- 17.06.2026, 10:45:32
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Warnungen ignoriert – Höhere Spirituosensteuer verschärft Lage von Wirten und Bars
WKÖ-Rainer: „Bedenken der Branche nicht berücksichtigt – zusätzliche Belastung in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten schwächt Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftsstandort“
Die Bundesregierung hat im Rahmen des präsentierten Budgetbegleitgesetzes die Erhöhung der Steuer auf Spirituosen beschlossen. Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat sich gemeinsam mit Vertretern der Lebensmittelindustrie im Vorfeld nachdrücklich gegen diese Maßnahme ausgesprochen und seine Bedenken in zahlreichen Gesprächen sowie einem gemeinsamen Positionspapier dargelegt.
„Wir haben uns mit Nachdruck gegen diese Steuererhöhung eingesetzt und die negativen Folgen für Gastronomie, Hotellerie und den gesamten Tourismusstandort Österreich klar aufgezeigt. Leider wurden unsere Argumente nicht berücksichtigt“, erklärt Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie.
Der Fachverband verwies im Zuge der Diskussion insbesondere auf die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Seit dem Ende der Pandemie sind Kosten für Energie, Personal, Wareneinsatz und Finanzierung deutlich gestiegen. Gleichzeitig können diese Mehrkosten vielfach nicht an die Gäste weitergegeben werden. Die Folge sind stagnierende beziehungsweise rückläufige Betriebsergebnisse in weiten Teilen der Branche.
Besonders kritisch bewertet der Fachverband die zusätzlichen Belastungen für die Nachtgastronomie. Bars, Nachtklubs und Diskotheken stehen bereits seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Höhere Steuern auf Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke verschärfen diese Situation zusätzlich und könnten weitere Betriebsschließungen nach sich ziehen.
„Die Branche kämpft seit Jahren mit stark steigenden Kosten, einer gedämpften Konsumstimmung und rückläufigen Erträgen. Eine zusätzliche steuerliche Belastung kommt genau zum falschen Zeitpunkt. Viele Betriebe verfügen schlicht nicht über die wirtschaftlichen Spielräume, um diese Mehrkosten aufzufangen“, so Rainer.
Der Fachverband hat zudem darauf hingewiesen, dass die erwarteten Steuermehreinnahmen keineswegs gesichert seien. Höhere Preise könnten zu einem Rückgang der Nachfrage sowie zu Ausweichbewegungen auf andere Produkte führen. Darüber hinaus würde Österreich nach der Steuererhöhung im Vergleich zu mehreren Nachbarländern deutlich höhere Steuersätze auf Spirituosen aufweisen.
Ungeachtet der nunmehr beschlossenen Maßnahme wird sich der Fachverband weiterhin für wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für Gastronomie und Hotellerie einsetzen. „Unsere Betriebe sind ein wesentlicher Teil des österreichischen Tourismus und schaffen Arbeitsplätze in allen Regionen des Landes. Gerade deshalb werden wir uns auch künftig mit Nachdruck dafür einsetzen, zusätzliche Belastungen für die Branche zu verhindern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken“, betont Rainer abschließend. (PWK302/EL)
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