• 19.06.2026, 17:34:02
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FPÖ – Ragger bei ELISAN in Valencia: „Wir brauchen endlich eine Pflege- und Inklusionspolitik, die hinschaut, lernt und umsetzt!“

FPÖ-Behindertensprecher fordert Blick über Tellerrand auf erfolgreiche Modelle – Venice Declaration als Arbeitsauftrag für echte Teilhabe

Wien (OTS) - 

NAbg. Mag. Christian Ragger, Behinderten- und Pflegesprecher der FPÖ und Generalsekretär von ELISAN, nahm von 15.-17. Juni 2026 im Rahmen der Generalversammlung des europäischen Sozial-Netzwerks ELISAN in Valencia an der internationalen Diskussion über politische Innovationen zur Stärkung von Menschen mit Behinderungen teil. Im Mittelpunkt standen neue Strategien für Inklusion, Pflege, Selbstbestimmung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit: „Wir müssen in Österreich endlich über den Tellerrand hinausschauen. Viele innovative und interessante Projekte zu Pflege, Betreuung und Inklusion werden direkt vor unserer Türe bereits gelebt. Wir brauchen das Rad nicht neu zu erfinden – wir müssen nur die Augen öffnen und das implementieren, was wirklich gut und erfolgversprechend ist“, erklärte Ragger.

In seinem Redebeitrag erinnerte Ragger daran, dass ELISAN vor rund 15 Jahren als kleines europäisches Netzwerk im Sozialbereich begonnen habe und sich unter seiner Tätigkeit zu einer wichtigen grenzüberschreitenden Plattform entwickelt habe. Die politische Bedeutung dieses Austauschs zeigte sich in Valencia auch daran, dass mit Ana Dávila-Ponce de León Municio, zuständige Regierungsvertreterin für Familie, Jugend und Soziales der Comunidad de Madrid, Paola Roma, Regionalrätin der Region Veneto, Emanuele Monti, Regionalrat der Lombardei und Vorsitzender der Sozialkommission, Beate Prettner, Landesrätin für Chancengleichheit in Kärnten sowie Paolo Gamba, Vizebürgermeister von Belluno, politische Entscheidungsträger aus europäischen Regionen und Städten zusammenkamen. Eingebunden waren zudem auch zentrale Vertreter öffentlicher Institutionen, wie etwa María José Rico Llorca, Präsidentin von ELISAN und Generaldirektorin des IVASS Valencia, sowie Martina Rattinger, Vertreterin des Landes Kärnten in Brüssel. „Ein starkes Netzwerk im Sozialbereich ist der Schlüssel, um gute Ideen sichtbar zu machen und in die Umsetzung zu bringen“, so Ragger.

Als Beispiel nannte er unter anderem ein frühes grenzüberschreitendes Projekt zwischen Kärnten und Slowenien. Dort seien Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen geschaffen worden – sechs Apartments in Slowenien und sechs in Kärnten. „Das war ein Pionierprojekt. Es hat gezeigt, dass Inklusion nicht an Grenzen haltmachen darf. Menschen mit Behinderungen brauchen Chancen, Teilhabe und Strukturen, die ihr Leben konkret verbessern“, betonte Ragger.

Ein zentraler Punkt sei für ihn die Frage echter finanzieller Anerkennung für Menschen mit Behinderungen. „Wir kämpfen dafür, dass Menschen mit Behinderungen nicht länger mit Taschengeld abgespeist werden. Wir wollen ein echtes Einkommen für Menschen mit Behinderungen. Das ist keine Utopie, sondern eine Frage von Würde, Gerechtigkeit und Teilhabe“, erklärte Ragger und verwies darauf, dass entsprechende Berechnungen für Österreich gezeigt hätten, dass ein solches Modell nicht nur sozial gerecht, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll sei. „Wenn Menschen mit Behinderungen arbeiten, zahlen sie Beiträge, Steuern und Abgaben. Sie sind Teil des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Inklusion ist daher nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch eine kluge Investition in unsere Gesellschaft“, so Ragger.

„Eine richtige Pflege- und Inklusionspolitik bedeutet: hinschauen, vergleichen, lernen und das Beste nach Österreich bringen. Erfolgreiche Projekte aus verschiedenen europäischen Regionen zeigen, wie konkrete Lösungen aussehen können – etwa in der gemeindenahen Betreuung, bei inklusiven Wohnformen, bei Unterstützungsangeboten im Gesundheitsbereich oder bei digitalen Hilfen für Menschen mit Behinderungen. Was wir aber derzeit erleben, ist das Gegenteil: Untätigkeit, Sparkurs und fehlender Reformwille der schwarz-rot-pinken Regierung. Menschen mit Behinderungen, ihre Familien, Angehörige und Pflegekräfte brauchen konkrete Verbesserungen. Wer Inklusion ernst nimmt, muss Barrieren abbauen – baulich, sozial, digital und politisch. Wer Pflege ernst nimmt, muss die Versorgung in den Regionen stärken und jene entlasten, die tagtäglich Verantwortung übernehmen“, sagte Ragger.

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