- 17.06.2026, 14:32:10
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Zehn Jahre „Gut leben mit Demenz“ – gemeinsam Zukunft gestalten
8. Arbeitstagung der Plattform Demenzstrategie
Rund 170.000 Menschen leben derzeit in Österreich mit einer Form von Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung könnte diese Zahl bis 2050 auf mehr als 290.000 ansteigen. Gleichzeitig zeigen internationale Studien, dass bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen durch die Reduktion bekannter Risikofaktoren potenziell vermeidbar wären oder verzögert werden könnten. Vor diesem Hintergrund stand die 8. Arbeitstagung der Plattform Demenzstrategie unter dem Motto „Potentiale erkennen, Zukunft gestalten“. Sie fand auf Einladung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) und unter organisatorischer Umsetzung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) am 16. Juni 2026 in Wien statt. Rund zehn Jahre nach dem Start der österreichischen Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ zogen Expert:innen aus Gesundheitswesen, Pflege, Wissenschaft, Sozialbereich sowie Betroffenenorganisationen Bilanz und diskutierten, welche Maßnahmen künftig notwendig sind, um Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen bestmöglich zu unterstützen.
„Hinter jeder Demenzdiagnose steht ein Mensch mit seiner eigenen Geschichte, seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen – und oft auch Angehörige, die tagtäglich begleiten und unterstützen. Demenz verändert vieles, doch Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität bleiben zentrale Ziele. Dafür braucht es Information, wohnortnahe Unterstützung und einen respektvollen Umgang mit Betroffenen. Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Arbeitstagung der Plattform Demenzstrategie, deren Engagement und Expertise wesentlich dazu beitragen, die Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiterzuentwickeln“, betonte Gesundheitsministerin Korinna Schumann in ihrem Eröffnungsstatement.
Demenz betrifft die gesamte Gesellschaft
Demenz zählt zu den großen gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Der Österreichische Demenzbericht 2025 zeigt, dass neben einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung vor allem Prävention, soziale Teilhabe und demenzfreundliche Lebenswelten an Bedeutung gewinnen.
Die österreichische Demenzstrategie verfolgt seit 2015 das Ziel, Menschen mit Demenz ein möglichst selbstbestimmtes und gutes Leben zu ermöglichen. Zehn Jahre nach ihrem Start zeigt die Strategie Wirkung: Die Plattform Demenzstrategie vernetzt Akteurinnen und Akteure aus ganz Österreich, Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen bringen ihre Perspektiven aktiv ein.
Menschen mit Demenz aktiv einbinden
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeitstagung lag auf der Beteiligung von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen. In Dialogformaten brachten sie ihre Erfahrungen und Perspektiven direkt in die Diskussion ein. Das entspricht einem Grundprinzip der österreichischen Demenzstrategie: Maßnahmen sollen nicht über Menschen mit Demenz, sondern gemeinsam mit ihnen entwickelt werden.
„Die Demenzstrategie zeigt, dass wir am meisten erreichen, wenn wir bestehende Stärken verbinden, voneinander lernen und gemeinsam weiterdenken – immer mit dem Menschen im Mittelpunkt,“ sagt Paulina Wosko, Projektleiterin der Demenzstrategie an der Gesundheit Österreich.
Internationale Perspektiven, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Praxisbeispiele aus Österreich lieferten zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung der Strategie. Im Rahmen der Veranstaltung wurden außerdem weitere Demenz.Aktivgemeinden ausgezeichnet. Sie setzen beispielsweise auf Informations- und Sensibilisierungsangebote für die Bevölkerung, demenzfreundliche Begegnungsräume, Schulungen für Mitarbeiter:innen in Gemeinden und Vereinen sowie Maßnahmen zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit Demenz.
Die Arbeitstagung machte deutlich: Ein gutes Leben mit Demenz erfordert ein Zusammenspiel von Gesundheitsversorgung, Pflege und einer Gesellschaft, die Menschen mit Demenz Teilhabe ermöglicht.
Mit einer älter werdenden Bevölkerung gewinnt das Thema weiter an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen aktuelle Erkenntnisse, dass Gesundheitsförderung, Prävention und soziale Verbundenheit wichtige Beiträge leisten können, um Demenz vorzubeugen oder ihren Verlauf positiv zu beeinflussen. Um Menschen mit Demenz und ihren Familien auch künftig bestmöglich zu unterstützen, braucht es abgestimmte Maßnahmen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sowie die aktive Mitwirkung von Wissenschaft, Praxis, Zivilgesellschaft und Betroffenen.
Die Plattform Demenzstrategie bleibt dabei ein zentrales Forum für Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Weiterentwicklung einer demenzfreundlichen Gesellschaft.
Über die Plattform Demenzstrategie
Die österreichische Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ wurde 2015 im Auftrag des Sozial- und Gesundheitsministeriums entwickelt. Sie verfolgt das Ziel, Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen ein möglichst selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Plattform Demenzstrategie vernetzt Akteurinnen und Akteure aus Gesundheits- und Sozialwesen, Wissenschaft sowie Betroffenenorganisationen und begleitet die Umsetzung der Strategie.
Mehr Informationen: www.demenzstrategie.at
Bilder unter: Zehn Jahre Demenzstrategie: Gemeinsam Zukunft gestalten | Gesundheit Österreich
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Mag.a Patricia Huber, MSc.
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