- 24.06.2026, 10:00:33
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Transformation der Gasinfrastruktur: Regelwerk für Biomethan und Wasserstoff steht
Die österreichische Gaswirtschaft ist auf technischer Ebene bereit für die Transformation hin zu Biomethan und Wasserstoff. „Das Wasserstoff-Regelwerk hat bereits elf Richtlinien. Wir beherrschen die Technik. Was fehlt ist der rechtliche Rahmen“, sagte ÖVGW-Präsident Wagenhofer beim ÖVGW-Kongress in Salzburg.
Grüne Gase wie Biomethan und Wasserstoff können kommen. Denn technisch ist alles angerichtet – sowohl für Biomethan als auch für Wasserstoff. „Als ÖVGW haben wir in den vergangenen Jahren vielfältige Tests und Untersuchungen mit mehr als 20 nationalen und europäischen wissenschaftlichen Kooperationspartnern wie beispielsweise den Technischen Universitäten Wien und Graz, oder der Montanuniversität Leoben durchgeführt. Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und in einen technischen Ordnungsrahmen gegossen. Stefan Wagenhofer, Präsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW): „Bestehende Gasnetze sind nun größtenteils fit für die zukünftige Gasversorgung. Für Biomethan ist das Netz bereits heute geeignet, für Wasserstoff gibt es noch Ausbau- und Adaptionsbedarf. Was nun noch fehlt ist der gesetzliche Rahmen: Das Erneuerbare Gase Gesetz und die Verankerung von Wasserstoff im Gaswirtschaftsgesetz (GWG), damit wir rasch mit dem Umrüsten der Infrastruktur und der Integration Grüner Gase beginnen können.“ Und Wagenhofer verweist darauf, dass „für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in Österreich ein budgetneutrales Finanzierungsmodell erarbeitet wurde, hinter dem die ganze Branche steht und dessen gesetzliche Verankerung eine Grundlage für die Wasserstoffzukunft ist“.
Was bei Gas funktioniert, funktioniert auch bei Wasserstoff
Ein zentrales Ergebnis der Regelwerksarbeit der vergangenen Jahre: Die jahrzehntelange Erfahrung und große technische Expertise aus dem Erdgasbereich lassen sich auf Wasserstoff übertragen. Das technische Fundament für die Umstellung auf die grünen Gase ist fertig. Die vorhandene, flächendeckende Gasinfrastruktur, die sich im Erdgasbetrieb bewährt hat, kann auch für den Betrieb mit Wasserstoff ertüchtigt und genutzt werden. Technisch ist die Transformation der bestehenden Infrastruktur also machbar. Wagenhofer: „Wir als ÖVGW sind startklar für die Umstellung auf Wasserstoff.“
Richtlinien für sicheren Wasserstoff-Einsatz
Der Ausbau des technischen Regelwerks für Biomethan und Wasserstoff sowie weitere zertifizierte Produkte standen am Mittwoch, beim ÖVGW-Kongress in Salzburg im Mittelpunkt. Sie definieren die technischen Anforderungen und organisatorische Vorgaben für Errichtung, Betrieb und Organisation von Wasserstoffleitungen und -anlagen. Somit hat die ÖVGW die Grundlage für die sichere Planung und Genehmigung, den Bau sowie den Betrieb der Wasserstoffinfrastruktur in Österreich geschaffen. Das neue Wasserstoff-Regelwerk enthält aktuell elf Richtlinien für den sicheren Einsatz von Wasserstoff.
Zertifizierte Produkte als Qualitätsgarantie
Neben dem Regelwerk zertifiziert die ÖVGW auch Produkte und Unternehmen nach anerkannten Qualitätsstandards. Damit erhalten Hersteller, Errichter und Betreiber eine verlässliche Orientierung, welche Komponenten den hohen sicherheitstechnischen Anforderungen für den Einsatz von Wasserstoff entsprechen.
Als 3. Säule neben Regelwerk und Zertifizierung erarbeitet die ÖVGW auch Schulungen für den sicheren Umgang mit Wasserstoff. Aktuell im Angebot: Basiswissen Wasserstoff sowie Kurse für Arbeiten an wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Damit wird sichergestellt, dass die notwendige Fachkompetenz für den wachsenden Wasserstoffmarkt zur Verfügung steht.
Gase und Netze im Wandel
Die Förderung junger Fachleute ist der ÖVGW ein wichtiges Anliegen. Deshalb verlieh sie den ÖVGW-Studienpreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten beim diesjährigen ÖVGW-Kongress an Stefanie Nägele für ihre „Techno-ökonomische Analyse zur Erweiterung der Gasinfrastruktur um Wasserstoff am Beispiel Alpenrheintal“.
Der ÖVGW-Kongress machte heuer einmal mehr deutlich: Die Transformation der Gasnetze ist in Österreich bereits in vollem Gange. Mit dem kontinuierlichen Ausbau des Regelwerks, zertifizierter Produkte und dem Schulungsangebot entlang der gesamten Wertschöpfungskette schafft die ÖVGW die technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür, dass Wasserstoff und andere erneuerbare Gase ihre Rolle in der österreichischen Energiezukunft sicher und verlässlich erfüllen können.
Über die ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die unabhängige und freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Trinkwasserversorger. Zu ihren Mitgliedern zählen alle Gasnetzbetreiber sowie mehr als 314 Unternehmen aus dem Wasserbereich. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger, die rund 80 Prozent der zentral versorgten Bevölkerung Österreichs mit Trinkwasser beliefern.
Rückfragen & Kontakt
ÖVGW
Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach
Mag. Michael Mock
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E-Mail: [email protected]
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