• 18.06.2026, 13:41:32
  • /
  • OTS0124

Billigkäufe aus Fernost als Sicherheitsrisiko: WKNÖ startet Kampagne „echt hier. echt sicher.“

DIESE AUSSENDUNG WURDE KORRIGIERT
NEUFASSUNG IN AUSSENDUNG OTS_20260618_OTS0132

St. Pölten (OTS) - 

Viele Produkte von internationalen Billigplattformen gelangen über andere EU-Länder nach Österreich – und landen damit oft ungeprüft bei Konsumentinnen und Konsumenten. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich macht mit der Kampagne „echt hier. echt sicher.“ auf Produktsicherheit, Haftung und Verantwortung beim Online-Shopping aufmerksam.

In Märchen ist es der Apfel der bösen Hexe, der Schneewittchen vergiftete. Im echten Leben könnte es heute ein gelbes Prinzessinnenkleid für Mädchen sein, das von einem chinesischen Händler über TEMU verkauft und im Februar 2026 zurückgerufen wurde. Grund dafür war eine erhöhte Belastung mit Chrom VI: Laut Produktrückruf überschritt die Migration des Schadstoffs aus dem Textiletikett den gesetzlichen Grenzwert und stellte ein Vergiftungsrisiko dar. Unabhängige Tests und Produktrückrufe zeigen: Das ist kein Einzelfall.

Warenströme laufen oft nicht über Österreich

Das Problem beginnt nicht erst beim Öffnen des Pakets, sondern oft schon beim Weg der Ware nach Europa. Viele Billigprodukte aus Fernost kommen nicht direkt über Österreich in den EU-Binnenmarkt, sondern über andere europäische Knotenpunkte – etwa Belgien oder Budapest. Wird ein Paket aus China beispielsweise in Ungarn zollrechtlich abgefertigt und anschließend per Lkw nach Österreich gebracht, darf der österreichische Zoll diese Sendung nicht mehr wie eine direkte Drittlandsendung kontrollieren. Was dort durch die Kontrolle rutscht, landet daher in sehr vielen Fällen ungetestet und ungeprüft direkt bei Konsumentinnen und Konsumenten.

Smuk: Es macht einen Unterschied, wo man online einkauft

„Würden Sie online ein Spielzeug für Ihr Kind kaufen, von dem Sie nicht wissen, ob es sicher ist?“, fragt Alexander Smuk, Obmann des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels der WKNÖ. Genau darum gehe es bei der neuen Awareness-Kampagne „echt hier. echt sicher.“: „Wir wollen Konsumentinnen und Konsumenten nicht bevormunden, sondern bewusst machen, dass es einen Unterschied macht, wo man online einkauft. Wer bei einem niederösterreichischen Onlinehändler bestellt, kauft bei jemandem, der kontrolliert wird, erreichbar ist und Verantwortung übernimmt.“

Untersuchungen entlarven Sicherheitsmängel

Unabhängige Tests zeigen, wie groß das Risiko sein kann. Die Arbeiterkammer Oberösterreich und GLOBAL 2000 untersuchten 20 über Temu und Shein gekaufte Kleidungsstücke; sieben davon wurden als nicht verkehrsfähig eingestuft. Eine über Temu gekaufte Damenjacke überschritt den EU-Grenzwert für Perfluorcarbonsäuren, sogenannte PFCA, um das 4.154-Fache.

Auch Greenpeace Österreich fand in mehreren Shein-Jacken verbotene PFAS-Gifte; eine Damen-Outdoorjacke überschritt den geltenden Grenzwert laut Greenpeace um das 3.269-Fache. Die Stiftung Warentest dokumentierte ebenfalls Sicherheitsmängel bei über Temu und Shein gekauften Produkten – darunter Babyartikel mit zu viel Formaldehyd, Schmuck mit gefährlich hohen Schwermetallwerten und Ladegeräte mit Mängeln.

Heimische Händler haften und sind erreichbar

Für heimische Händlerinnen und Händler gelten hingegen klare Regeln. Sie haften für ihre Produkte, müssen gesetzliche Vorgaben einhalten, werden kontrolliert und sind im Problemfall erreichbar. Genau diesen Unterschied stellt „echt hier. echt sicher.“ in den Mittelpunkt: Wer bei einem österreichischen oder niederösterreichischen Onlinehändler kauft, kauft nicht nur ein Produkt, sondern auch Rückverfolgbarkeit, Verantwortung und einen Ansprechpartner.

Transparente Lieferketten schaffen Vertrauen

Wie wichtig Rückverfolgbarkeit und Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette sind, zeigt auch das niederösterreichische Unternehmen SONNENTOR. Gründer Johannes Gutmann betont: „Bei SONNENTOR schauen wir ganz genau hin, wo unsere Rohwaren herkommen. Wir arbeiten international mit langjährigen Partnerinnen und Partnern zusammen, direkt und auf Augenhöhe. Unser Verhaltenskodex, der Code of Conduct, ist dabei die Grundlage: Er orientiert sich an internationalen Richtlinien und sichert soziale und ökologische Standards entlang unserer Lieferkette. Dazu kommen noch regelmäßige Besuche bei unseren Lieferantinnen und Lieferanten. So wissen wir, was in unseren Produkten steckt – und unsere Kundinnen und Kunden können beste Bio-Qualität mit gutem Gewissen genießen.“

Appell zu bewusstem Online-Shopping

Die Kampagne „echt hier. echt sicher.“ versteht sich als Appell zu bewusstem Online-Shopping. „Denn hinter heimischen Onlineshops stehen Unternehmen, die für ihre Produkte geradestehen und europäische Standards erfüllen müssen“, betont Smuk.

www.echt-hier-echt-sicher.at
[email protected]

Rückfragen & Kontakt

Wirtschaftskammer NÖ, Kommunikation
DI (FH) Bernhard Tröstl
Telefon: +43 2742 851 14100
E-Mail: [email protected]
Website: https://wko.at/noe

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HKN

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel