• 07.07.2026, 14:40:02
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Bundesjugendvertretung zu neuen Schulfächern: Einführung der Medien- und Demokratiebildung greift zu kurz

BJV begrüßt grundsätzlichen Ausbau der Medien- und politischen Bildung an Schulen, fordert aber eine Einführung bereits aber der Unterstufe und für alle Schulformen.

Wien (OTS) - 

Die Bundesjugendvertretung (BJV) kritisiert das Vorhaben der Regierung die Gegenstände „Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und Künstliche Intelligenz“ nur in der AHS-Oberstufe einführen zu wollen. Angesichts der wachsenden Herausforderungen im digitalen Raum und der seit Jahren bestehenden Lücken in der politischen Bildung an Schulen müsse der Ausbau der Medien- und Demokratiebildung deutlich früher ansetzen. „Junge Menschen brauchen Zeit, um zu lernen, wie komplexe politische Prozesse funktionieren und wie Informationen, gerade im Internet, kritisch hinterfragt werden können. Deshalb braucht es bereits ab der 5. Schulstufe in allen Schulformen ein eigenes Unterrichtsfach ,Politische Bildung‘, das auch Medienbildung vermittelt. Denn Medien- und Demokratiebildung betrifft alle jungen Menschen", so BJV-Vorsitzender Moritz Mittermann.

Lerninhalte bleiben unklar

Kritisch sieht die BJV auch, dass trotz Beschluss keine genauen Lerninhalte der neuen Fächer bekannt sind. „Die Politische Bildung an Schulen wird von Jugendlichen seit Jahren als unzureichend beschrieben. Umso wichtiger ist es, was tatsächlich in den Lehrplänen stehen wird. Kinder und Jugendliche brauchen keinen Schnellschuss, sondern gut durchdachte Unterrichtsfächer, die ihnen die notwendigen Kompetenzen vermitteln, um in einer digitalen und demokratischen Gesellschaft in Zukunft gut gerüstet zu sein“, sagt BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.

Politische Bildung seit Jahren mangelhaft

Laut der Jugendstudie des Demokratiemonitors geben mehr als 60 Prozent der 16- bis 26-Jährigen hierzulande an, in der Schule zu wenig darüber zu lernen, wie politische Diskussionen geführt werden. Rund jede*r Zweite fühlt sich zudem nicht ausreichend über die eigenen Rechte als Bürger*in sowie über die Möglichkeiten der politischen Beteiligung informiert.

Gerade in Hinblick auf das Wahlrecht ab 16 in Österreich ist es wichtig, dass junge Menschen frühzeitig darauf vorbereitet werden, sich politisch zu beteiligen. Die BJV fordert daher ein Umdenken. „Politische Bildung ist eine Grundlage für politische Beteiligung. Wenn nicht alle jungen Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, politische Prozesse mitzugestalten, hat das weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft und Demokratie. Denn dadurch fehlen wichtige Perspektiven in der Politik, und junge Menschen haben das Recht darauf, dass ihre Stimmen gehört werden“, so die Vorsitzenden abschließend.

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