• 09.07.2026, 09:35:02
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Heizungstausch: Fördertopf schon im Juli leer – noch immer kein verlässlicher Ausstieg aus Öl und Gas

EEÖ fordert Klarheit bei Finanzierungsmöglichkeiten bis 2040 und zusätzliche Maßnahmen für den kontinuierlichen Ausstieg aus Öl und Gas

Wien (OTS) - 

Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) warnt vor einem neuerlichen Stillstand beim Umstieg auf klimafreundliches Heizen. Nach aktuellem Trend werden die für 2026 vorgesehenen Fördermittel bereits in den nächsten Tagen ausgeschöpft sein. Damit können heuer nur etwa 30.000 fossile Heizungen gegen erneuerbare Systeme getauscht werden - notwendig wären jedoch mehr als 80.000 pro Jahr.

Mit dem neuen Doppelbudget für 2027 und 2028 ist sogar eine weitere Kürzung zu erwarten, so der Dachverband. Er fordert dringend eine verlässliche Perspektive bis 2040 und weitere Instrumente für den kontinuierlichen Ausstieg aus Öl und Gas beim Heizen.

„Viele Haushalte, die aus der fossilen Kostenfalle aussteigen wollen, gehen bei den Förderungen zum Heizungstausch heuer wieder leer aus. In den nächsten Tagen sind die dafür im Jahr 2026 vorgesehenen Mittel nämlich ausgeschöpft. Das aktuelle System bringt den Ausstieg aus Öl und Gas immer wieder ins Stocken. Unzuverlässige Rahmenbedingungen, lange Wartezeiten durch Stopp-Phasen und vermeidbare Unsicherheiten für Haushalte und Heizungswirtschaft bremsen die Wärmewende aus. Die Regierung muss endlich für alle Betroffenen eine zuverlässige Perspektive schaffen“, mahnt Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ.

Achterbahnfahrt statt Kontinuität und Sicherheit

Aktuell gleichen die Rahmenbedingungen für den Heizungstausch laut EEÖ jedoch eher einer „Achterbahnfahrt“: Zeitgleich zum ausgeschöpften Förderbudget für 2026 werden mit dem neuen Doppelbudget für 2027 und 2028 die Fördermittel erneut gesenkt. Für 2026 wurden für den Heizungstausch noch ca. 225 Millionen Euro vergeben, mit dem nächsten Jahr soll dieses Volumen um etwa 45 Millionen Euro auf 180 Mio. jährlich gesenkt werden.

„Wenn die Bundesregierung beim derzeitigen Tempo bleibt, braucht Österreich bis 2065, um alle 1,4 Millionen fossilen Heizsysteme zu ersetzen. Angesichts von belastenden fossilen Abhängigkeiten und der Klimakrise ist das viel zu spät“, so Prechtl-Grundnig.

Ebenso alarmierend sind die aktuellen Installationszahlen: 2025 gingen rund 32.000 neue Gasheizungen und mehr als 1.000 neue Ölheizungen in Betrieb. Gleichzeitig wurden weniger Wärmepumpen und Biomasseheizungen installiert als im Jahr zuvor.

Heizen ohne Öl und Gas braucht mehr als Förderung

„Noch immer werden neue fossile Heizungen eingebaut. Das zeigt, dass Förderungen allein nicht ausreichen. Die Menschen müssen darauf vertrauen können, dass die Politik den Ausstieg aus Öl und Gas konsequent verfolgt. Was sie brauchen, ist eine klare Perspektive statt eines ständigen Schlingerkurses“, betont Prechtl-Grundnig und fordert von der Bundesregierung Maßnahmen.

Aus Sicht des EEÖ sollten finanzielle Anreize für den Heizungstausch durch weitere Steuerungsinstrumente flankiert werden. Er fordert:

  • Verlässliche, dauerhaft verfügbare Förderprogramme für den Heizungstausch ohne Stop-and-Go
  • einen verbindlichen Ausstiegspfad für Öl- und Gasheizungen bis 2040
  • die Entwicklung weiterer finanzieller und ordnungsrechtlicher Instrumente für die Wärmewende
  • einen konsequenten und raschen Abbau klimaschädlicher Subventionen

  • Anpassungen im Wohnrecht, damit erneuerbare Heizsysteme auch im mehrgeschoßigen Wohnbau leichter eingebaut werden können

„Österreich sollte in erneuerbare Wärme investieren, anstatt weiterhin Milliarden für fossile Importe auszugeben. Das eine stärkt Haushalte, Wirtschaft und Staatshaushalt, das andere verlängert unsere Abhängigkeit von Preistreibern und Klimakillern. Ein echtes Sparbudget würde diese Priorität klar setzen“, so Prechtl-Grundnig.

Rückfragen & Kontakt

Erneuerbare Energie Österreich
Mag.a Judith Brockmann
Telefon: 0664 34 36 129
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.erneuerbare-energie.at

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