- 19.06.2026, 18:22:32
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Haubner: Nationalfonds ist auf der Reise zu neuen Formen des Gedenkens
Konferenz "Gedenken neu denken" erarbeitet Projektideen für Gedenkarbeit im digitalen Zeitalter
Digitale Räume eröffnen neue Formen der Geschichtsvermittlung. Zugleich werden aber gerade dort auch historische Fakten verzerrt, relativiert oder gezielt in Frage gestellt. Eine Konferenz des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus stellte heute unter dem Titel "Gedenken neu denken" die Frage, was man diesen Entwicklungen entgegenhalten könne. In interaktiven Workshops erarbeiteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Konferenz, neue und zielgruppenspezifische Ansätze für das Erinnern und den Kampf gegen Holocaust-Leugnung und Geschichtsverzerrung.
Ideen zu neuen Formaten des analogen und digitalen Gedenkens
In interaktiven Gestaltungs-Sessions wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ideen gesammelt, weiterentwickelt und zu möglichst konkreten Handlungsansätzen verdichtet. Die erarbeiteten Konzepte wurden dann in einem "Idea Walk" vorgestellt. Vorgestellt wurde etwa die Idee eines Festivals für Zivilcourage, das besonders junge Menschen ansprechen soll, oder die Idee eines KI-Tools, das ermöglicht, die Lebensgeschichte eines Holocaust-Opfers zu erkunden, dessen Biographie Berührungspunkte mit der eigenen Lebenswelt und den eigenen Interessen hat.
Unter anderem wurden Ideen zur Schaffung neuer Räume an Schulen, in denen Jugendliche das Thema erarbeiten können, und zu einer "Podcast-Academy" für Influencer in der Gedenkarbeit präsentiert. Mehrere der erarbeiteten Projekte fokussieren sich auf digitale Formate der Gedenkarbeit und zeitgemäße Vermittlung über Social Media für verschiedene Zielgruppen in der Jugendarbeit. In der Erwachsenenbildung sah eine Arbeitsgruppe die Möglichkeit, neue Zielgruppen zum Thema Menschenrechte zu erreichen.
Haubner: Motivation für neue Formen des Gedenkens
Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner zog im Gespräch mit der Moderatorin Rebekka Salzer ein Resümee der Veranstaltung. Er zeigte sich beeindruckt vom großen Elan und der Begeisterung, mit denen sich die Diskussionsgruppen dem schwierigen Thema des Gedenkens angenähert hätten, und den Ideen, die in den Arbeitsgruppen entstanden seien. Gedenken neu denken bedeute nicht, den Kompass zu wechseln, sondern neue Wege zu finden, um das Ziel zu erreichen. Das Ergebnis des Tages gebe ihm Hoffnung für die Zukunft und sei eine Motivation, den Weg zu neuen Formen der Gedenkarbeit weiterzugehen. Die Reise, die heute begonnen wurde, müsse weitergehen, betonte Haubner. Der Nationalfonds werde die Ergebnisse weiter bearbeiten und versuche, die präsentierten konkreten Projektideen bis zur nächsten Konferenz des Nationalfonds voranzutreiben und nach Möglichkeit bereits zur Umsetzung zu bringen. "Gedenken neu denken" sei keine einmalige Veranstaltung gewesen, sondern der Beginn einer gemeinsamen Reise. So werde Erinnerung in die Gegenwart und in die Zukunft getragen. (Schluss Konferenz) sox
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments.
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