• 19.06.2026, 12:30:02
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KI in der Psychotherapie: Chancen nutzen, Risiken erkennen

Internationale Expert:innen diskutieren in Vorarlberg über die Zukunft künstlicher Intelligenz in der psychischen Gesundheitsversorgung

Dornbirn/Bregenz (OTS) - 

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend auch den Bereich der psychischen Gesundheit. KI-gestützte Anwendungen versprechen neue Möglichkeiten für Diagnostik, Dokumentation, Qualitätssicherung und die Unterstützung psychotherapeutischer Prozesse. Gleichzeitig stellen sich grundlegende Fragen: Welche Aufgaben können Maschinen übernehmen? Wo liegen fachliche, ethische und rechtliche Grenzen? Und welche Bedeutung kommt der menschlichen Beziehung in einer zunehmend digitalisierten Welt zu?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die internationale Fachtagung „KI in der Psychotherapie“, die am 20. Juni 2026 im vorarlberg museum in Bregenz stattfindet. Bereits am Vorabend eröffnet der renommierte Psychiater und Philosoph Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs die Veranstaltung mit seinem öffentlichen Vortrag „Zwischen Mensch und Algorithmus. Psychische Gesundheit in Zeiten von KI“ in der inatura Dornbirn.

Im Rahmen eines Pressegesprächs diskutieren Expert:innen aus Psychotherapie, Psychiatrie und Forschung aktuelle Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheitsversorgung.

KI verändert die psychische Gesundheitsversorgung bereits heute

Digitale Gesundheitsanwendungen, KI-basierte Chatbots und automatisierte Analyseverfahren werden zunehmend im Gesundheitsbereich eingesetzt. Während diese Technologien neue Möglichkeiten eröffnen, zeigen aktuelle Berichte über Datenschutzprobleme und unzureichend regulierte Anwendungen auch die Notwendigkeit klarer Qualitätsstandards und einer verantwortungsvollen Umsetzung.

Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr, ob künstliche Intelligenz in der psychischen Gesundheitsversorgung eingesetzt wird, sondern wie sie so gestaltet werden kann, dass Patient:innen, Psychotherapeut:innen und die Gesellschaft davon profitieren.

Markus Böckle: Digitalisierung braucht psychotherapeutische Expertise

Mag. Mag. Dr. Markus Böckle, MSc, Präsidiumsmitglied des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie (ÖBVP), Leiter des Departments Forschung & Wissenschaft im ÖBVP sowie Psychotherapeut, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Chancen und Herausforderungen digitaler Entwicklungen für die Psychotherapie.

Künstliche Intelligenz kann psychotherapeutische Versorgung sinnvoll unterstützen. Gleichzeitig braucht es klare Qualitätsstandards, Datenschutz und die aktive Einbindung psychotherapeutischer Expertise. Die Frage ist nicht, ob KI kommt, sondern wie wir sie verantwortungsvoll gestalten.

Michael Kögler: Versorgung und Zugänglichkeit im Blick behalten

Mag. Michael Kögler, MSc, Vorsitzender des Vorarlberger Landesverbandes für Psychotherapie (VLP), Psychotherapeut und Unternehmensberater, beleuchtet die Auswirkungen digitaler Technologien auf die Versorgungspraxis.

Digitale Technologien können den Zugang zu Unterstützung erleichtern und neue Wege in der Versorgung eröffnen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass Menschen auch künftig qualitätsgesicherte psychotherapeutische Behandlung und persönliche Begleitung erhalten.“

Ueli Kramer: Forschung statt Technik-Euphorie

Prof. Dr. Ueli Kramer, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychotherapieforscher und klinischer Psychotherapeut an der Universität Lausanne, Schweiz, forscht zu Wirkmechanismen psychotherapeutischer Prozesse und deren wissenschaftlicher Evaluation.

Die Diskussion über KI sollte weder von Euphorie noch von Angst bestimmt werden. Entscheidend ist die wissenschaftliche Frage, welche Anwendungen tatsächlich einen Nutzen für Patientinnen und Patienten bringen und welche Versprechen kritisch geprüft werden müssen.“

Katharina Kubera: Sicherheit und Verantwortung im Mittelpunkt

Prof. Dr. Katharina Kubera, MSc, geschäftsführende Oberärztin an der Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bringt die psychiatrische und medizinische Perspektive in die Diskussion ein.

Digitale Technologien können die psychische Gesundheitsversorgung bereichern. Gerade bei psychischen Erkrankungen müssen jedoch Sicherheit, Transparenz und die Wahrung menschlicher Verantwortung oberste Priorität haben.

Dialog über die Zukunft psychischer Gesundheitsversorgung

Die Fachtagung bringt internationale Expert:innen aus Psychotherapie, Psychiatrie, Philosophie, Ethik und KI-Forschung zusammen. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen wissenschaftlich einzuordnen und Orientierung für Fachpersonen, Medien, Politik und Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Veranstalter:innen sehen die kommenden Jahre als entscheidend für die Gestaltung digitaler Innovationen im Gesundheitsbereich. Die Herausforderung besteht darin, technologische Möglichkeiten mit wissenschaftlicher Evidenz, ethischer Verantwortung und der Bedeutung menschlicher Beziehungen zu verbinden.

Rückfragen & Kontakt

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Fabienne Patek, MSc
Telefon: +43 676 306 59 41
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.psychotherapie.at

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