- 25.06.2026, 09:03:02
- /
- OTS0034
Armutskonferenz warnt: Armut erzeugt ein doppelt so hohes Hitzetod-Risiko
Soziale Kälte abwenden, globale Hitze verhindern: Gerechtes Budget, guter Wohnbau, Hitze-Nachbarschaften, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime kühlen
“Armut erzeugt ein doppelt so hohes Hitzetod-Risiko. In der Hitzewelle sterben Menschen, besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Personen, kranke Kinder und Patienten mit Herz-Kreislaufproblemen – und da Haushalte in Vierteln mit geringem Einkommen“, warnt das Netzwerk Armutskonferenz. In Österreich verzeichnen wir zwischen 500 und 1000 Hiteztote im Jahr. Mehr als 47.000 Menschen sind vor drei Jahren in Europa an den Folgen hoher Temperaturen gestorben wie das Barcelona Institute for Global Health erhoben hat. “Die Risken sind ungleich verteilt”, so Sozialexperte Martin Schenk. Dabei versterben die wenigsten Menschen direkt an einem Hitzschlag. Meist sind die hohen Temperaturen ein erschwerender Faktor, der insbesondere für besonders verletzliche Gruppen mit Vorerkrankungen gefährlich wird.
Hitze-Nachbarschaft gegen Einsamkeit
“Bei den an Hitze Verstorbenen wissen wir”, so Schenk, “dass viele der Betroffenen einsam und isoliert waren, es niemand gab, der mal vorbeischaute und fragte, wie es geht.” Hier könnten wir in Grätzl-Teams investieren. Um eine Nachbarschaft in Schwung zu bringen, braucht es Personen, die das anstoßen, koordinieren und am Laufen halten. Solche Grätzl-Teams müssen finanziert sein, damit die Community-Arbeit wirkt.
Gerechtes Budget: Kleine Haushaltseinkommen entlasten
Im aktuellen Budget ist darauf zu achten, kleine Haushaltseinkommen nicht noch weiter zu belasten. Besonders die Kürzungen in den Bundesländern bei Unterstützungsleistungen und Sozialhilfen bedrohen einkommensschwache Haushalte. Verschlechterungen im Sozialen schlagen sich direkt in teuren Folgekosten nieder. Das Fehlen dieser Angebote wird Folgekosten erzeugen, die alles andere als billig sind: weniger Krisenintervention, weniger Integration, weniger Wohnsicherung, weniger Jugendausbildung, weniger Gesundheitsprävention. Die Folgekosten, die bei Delogierung, Obdachlosigkeit, Kinder- und Jugendhilfe, Krankheit, Schuldenberatungen etc. aufschlagen, werden unterschätzt.
Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime kühlen
Kinder, Kranke, Ältere und Pflegebedürftige sind besonders von den gesundheitlichen Folgen der Hitze gefährdet. Wir brauchen einen Plan, um Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime im heißen Sommer zu kühlen. Das ist eine gute und sinnvolle Präventionsmaßnahme, die neben der Gesundheit auch besseres Lernen und mehr Sicherheit im Alter bringt.
Städtische Hitzespots reduzieren
"Besonders zu bekämpfen sind die städtischen Hitzespots“, regt die Armutskonferenz vorbeugende Maßnahmen an. In ländlichen Gebieten wirken Bäume und andere Pflanzen, aber auch Oberflächenwasser wie natürliche Klimaanlagen. Sie kühlen die Umgebung in erster Linie durch die Verdunstung von Wasser. In den städtischen Zentren verhindert die bebaute Fläche diese Hitzeregulierung. Regenwasser wird unterirdisch abgeleitet, der Beton und Asphalt macht Verdunstung unmöglich, heizt sich besonders gut auf und strahlt diese Hitze wieder ab. Auch die stark erhöhte Oberfläche durch die Gebäude und das Vermindern der Luftzirkulation tragen zur Hitze bei. Dazu kommen künstliche Wärmequellen wie Autos, Industrie oder Abwärme von Klimaanlagen. So kann es in Städten zu bis zu 12 Grad höheren Temperaturen als in der Umgebung kommen.
Wasser, Grünraum, Öffentlicher Verkehr, Wohnbau
Grünraum und Wasser in der Stadt verbessert das Klima im Grätzel, zeigt gesundheitlich positive Auswirkungen, bietet Bewegungsraum für Jung und Alt, begünstigt als Sozialraum das Gespräch und die Begegnung. Wichtige Schritte sind strategische Maßnahmen auf der Ebene von Flächenwidmungen, Raumplanung und Wohnbau. Die Anlage von Straßenbegleitgrün, grüne Wandelemente, Fassaden- und Dachbegrünung, Entsiegelung und Regenwassermanagement oder auch die Freilegung von verrohrten Gewässern. Weiters ist der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel hilfreich Hitzespots zu verringern. Baulich sind Maßnahmen notwendig wie zum Beispiel Außenjalousien montieren, Wärmedämmungen anbringen, Fassaden- und Hofbegrünung, so das Netzwerk Armutskonferenz abschließend.
SERVICE:
- Hitzemortalitätsmonitoring: https://www.ages.at/umwelt/klima/klimawandelanpassung/hitze
- Paris: Heat exposure and socio-economic vulnerability as synergistic factors in heat-wave-related mortality: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19642001/
- The impact of heat waves on daily mortality in districts in Madrid: The effect of sociodemographic factors: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0013935120308902
- Poverty More than Doubles Your Likelihood of Dying from Heat: https://thetyee.ca/News/2024/08/07/Poverty-Likelihood-Dying-Heat/?utm_source=chatgpt.com
Rückfragen & Kontakt
Die Armutskonferenz.
www.armutskonferenz.at
01/4026944 oder 0664/5445554
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ARM






