebene. Der irische Ratsvorsitz fällt in eine entscheidende Phase für die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft: Mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen, der langfristigen Absicherung der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung stehen zentrale Fragen für Europas Betriebe und den ländlichen Raum auf der Agenda.
„Die kommenden Monate sind entscheidend für die Frage, welchen Stellenwert die Land- und Forstwirtschaft in Europa künftig haben soll“, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. „In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen ist Versorgungssicherheit längst eine strategische Zukunftsfrage für Europa. Eine starke GAP muss daher die produktive Basis der Land- und Forstwirtschaft erhalten und die Versorgung mit Lebensmitteln, Holz und erneuerbaren Rohstoffen absichern. Dafür braucht es gemeinsame Regeln, eine eigenständige Budgetlinie und eine verlässliche Finanzierung.“
Besonders kritisch sehen die Land&Forst Betriebe Österreich mögliche Bestrebungen, neue Umwelt- und Wiederherstellungsziele aus bestehenden GAP-Mitteln zu finanzieren. Mit Blick auf die nationalen Wiederherstellungspläne, die die Mitgliedstaaten bis September 2026 im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung vorlegen müssen, braucht es aus Sicht der LFBÖ frühzeitig Klarheit über Finanzierung, Zuständigkeiten und Umsetzung.
„Wer zusätzliche Leistungen für Natur, Biodiversität und Klimaanpassung verlangt, muss auch für deren Finanzierung sorgen“, so Mylius. „Die Wiederherstellungsverordnung darf nicht aus bestehenden GAP-Mitteln bezahlt werden. Für diese Mittel werden bereits konkrete Leistungen erbracht und sie sind für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, für Versorgungssicherheit, Umweltleistungen und den ländlichen Raum unverzichtbar.“
Der irische EU-Ratsvorsitz bietet aus Sicht der Land&Forst Betriebe Österreich die Gelegenheit, die Diskussion über den künftigen EU-Finanzrahmen wieder stärker auf Verlässlichkeit, Transparenz und Fairness auszurichten. Neue politische Ziele dürfen nicht zu Lasten bestehender agrarpolitischer Instrumente gehen. Die kommenden Monate sollten daher genutzt werden, um Verlässlichkeit zu schaffen – für die Betriebe, für den ländlichen Raum und für eine praxistaugliche Umsetzung europäischer Vorgaben. Wer Leistungen von den Betrieben erwartet, muss ihnen auch die wirtschaftliche Grundlage geben, diese dauerhaft zu erbringen.
Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen Getreides.
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