• 08.07.2026, 09:11:02
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Politik darf beim Trinkwasser nicht länger zuschauen: ÖVGW fordert rasche Reform des Wasserrechts

Sinkende Grundwasserstände, anhaltende Trockenheit und steigender Wasserbedarf bringen die Trinkwasserversorgung zunehmend unter Druck.

„Die aktuellen Bestimmungen des WRG sind nicht mehr zeitgemäß und
der Klimawandel wartet nicht auf politische Entscheidungen“, sagt
ÖVGW-Vizepräsident Mag. Nikolaus Sauer, Sprecher der
Trinkwasserversorger.
Wien (OTS) - 

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) fordert jetzt entschlossenes politisches Handeln vom für Trinkwasser zuständigen Bundesminister Totschnig und legt einen konkreten Vorschlag für eine Novelle des Wasserrechtsgesetzes (WRG) vor.

Der Klimawandel ist längst in Österreichs Wasserversorgung angekommen. Der Frühling 2026 war mit einem Temperaturanstieg von +1,4 °C deutlich zu warm und mit einem Niederschlagsdefizit von etwa 50 Prozent der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig blieben die Schneemengen deutlich unter dem langjährigen Mittel – mit gravierenden Folgen für die Grundwasserreserven.

Die Auswirkungen sind bereits heute in weiten Teilen Österreichs sichtbar: Mehr als 80 Prozent der Grundwasserpegel liegen aktuell im niedrigen bis sehr niedrigen Bereich – von Salzburg über Niederösterreich bis Kärnten. Vielerorts wurden sogar die niedrigsten Grundwasserstände der vergangenen 100 Jahre unterschritten. Für viele Wasserversorger ist diese Entwicklung alarmierend – und für das einst wasserreiche Österreich ein Warnsignal, das nicht länger ignoriert werden darf. Gleichzeitig verschärfen der fortschreitende Klimawandel und der steigende Wasserbedarf – insbesondere für die landwirtschaftliche Bewässerung – den Druck auf die verfügbaren Wasserressourcen weiter.

ÖVGW fordert konkrete Schritte zur Absicherung der Trinkwasserversorgung

„Es braucht jetzt eine praktikable und rechtssichere Lösung für alle Beteiligten, wie die Trinkwasserversorgung abgesichert werden kann. Die aktuellen Bestimmungen des WRG sind nicht mehr zeitgemäß und der Klimawandel wartet nicht auf politische Entscheidungen. Angesichts zunehmender Trockenperioden und wachsender Versorgungsrisiken ist es naheliegend, das WRG 1959 an die aktuellen Anforderungen zum Schutz der Trinkwasserversorgung anzupassen“, so ÖVGW-Vizepräsident Mag. Nikolaus Sauer, Sprecher der Trinkwasserversorger.

Die ÖVGW fordert daher:

  • Die Verankerung des Vorranges der Trinkwasserversorgung in Wassermangellagen,

  • eine flächendeckende Erfassung aller Grundwasserentnahmen als Grundlage für eine vollständige datenbasierte Wasserbilanz sowie

  • die langfristige und vorausschauende Absicherung der Trinkwasserversorgung.

Ein Gesetzesvorschlag liegt auf dem Tisch – jetzt ist der Minister am Zug

Die ÖVGW kritisiert, dass trotz der Verankerung der genannten Punkte im Regierungsprogramm bisher keine Umsetzungsschritte diesbezüglich erfolgt sind.

„Nachdem das zuständige Landwirtschaftsministerium (BMLUK) bisher keine Aktivitäten zu einer Novelle des WRG gesetzt hat, hat die ÖVGW die Initiative ergriffen und einen konkreten Gesetzesvorschlag für eine WRG-Novelle erstellt und auch bereits dem Ministerium übergeben“, sagt ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer.

„Der Vorschlag der ÖVGW zur Novellierung des Wasserrechtsgesetz zielt auf einen praktikablen und rechtssicheren Schutz der Trinkwasserversorgung unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten ab. Nur so kann eine sichere Trinkwasserversorgung auch in Zeiten des Klimawandels gewährleistet werden. Wir erwarten uns im Sinne der österreichischen Bevölkerung von Bundesminister Norbert Totschnig, dass er seiner Verantwortung nachkommt und rasch die erforderlichen Schritte setzt", so Sauer abschließend.

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels im Fokus.

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW)
Mag. Georg Amschl
Telefon: +4366488100047
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.ovgw.at

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