• 18.06.2026, 13:36:02
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Medizinstudium: ÖH unterstützt Forderung nach Ende der Basisausbildung

Rund um den MedAT wird erneut über den Zugang zum Medizinstudium diskutiert. Die ÖH betont, dass auch der Übergang in die ärztliche Ausbildung strukturell verbessert werden muss.

Wien (OTS) - 

Die ÖH unterstützt die Forderungen der Hochschulvertretungen an den medizinischen Universitäten und Fakultäten nach einer Abschaffung der verpflichtenden Basisausbildung. Nach dem Abschluss des Humanmedizinstudiums müssen Absolvent_innen in Österreich derzeit eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren, bevor sie ihre Facharztausbildung beginnen können. Dieses Modell, das 2015 eingeführt wurde, sollte ursprünglich klinische Grundkompetenzen vermitteln und den Übergang in die Facharztausbildung strukturieren.

Aus Sicht der ÖH zeigt sich jedoch zunehmend, dass die tatsächlichen Inhalte vielfach bereits durch das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ) im Studium abgedeckt werden. Gleichzeitig besteht österreichweit ein Mangel an Ausbildungsplätzen, wodurch die Basisausbildung strukturelle Engpässe zur Folge hat. Immer wieder berichten Absolvent_innen von langen Wartezeiten, fehlenden Ausbildungsstellen und unsicheren Perspektiven nach dem Studienabschluss. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass hochqualifizierte Absolvent_innen nach sechs Jahren Studium nicht unmittelbar in ihre weitere Ausbildung einsteigen können, während gleichzeitig über einen akuten Ärzt_innenmangel diskutiert wird“, sagt Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz.

Die ÖH warnt davor, dass dieser Engpass dazu führt, dass junge Mediziner_innen entweder fachfremden Tätigkeiten nachgehen oder ihre Ausbildung im Ausland fortsetzen. Dort ist der direkte Einstieg in die Facharztausbildung in vielen Fällen möglich. „Die Basisausbildung ist in ihrer aktuellen Ausgestaltung zu einem zusätzlichen Hindernis geworden. Statt den Berufseinstieg zu erleichtern, erzeugt sie Verzögerungen und verschärft den Druck auf das Gesundheitssystem“, betont Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – steigende Patient_innenzahlen und eine bevorstehende Pensionierungswelle vieler Ärzt_innen – sieht die ÖH dringenden Handlungsbedarf. Ausbildungswege müssten effizienter gestaltet und unnötige strukturelle Hürden abgebaut werden. „Wir dürfen es uns nicht leisten, gut ausgebildete Absolvent_innen durch vermeidbare Engpässe zu verlieren. Ein direkter und planbarer Einstieg in die ärztliche Ausbildung ist entscheidend für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung“, erklärt Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.

Die ÖH unterstützt daher ausdrücklich die gemeinsame Forderung der ÖH-Vertretungen an den Medizinischen Universitäten Innsbruck, Wien und Graz, der Studienvertretung Humanmedizin Linz sowie der ÖH an der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems nach einer Abschaffung der verpflichtenden Basisausbildung beziehungsweise nach alternativen Modellen zur kurzfristigen Entschärfung der Engpässe. Abschließend betont die ÖH, dass eine Reform der medizinischen Ausbildung gemeinsam mit ausreichender Finanzierung der Hochschulen und Gesundheitseinrichtungen gedacht werden müsse, um eine qualitativ hochwertige und flächendeckende medizinische Versorgung in Österreich langfristig sicherzustellen.

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