- 12.06.2026, 10:39:04
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Zentralverband Spedition & Logistik begrüßt die von Minister Hanke vorgestellte Logistikstandortstrategie
Stakeholder-Prozess wichtiger Schritt – Branche fordert rasche Umsetzung, klares Monitoring und verbindlichen Fahrplan
Der Zentralverband Spedition & Logistik begrüßt die Ergebnisse des von Bundesminister Peter Hanke initiierten Stakeholder-Prozesses zur Weiterentwicklung des Logistikstandortes Österreich ausdrücklich. Der Zentralverband hatte einen solchen strukturierten Dialogprozess bereits seit längerem gefordert und sich aktiv und umfassend in die Erarbeitung eingebracht.
„Der von uns geforderte und von Bundesminister Hanke eingelöste Stakeholder-Prozess war ein wichtiger Schritt. Die Branche hat sich intensiv eingebracht und umfangreiche Vorschläge vorgelegt. Gemeinsam mit anderen Stakeholdern liegen nun konkrete Problembeschreibungen, Analysen und zahlreiche Lösungsansätze am Tisch. Die Herausforderungen sind bekannt, die Maßnahmen identifiziert. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Analysen und Maßnahmenlisten konkrete Umsetzungen werden“, erklärt Alexander Friesz, Präsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik.
Die Identifikation von rund 100 prioritären Maßnahmen zeigt, dass die zentralen Herausforderungen des Logistikstandortes erkannt wurden. Nun braucht es jedoch eine klare Governance-Struktur, ein konsequentes Monitoring und einen verbindlichen Umsetzungsfahrplan.
„Aus unserer Sicht sollte nun rasch ein Steering Committee unter Federführung des Bundesministers eingerichtet werden. Dieses sollte die Umsetzung koordinieren, Prioritäten festlegen und insbesondere die dringendsten Maßnahmen unmittelbar auf den Weg bringen. Andere Themen können selbstverständlich in den Arbeitsgruppen weiter vertieft werden. Entscheidend ist jedoch, akute Probleme des Logistikstandortes sofort in Angriff zu nehmen“, so Friesz.
Als zentrale Schwerpunkte der weiteren Arbeit sieht der Zentralverband insbesondere:
· Koordinierte Planung von Infrastrukturmaßnahmen im Straßen-, Schienen- und kombinierten Güterverkehr,
· Technologieoffene Dekarbonisierung des Güterverkehrs einschließlich des Aufbaus der notwendigen Lade- und Tankinfrastruktur (dazu zählt auch die gesonderte Förderung von Wasserstoff-LKW und die rasche Umsetzung eines Basistankstellennetz),
· Effiziente Genehmigungs- und Planungsverfahren,
· Sicherung logistikrelevanter Flächen und stärkere Einbindung der Energiewirtschaft,
· Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Standort Österreich, insbesondere bei LKW-Fahrverboten, LKW-Geschwindigkeitsbeschränkungen, der LKW-Maut sowie bei Längen und Maßen von Fahrzeugen.
Neben den langfristigen Projekten gibt es auch eine Reihe von Maßnahmen, die kurzfristig und mit vergleichsweise geringem Aufwand umgesetzt werden könnten.
„Ein gutes Beispiel ist die frühzeitige Bekanntgabe der LKW-Mauttarife. Die derzeit sehr späte Veröffentlichung erschwert die Kalkulation gegenüber Kunden erheblich. Hier könnte rasch mehr Planungssicherheit geschaffen werden. Solche Quick Wins sollten jetzt konsequent umgesetzt werden“, betont Friesz.
Großen Handlungsbedarf sieht die Branche auch bei der Dekarbonisierung des Güterverkehrs.
„Die Transformation wird nur gelingen, wenn Unternehmen langfristig planen können. Dafür braucht es verlässliche und adäquat dotierte Förderinstrumente wie eMove Austria, ENIN und LADIN für Fahrzeuge und Infrastruktur sowie einen konkreten Fahrplan für den Ausbau der Energie-, Lade- und Tankinfrastruktur. Gerade hier besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf“, ergänzt Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbandes Spedition & Logistik.
Besonders wichtig ist nun ein transparentes Monitoring der Umsetzung.
„Es muss klar nachvollziehbar sein, welche Maßnahmen bis wann umgesetzt werden sollen und wo der aktuelle Umsetzungsstand liegt. Die Strategie wird letztlich nicht an der Zahl der Workshops, Arbeitsgruppen oder Maßnahmenkataloge gemessen werden, sondern daran, wie viele Verbesserungen tatsächlich umgesetzt werden. Daran wird sich auch der Erfolg des gesamten Prozesses messen lassen.“
Die österreichische Logistikbranche beschäftigt rund 250.000 Menschen und erwirtschaftet jährlich mehr als 20 Milliarden Euro Wertschöpfung. Sie sichert die Versorgung von Industrie, Handel und Bevölkerung und zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Wachstum.
„Die Logistik-Standortstrategie bietet die Chance, gemeinsam mit Wirtschaft, Experten und Politik konkrete Verbesserungen für den Standort Österreich zu erreichen. Die Herausforderungen sind bekannt, die Lösungsansätze liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es den Mut, Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und die Umsetzung konsequent voranzutreiben“, so Friesz abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Zentralverband Spedition & Logistik [email protected]
Charmaine Vokoun
Telefon: +43 (0)1 512 35 38
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.spediteure-logistik.at
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