- 08.07.2026, 13:36:02
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Winzig/Bernhuber: "Wichtiger Erfolg für Europas Bauern und heimische Eiweißversorgung"
Europäisches Parlament kippt mit 388 zu 248 Stimmen die Einstufung von europäischem Soja als Hochrisiko-Rohstoff
Die ÖVP-Europaabgeordneten Angelika Winzig und Alexander Bernhuber begrüßen, dass das Europäische Parlament heute mit deutlicher Mehrheit verhindert hat, dass die Kommission Sojaöl pauschal als Rohstoff mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) einstuft. Damit ist der Plan des sozialistischen EU-Kommissars Dan Jørgensen vom Tisch, europäisches Sojaöl ab 2030 faktisch aus der Biokraftstoffproduktion zu verbannen. Federführend für den Einspruch war die Europäische Volkspartei, 388 Abgeordnete haben ihn unterstützt, 248 waren dagegen, 24 haben sich enthalten.
Europäisches Soja ist nicht Südamerika
"Das ist ein wichtiger Erfolg für unsere Bäuerinnen und Bauern und für die nachhaltige Eiweißproduktion in Europa. Die Kommission wollte europäisches Soja in einen Topf mit Ware aus Übersee werfen, das ist schlichtweg absurd. Unser Soja wächst nicht am gerodeten Regenwald, sondern auf heimischen Feldern, rückverfolgbar, zertifiziert und nach den strengsten Umweltstandards der Welt. Wer europäisches Soja mit südamerikanischem gleichsetzt, bestraft genau jene, die es richtig machen", betont Alexander Bernhuber, Umwelt- und Agrarsprecher der ÖVP im Europaparlament.
Wertschöpfung und Arbeitsplätze abgesichert
Angelika Winzig, stv. Delegationsleiterin und Wirtschaftssprecherin der ÖVP im Europaparlament hatte den Einspruch gemeinsam mit anderen Abgeordneten im zuständigen Industrie-Ausschuss eingebracht. Sie verweist auf die wirtschaftliche Dimension: “Hier ging es um bestehende Wertschöpfungsketten, Arbeitsplätze in unseren Ölmühlen und Investitionen in den ländlichen Regionen. Ein Wegfall des Absatzmarktes für Sojaöl hätte viele europäische Verarbeitungsbetriebe wirtschaftlich massiv unter Druck gesetzt und uns noch abhängiger von Importen gemacht. Das haben wir heute abgewendet.”
Nachhaltiger Treibstoff aus heimischer Produktion
Winzig betont zudem die Rolle von Sojaöl als nachhaltige Energiequelle: “Biodiesel aus europäischem Sojaöl ist ein nachhaltiger, heimischer Treibstoff, der einen wichtigen Beitrag zu unseren Klimazielen leistet. Es wäre wirtschaftlich wie klimapolitisch völlig widersinnig gewesen, eine erneuerbare Energiequelle aus regionaler, entwaldungsfreier Produktion aus dem Markt zu drängen. Klimaschutz gelingt mit unseren Betrieben, nicht gegen sie.”
Eiweißproduktion in Europa stärken statt einschränken
Österreich ist mittlerweile drittgrößter Sojaproduzent der Europäischen Union. Die geplante Einstufung hätte den heimischen Sojaanbau stark unter Druck gesetzt, denn die wirtschaftliche Verarbeitung von Sojabohnen funktioniert nur, wenn neben dem Sojaschrot als Eiweißfuttermittel auch das Sojaöl vermarktet werden kann. "Die Kommission redet von einer europäischen Eiweißstrategie und will gleichzeitig der heimischen Sojaproduktion den Boden unter den Füßen wegziehen. Das passt hinten und vorne nicht zusammen. Wenn wir unsere Abhängigkeit von Eiweißimporten aus Übersee reduzieren wollen, müssen wir den Anbau in Europa stärken statt einschränken", sagt Bernhuber.
Kommission muss Methodik überarbeiten
Die Kommission ist nun gefordert, die Methodik und Datenbasis für die Einstufung grundlegend zu überarbeiten und dabei klar zwischen nachhaltiger europäischer Produktion und Rohstoffen aus Risikoregionen zu unterscheiden. "Wir sagen Ja zum Kampf gegen die weltweite Entwaldung, aber mit Maßnahmen, die die Verursacher treffen und nicht unsere eigenen Bäuerinnen und Bauern. Europäisches Soja ist Teil der Lösung, nicht das Problem", sagen Bernhuber und Winzig abschließend. (Schluss)
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