- 24.06.2026, 08:54:35
- /
- OTS0019
Die coolsten Baustellen Österreichs gesucht
GBH-Hitzetage (3): Hitzeschutz funktioniert – wenn Betriebe handeln
Zwei Unterschriften. Ein gemeinsames Ziel. Und Bauarbeiter, die an heißen Tagen früher nach Hause kommen. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ sucht Betriebe, die zeigen, dass Hitzeschutz in der Praxis funktioniert. Zwei Beispiele aus Salzburg und Niederösterreich machen vor, wie Beschäftigte vor den heißesten Stunden des Tages geschützt werden können.
Zwei Vorbilder aus der Praxis
Das Salzburger Bauunternehmen Wagrain Bau hat gemeinsam mit seinem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zum Hitzeschutz abgeschlossen. Sie ermöglicht es, den Arbeitsbeginn an besonders heißen Tagen auf bis zu 5:00 Uhr vorzuverlegen und die Arbeit entsprechend früher zu beenden. Ziel ist es, die Beschäftigten vor den heißesten Stunden des Tages zu schützen.
Ein zweites Beispiel kommt aus Niederösterreich: Das Dachdeckerunternehmen Hans Drascher Ges.m.b.H. (Dachdecker, Spengler, Holzbau) geht einen Schritt weiter. Die Betriebsvereinbarung regelt nicht nur die Hitzefrei-Regelung ab 32,5 Grad – sie sieht auch präventiven Gesundheitsschutz unterhalb der Schwelle vor. Der Arbeitgeber stellt Sonnencreme und ausreichend alkoholfreie, kühle Getränke bereit. Und auch hier gilt: Arbeitsbeginn kann einvernehmlich auf frühe Morgenstunden vorgezogen werden, um der Mittagshitze auszuweichen.
Was dafür notwendig war? Keine neue gesetzliche Regelung. Keine komplizierte Bürokratie. Sondern der gemeinsame Wille, die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.
Die rechtlichen Möglichkeiten sind da
Der Werkzeugkasten für Hitzeschutz am Bau ist gut gefüllt. Seit 1. Jänner 2026 gilt die neue Hitzeschutzverordnung. Ab Hitzewarnstufe 2 der GeoSphere Austria müssen Betriebe Schutzmaßnahmen umsetzen. Dazu gehören unter anderem Trinkwasser, Beschattung, Pausenregelungen und organisatorische Anpassungen der Arbeit.
Zusätzlich besteht mit der Hitzefrei-Regelung nach dem Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) die Möglichkeit, Beschäftigte am Bau ab 32,5 Grad Celsius im Schatten früher nach Hause zu schicken. Die Abwicklung erfolgt über die BUAK. Die Werkzeuge sind also vorhanden. Jetzt müssen sie konsequent genutzt werden.
Verantwortung übernehmen
„Die Möglichkeiten für wirksamen Hitzeschutz sind heute größer als je zuvor. Mit der Hitzefrei-Regelung über die BUAK haben die Sozialpartner bereits vor Jahren einen wichtigen Schutzmechanismus geschaffen. Mit der neuen Hitzeschutzverordnung ist heuer ein weiterer wichtiger Schritt gelungen, den Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im Parlament für die Beschäftigten erkämpft haben. Jetzt geht es darum, diese Möglichkeiten auch konsequent zu nutzen. Wir brauchen noch mehr Betriebe, die Verantwortung übernehmen und alle vorhandenen Schutzmaßnahmen ausschöpfen. Denn kein Bauwerk und kein Termin ist so wichtig wie die Gesundheit der Beschäftigten. Gleichzeitig werden wir weiter daran arbeiten, den Hitzeschutz am Bau Schritt für Schritt zu verbessern“, so Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender.
Die coolsten Baustellen Österreichs
„Wir wollen jene Betriebe vor den Vorhang holen, die Verantwortung übernehmen und zeigen, dass Hitzeschutz in der Praxis funktioniert. Die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen ist möglich – wenn man es will. Diese Betriebe zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kein Widerspruch sind. Deshalb suchen wir die coolsten Baustellen Österreichs. Wenn Sie Betriebe kennen, die beim Hitzeschutz Vorbilder sind, dann schicken Sie uns diese Beispiele“, so Muchitsch.
Die Gewerkschaft BAU-HOLZ ruft Beschäftigte, Betriebsräte und Unternehmen dazu auf, vorbildliche Maßnahmen zum Hitzeschutz zu melden. Gesucht werden Betriebe, die Verantwortung übernehmen – etwa durch frühere Arbeitszeiten, Beschattung, Trinkwasserversorgung, gekühlte Aufenthaltsräume oder andere wirksame Schutzmaßnahmen. Hinweise an: [email protected]
Die GBH sucht die coolsten Baustellen Österreichs. Betriebe, die zeigen, dass Hitzeschutz in der Praxis funktioniert. Betriebe, die Verantwortung übernehmen. Betriebe, die beweisen, dass Gesundheitsschutz und erfolgreiche Baustellen kein Widerspruch sind. Diese Vorbilder werden wir im Rahmen unserer Hitzetage vor den Vorhang holen.
Hitze.App: Sofort wissen, wann es so weit ist
Die kostenlose Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in Echtzeit an, ob die für Hitzefrei relevante Temperatur von 32,5 Grad Celsius erreicht wurde. Damit wissen Beschäftigte, Betriebe und Auftraggeber sofort, wann Handlungsbedarf besteht. Download: gbh-news.at/hitze-app
GBH-Hitzetage – die Themen der Woche
Tag 1: Verantwortung übernehmen – Gesundheit schützen
Tag 2: Es geht um wenige Stunden – nicht um ganze Tage
Tag 3: Die coolsten Baustellen Österreichs gesucht
Rückfragen & Kontakt
GBH-Presse
M.A. Thomas Trabi
Telefon: 0664/614 55 17
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






