- 12.06.2026, 12:08:32
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"Ältere Generation ist kein Lückenbüßer für Budgetfehler der Regierung"
PVÖ kritisiert NEOS, die bei Altersteilzeit kürzen wollen, anstatt endlich wirksame Maßnahmen gegen Altersarbeitslosigkeit zu setzen.
„Weil sich die Koalitionsparteien bei der Eindämmung des ‚Zwischenparkens‘ von Arbeitskräften beim AMS völlig verhakt haben, soll nun offenbar die Altersteilzeit weiter zusammengestutzt werden – dort, wo es politisch am einfachsten ist: bei der älteren Generation“, kritisiert Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), die aktuellen Budgetpläne der NEOS. „Das ist nichts anderes als ein bequemes Ausweichen vor den eigentlichen Problemen am Arbeitsmarkt – und ein weiterer sozialpolitischer Schlag ins Gesicht jener Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben.
„Billige Gießkannen-Polemik auf Kosten der Älteren“
Besonders scharf geht Gerstorfer mit den NEOS ins Gericht, die öffentlich davon sprechen, die Altersteilzeit „zusammenzustutzen“ und sie nur noch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen offen zu halten und damit die Kosten von rund 600 Mio. Euro auf 200 Mio. Euro zu drücken. „Wer ein bewährtes Instrument der Arbeitswelt im höheren Erwerbsalter pauschal als ‘teure Gießkanne’ diffamiert, betreibt bewusst Stimmung gegen ältere Arbeitnehmer*innen“, so Gerstorfer.
Auch die von der ÖVP ins Spiel gebrachte Bemessungsobergrenze von 75 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage – derzeit rund 5.200 Euro – ist für den PVÖ kein sozialer Wurf, sondern ein weiterer Schritt, das Instrument systematisch auszuhöhlen. „Zuerst wird die Altersteilzeit schrittweise eingeschränkt, dann wird mit Deckeln, Zielgruppen-Verengung und neuen Hürden gearbeitet. In Summe ergibt das de facto eine dauerhafte Verunsicherung für alle, die kurz vor der Pension stehen“, kritisiert Gerstorfer, die auch darauf verweist, dass Altersteilzeit bereits in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft und zeitlich begrenzt wurde. „Wenn man die Einsparungen beim ‚Zwischenparken‘ von Arbeitskräften beim AMS nicht zustande bringt, dann muss man eben bessere, gerechte Lösungen finden – und nicht reflexartig zur Brieftasche der älteren Generation greifen“, so Gerstorfer.
Ältere Arbeitnehmer*innen tragen schon jetzt die Hauptlast
Der PVÖ erinnert daran, dass ältere Arbeitnehmende und Pensionist*innen bereits heute in vielfacher Weise zur Budgetstabilisierung beitragen – etwa durch erhöhte Krankenversicherungsbeiträge, real sinkende Kaufkraft und steigende Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig steigen die Risiken von Langzeitarbeitslosigkeit gerade ab 55 Jahren deutlich, während vielen Betroffenen der Wiedereinstieg faktisch verwehrt bleibt. „Altersteilzeit ist kein Luxus, sondern für viele ein notwendiges Instrument, um überhaupt bis zur Pension durchhalten zu können. Wer hier kürzt, setzt ein fatales Signal: Die ältere Generation ist der einfachste Sparposten. Dagegen werden wir uns mit aller Kraft wehren.“ (Schluss)
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Unabhängiger Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner, MSc
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