• 13.07.2026, 06:00:59
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Greenpeace fordert zum Start des ISA-Meetings ein endgültiges Aus für den Tiefsee-Bergbau

Verhandlungen in Jamaika entscheiden über die Zukunft der Ozeane – Österreich muss sich weiterhin klar für ein Moratorium aussprechen

Wien/Kingston (OTS) - 

Heute starten in Kingston, Jamaika neue Verhandlungen der internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) zum Tiefseebergbau. Die Mitgliedsstaaten verhandeln, ob Anträgen auf kommerziellen Abbau stattgegeben wird oder ob sich die Staatengemeinschaft auf ein verbindliches Moratorium einigt. Greenpeace fordert von der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) und Staaten weltweit, die Profitinteressen der Bergbaukonzerne zu unterbinden. Deshalb fordert die Umweltschutzorganisation ein verbindliches Moratorium zum Schutz der Tiefsee.

Ursula Bittner, Artenschutz-Expertin: “Die Tiefsee ist einer der letzten unberührten Lebensräume unseres Planeten. Doch anstatt den großteils noch unerforschten Meeresboden zu schützen, wollen Konzerne durch Raubbau riesige Profite scheffeln. Mit dieser Profitgier riskieren sie unumkehrbare Schäden an unserem gesamten Ökosystem. Durch Lärm, Lichtverschmutzung und Schadstoffwolken würde nicht nur der Meeresgrund durcheinander gebracht. Faszinierende Arten, wie Dumbo-Oktopusse, Tiefseekorallen und seltene Kraken würden dieser skrupellosen Zerstörungswut schutzlos zum Opfer fallen.”

Im Vorfeld der Verhandlungen versuchte insbesondere die kanadische “The Metals Company”, mithilfe juristischer Einschüchterungsversuche internationale Abkommen auszuhebeln und so ihre Abbaupläne in der Tiefsee voranzutreiben. Um sich der Aufsicht der ISA zu entziehen, klagte der Konzern vor dem Internationalen Seegerichtshof (ITLOS) gegen die Aufsichtsbehörde. Dadurch versucht der Bergbaukonzern, eine Untersuchung gegen sich wegen potenzieller Vertragsverletzungen zu blockieren.

Durch Tiefseebergbau sollen Metalle und seltene Erden gewonnen werden, die etwa in der Elektronikindustrie und Elektromobilität verwendet werden. Für Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfide (metallreiche Schwefelverbindungen) würden panzergroße Maschinen zum Einsatz kommen und den Meeresgrund verschiedener Tiefsee-Ökosysteme zerstören. Studien zeigen, dass sich der Meeresboden selbst nach 40 Jahren nicht von Test-Bergbauaktivitäten erholt. Zum Vergleich: Eine Mangankruste benötigt rund 100 Millionen Jahre, um nur wenige Millimeter zu wachsen.

Bereits 43 Staaten weltweit, darunter auch Österreich, sprechen sich für ein Moratorium oder ein komplettes Aus des Tiefseebergbaus aus. Greenpeace fordert die österreichische Bundesregierung auf, sich bei den Verhandlungen in Kingston weiterhin klar gegen die Ausbeutung der Meere und für den Schutz der Tiefsee zu positionieren.

Unter diesem Link finden Sie Bildmaterial: https://act.gp/Tiefseebergbau
Unter Verwendung der angegebenen Credits steht das Bildmaterial kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt

Ursula Bittner
Artenschutz-Expertin
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 4960 6429
E-Mail: [email protected]

Katharina Hlousa
Presseteam
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 8817 2230
E-Mail: [email protected]

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