- 08.07.2026, 13:06:32
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ÖGB-Schober: Frauen arbeiten nicht weniger – sie werden nur schlechter bezahlt
Stv. ÖGB-Frauenvorsitzende zur Übergabe der AK-Teilzeitpetition: Schluss mit der Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten – es braucht faire Zuschläge und echte Wahlfreiheit
„Die Debatte über Teilzeit wird seit Jahren auf dem Rücken der Frauen geführt. Dabei wird so getan, als würden Frauen einfach weniger arbeiten wollen. Die Realität sieht anders aus: Sie stemmen den Großteil der unbezahlten Betreuungs- und Pflegearbeit und halten gleichzeitig unser Land am Laufen. Wer ehrlich über Teilzeit sprechen will, muss endlich über die Ursachen reden – und nicht die Betroffenen an den Pranger stellen", sagt Elfriede Schober, stv. ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende anlässlich der Übergabe der Unterschriften der AK-Petition für faire Regeln bei Teilzeit.
Mehr als drei Viertel aller Teilzeitbeschäftigten in Österreich sind Frauen. Viele von ihnen leisten regelmäßig Mehrarbeit, erhalten dafür aber geringere Zuschläge als Vollzeitbeschäftigte oder gar keine. Das ist weder gerecht noch ein Anreiz, mehr Stunden zu arbeiten.
„Wer zusätzliche Stunden übernimmt, darf dafür nicht schlechter gestellt werden. Es ist unverständlich, dass Teilzeitbeschäftigte für dieselbe Mehrleistung weniger Zuschlag erhalten als Vollzeitkräfte. Das ist eine Benachteiligung, die endlich beendet werden muss", so Schober.
Der ÖGB fordert:
- Zuschläge ab der ersten Stunde Mehrarbeit
- Gleiche Zuschläge wie für Vollzeitbeschäftigte. Für Mehrarbeit müssen auch Teilzeitbeschäftigte den vollen Zuschlag von 50 Prozent erhalten.
- Recht auf Erhöhung der vertraglichen Arbeitszeit. Wer dauerhaft mehr arbeitet als vereinbart, muss einen Anspruch auf eine entsprechende Aufstockung der Wochenstunden haben.
Faire Zuschläge allein lösen das Problem aber nicht. Es brauche endlich Rahmenbedingungen, die echte Wahlfreiheit ermöglichen:
„Wer will, soll Vollzeit arbeiten können. Dafür brauchen wir ausreichend Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die zum Arbeitsalltag passen, eine gerechtere Verteilung der Betreuungs- und Pflegearbeit und Arbeitsbedingungen, die Familie und Beruf tatsächlich vereinbar machen. Solange diese Voraussetzungen fehlen, ist die Kritik an Teilzeit nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver", betont Schober.
Die Übergabe der tausenden Unterschriften zeigt deutlich, dass immer mehr faire Regeln für Teilzeitbeschäftigte wollen. „Wer mehr arbeitet, muss auch fair bezahlt werden. Respekt für Arbeit zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern in gerechten Gesetzen. Jetzt ist die Politik am Zug", so Schober abschließend.
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