• 16.06.2026, 10:46:02
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Erwachsenenbildung braucht frische Impulse! AK Oberösterreich fordert mehr Unterstützung bei Wunsch nach Weiterbildung

Linz (OTS) - 

Der rasante technologische Fortschritt erfordert ständiges Dazulernen. Allerdings fällt die Unterstützung seitens der Politik gering aus. Laut Arbeitsklima-Index der AK Oberösterreich haben im Vorjahr 42 Prozent der Beschäftigten an Maßnahmen und Schulungen zur beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Weiterbildung fördert Arbeitszufriedenheit, beruflichen Erfolg, Gesundheit und wirtschaftliche Innovation. „Hier braucht es auch in budgetär angespannten Zeiten neue bildungspolitische Impulse“, so AK-Präsident Andreas Stangl.

Die Bereitschaft der Arbeitnehmer:innen sich weiterzubilden ist zwar groß, das österreichische Bildungssystem schafft es jedoch nicht, sozio-ökonomische Unterschiede auszugleichen. Im Gegenteil: Es hindert viele Menschen daran, ihr Potenzial auszuschöpfen. So wird Bildung nach wie vor stark vererbt. Nur vier Prozent der Schüler:innen an einer AHS-Oberstufe haben Eltern mit höchstens Pflichtschulabschluss, in der BHS sind es fünf Prozent. Auch im Berufsleben führt ein höherer Bildungsabschluss dazu, sich verstärkt weiterzubilden. Knapp drei von zehn Arbeitnehmer:innen mit maximal Pflichtschluss haben in den letzten zwölf Monaten an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen, bei Arbeitnehmer:innen mit Hochschulabschluss waren es hingegen sechs von zehn.

Damit insbesondere Arbeitnehmer:innen mit geringer formaler Bildung Zugang zu Weiterbildung haben, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Bildungsabschlüsse nachzuholen, bedeutet jedoch oft hohe finanzielle, zeitliche und persönliche Belastung für Bildungswillige. Dennoch kann nur so dem strukturellen Vererben von Bildung ein Ende gesetzt werden. Daher ist für eine längere Ausbildung und berufliche Neuorientierung eine entsprechende finanzielle Absicherung notwendig.

Kürzungen durch Landespolitik erschweren Weiterbildung
Auch die oberösterreichische Landespolitik würdigt die Weiterbildungsbereitschaft wenig. Mit 1. Jänner 2026 wurden die Mittel des OÖ. Bildungskonto erneut massiv gekürzt und die Förderperiode auf 2028 gestreckt. Dabei ist es eines der wichtigsten Instrumente zur Finanzierung berufsbezogener Weiterbildung. Bildungsmotivierte haben daher de facto weniger Förderung zur Verfügung. Gestrichen wurde zudem die höhere Förderung von Personen ab dem 50. Lebensjahr mit geringem Einkommen und von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss. Die Förderungen beim Nachholen eines Lehrabschlusses wurden ebenfalls gekürzt. Gänzlich aufgelassen wurde die erhöhte Förderschiene für höherwertige digitale Ausbildungen. In Zeiten rasanter digitaler und technologischer Entwicklungen erscheint dies völlig unverständlich.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert

  • den Ausbau des OÖ. Bildungskontos: Das individuelle Bildungskonto soll erhöht, der allgemeine Fördersatz von derzeit 30 auf 50 Prozent angehoben und ein prozentuell höher gefördertes, spezielles Bildungskonto für bildungs- bzw. arbeitsmarktfernere Zielgruppen (z.B. Personen mit maximal Pflichtschulabschluss) und zukunftsgerichtete Segmente (z.B. höherwertige digitale und klimarelevante Ausbildungen) wieder eingeführt werden.
  • den Ausbau und die langfristige Absicherung von Initiativen zur kostenlosen Basisbildung und zum Nachholen eines Pflichtschulabschlusses.
  • kostenlose Vorbereitungskurse für das Nachholen von Lehrabschlüssen samt Übernahme der Prüfungsgebühren und allfälliger Materialkosten, auch für Wiederholungsprüfungen im zweiten Bildungsweg.
  • kostenlose Kompetenzfeststellung samt allenfalls erforderlicher Weiterbildung für den Erwerb eines Lehrabschlusses.
  • eine Attraktivierung der Abendschulen, insbesondere der berufsbegleitenden HTL-Ingenieur:innen-Ausbildung: Ein neuer, erwachsenengerechter Lehrplan, mit dem die Wochenstundenzahl reduziert wird, soll entwickelt werden. Der Bezug eines Fachkräftestipendiums muss möglich sein.
  • einen Rechtsanspruch auf eine Woche Bildungsfreistellung pro Jahr, um Weiterbildung bei aufrechter Beschäftigung zu fördern.
  • ein existenzsicherndes Qualifizierungsgeld mit Rechtsanspruch, um berufliche Um- und Neuqualifizierung und längere Ausbildungen zu ermöglichen. Gefördert werden sollen Qualifizierungen, die arbeitsmarktpolitisch sinnvoll sind.
  • eine Weiterbildungsstrategie mit dem Ziel, lebensbegleitendes Lernen und das Nachholen von Bildungsabschlüssen zu forcieren.

Hier finden Sie die ausführliche Pressekonferenzunterlage sowie ein Foto von AK-Präsident Andreas Stangl und Mag. Gerhard Hofer, Leiter der Abteilung Bildung und Kultur.
Fotocredit: AK OÖ / David Ruis

Rückfragen & Kontakt

Arbeiterkammer Oberösterreich
Hans Promberger
Telefon: +43 (0)50/6906-2161
E-Mail: [email protected]
Website: https://ooe.arbeiterkammer.at

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