- 09.07.2026, 12:35:34
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ÖGfE-Schmidt: Der digitale Euro wird der EU-Integration neuen Schwung verleihen
Europäisches Parlament bestimmt Positionierung
„Der digitale Euro kommt. Heute hat das Europäische Parlament seine Positionierung festgelegt und die Verhandlungen mit Rat und Kommission beginnen. Damit startet auch die Umsetzungs- und Informationsphase zum digitalen Euro, der für eine große Mehrheit der Europäerinnen und Europäer noch nicht greifbar ist. Die Einführung des digitalen Euro hat jedenfalls enormes Potenzial, der Europäischen Integration neuen Schwung zu verleihen und die EU im globalen Wettbewerb zu stärken und unabhängiger zu machen“, sagt Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).
„Der Trend zu immer mehr digitalen und bargeldlosen Zahlungen führt zu massiven Abhängigkeiten Europas, enormen Gewinnabflüssen sowie mangelhaftem Datenschutz. Wenn immer öfter zu Visa, Mastercard und Co. gegriffen wird, leidet auch die Symbolkraft eines der wichtigsten Identifikationselemente der europäischen Integration, des Euro.
Der digitale Euro soll hier ab 2029 Abhilfe schaffen. Als Ergänzung zum Bargeld soll er eine sichere, kostenfreie und europaweit einheitliche Zahlungsmethode gewährleisten und ein die Privatsphäre schützendes Offline-Bezahlen ermöglichen. Gerade dem europäischen Handel, nicht zuletzt den Einzel- und Kleinunternehmen, wird die geplante Zahlungsalternative durch eine Reduktion der Kartengebühren eine massive Kostenersparnis bringen.
Darüber hinaus werden Menschen aus EU-Ländern, in denen noch nicht mit dem Euro bezahlt wird – allein aus praktischen Erwägungen – interessiert sein, den digitalen Euro zu nutzen. Selbiges gilt auch für EU-Kandidatenländer, die die Ausweitung des Euroraums digital antizipieren und dadurch einen großen Integrationsschritt bereits vor ihrem offiziellen Beitritt vorwegnehmen könnten.
Noch ist der digitale Euro für viele schwer einzuschätzen und vor allem seinen Kritikern ein Begriff. In Österreich hatten laut einer aktuellen ÖGfE-Umfrage vom März zwei Drittel der Befragten schon ihm gehört. 42 Prozent gaben an, ihn nutzen zu wollen. Um den Praxistest zu bestehen, muss der digitale Euro jedenfalls noch ausreichend kommuniziert und erklärt werden und vor allem so konzipiert sein, dass er für jede und jeden im Alltag mit dem selbstverständlichen Griff zum Smartphone oder zur Karte problemlos verwendet werden kann“, betont Paul Schmidt.
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Mag. Paul Schmidt
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