• 24.06.2026, 09:00:33
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Wien Energie: Erste Hitzewelle des Jahres lässt Fernkälte-Bedarf deutlich steigen

Bis zu 60 Prozent höherer Kühlbedarf bei Temperaturen von über 35 Grad – Eisspeicher unterstützt erstmals die klimafreundliche Kälteversorgung Wiens

Wien (OTS) - 

Mit Temperaturen von über 35 Grad erlebt Wien derzeit die erste große Hitzewelle des Jahres. Die hohen Temperaturen lassen auch den Kühlbedarf der Stadt deutlich steigen: An besonders heißen Tagen liegt die Nachfrage nach Wiener Fernkälte um bis zu 60 Prozent über jener eines durchschnittlichen Sommertags mit rund 25 Grad Celsius.

Besonders wichtig ist eine Kühlung in der kritischen Infrastruktur, wie dem AKH, das mit Fernkälte kühlt. Zu den Kund*innen zählen außerdem weitere öffentliche Einrichtungen wie das Rathaus und die Universität Wien, Büro- und Gewerbestandorte, Kulturinstitutionen wie das Musicaltheater Ronacher und das Naturhistorische Museum sowie Hotels und Gastronomiebetriebe wie etwa das Hotel Sacher. Auch Wohngebäude werden bereits mit Fernkälte versorgt, etwa im Nordbahnviertel.

Anstieg an Tropennächten

Mit der Hitzewelle kommen auch vermehrt Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Das aufgeheizte Stadtgebiet kann sich so deutlich schlechter abkühlen, wodurch auch der Kühlbedarf weiter steigt. Besonders betroffen sind dicht verbaute Bezirke wie die Wiener Innenstadt. Die Zahl der Tropennächte ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der bisherige Rekord von 53 Tropennächten in der Wiener Innenstadt wurde im Jahr 2024 verzeichnet. Auch der Sommer 2025 zählte in Österreich zu den zehn heißesten der Messgeschichte.

Coole Sache – Premiere für den größten Eiswürfel Wiens

Erstmals testet Wien Energie diesen Sommer ihren innovativen Eisspeicher im Fernkältenetz. Die Anlage gefriert Wasser zu Eis und nutzt die darin gespeicherte Kälte, um Lastspitzen an besonders heißen Sommertagen abzudecken. Damit entsteht der wohl größte Eiswürfel Wiens. In verbrauchsarmen Zeiten wird der Speicher wieder geladen, das Wasser gefriert also wieder zu Eis. Dadurch kann Kälte flexibel bereitgestellt und die Fernkältemaschinen gleichmäßiger und effizienter betrieben werden.

Der Speicher steht in der im letzten Sommer in Betrieb genommenen Fernkältezentrale am MedUni Campus Mariannengasse. Dabei handelt es sich um die achte große Fernkältezentrale im Fernkältenetz von Wien Energie.

Wiener Fernkälte sorgt für nachhaltige Kühlung

Der Bedarf an Kühlung steigt kontinuierlich. Wien Energie baut die Fernkälte daher laufend aus und investiert über die kommenden Jahre rund 100 Millionen Euro in die klimafreundliche Kühlung Wiens. Derzeit umfasst die Wiener Fernkälte acht Kältezentralen mit Netzanschluss sowie 17 dezentrale Anlagen, die einzelne Gebäude oder Gebäudekomplexe versorgen.

Fernkälte wird in hocheffizienten Zentralen aus Abwärme und Ökostrom erzeugt und über ein Leitungsnetz in Form von etwa 5-6 Grad Celsius abgekühltem Wasser zu den Kund*innen transportiert. Dort wird das kühle Wasser über die hauseigenen Kühlsysteme in den Gebäuden verteilt, nimmt die Wärme auf und führt sie anschließend wieder ab. Gegenüber konventionellen Klimaanlagen können so rund 50 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart werden. Zudem entsteht keine zusätzliche Wärmeabgabe über Außengeräte, wodurch Fernkälte nicht zur Bildung von Hitzeinseln in der Stadt beiträgt.

Eckdaten Fernkälte:

  • Netzlänge Wiener-Fernkälte: 33 Kilometer

  • Versorgte Gebäude: 220

  • Kältezentralen: 8 mit Netzanschluss, 17 lokale ohne Netzanschluss

  • Wiener Fernkälte-Leistung 2026: 250 Megawatt

  • Wiener Fernkälte-Leistung 2030: 370 Megawatt

  • CO2-Einsparungen im Vergleich zu konventioneller Klimatisierung: 50 Prozent

Podcast-Folge zum Thema Fernkälte: https://energievoll.podigee.io/5-folge-4

Bildmaterial: https://wienenergie.at/media-46

Rückfragen & Kontakt

Mag. Martin Meyrath
Pressesprecher Wien Energie
Telefon: 0664 884 813 03
E-Mail: [email protected]

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