• 12.06.2026, 06:00:33
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Österreichs Holzindustrie: Stabilität trotz schwacher Konjunktur

Marktausblick von Unsicherheit geprägt; EU-Entwaldungsverordnung bleibt Belastung; Holzverwendung und aktive Waldbewirtschaftung stärken den Klimaschutz

Wien (OTS) - 

Österreichs Holzindustrie hat sich im Jahr 2025 stabil und widerstandsfähig gezeigt. „Trotz der schwachen Konjunktur und des unsicheren politischen Umfelds haben sich unsere Mitgliedsunternehmen behauptet. Unsere Betriebe haben möglichst viele Arbeitsplätze gesichert und den Wirtschaftsstandort Österreich gestützt“, erklärt Erlfried Taurer, Obmann des Fachverbands der Holzindustrie Österreichs. Der Absatz der produzierten Waren der 1.256 Mitgliedsunternehmen lag 2025 bei rund 10 Milliarden Euro. Traditionell ist die österreichische Holzindustrie stark exportorientiert. Der Außenhandelsüberschuss betrug im Jahr 2025 rund 1,95 Milliarden Euro. „Trotz dieser nominell stabilen Kennzahlen besteht kein Anlass zum Jubeln. Die höheren Umsätze sind vielfach auf gestiegene Preise zurückzuführen und sagen wenig über die tatsächliche Ertragslage der Unternehmen aus. Die Kosten für Energie, Personal und Logistik sind deutlich gestiegen, insbesondere seit der militärischen Eskalation am Persischen Golf“, betont Taurer.

Marktausblick von Unsicherheit geprägt

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung bleibt von großer Unsicherheit geprägt. „Verlässliche Planungen sind derzeit kaum möglich. Das politische Umfeld bleibt höchst unsicher. International folgt eine Krise auf die nächste; meist noch bevor die vorherige gelöst wurde. Besonders der Konflikt um den Iran treibt die Kosten nach oben und verringert bei Unternehmen und Privathaushalten die Bereitschaft zu investieren“, bilanziert Taurer. Die Rezession hält an, eine spürbare Konjunkturerholung lässt weiter auf sich warten. Vor allem der Hochbau leidet weiterhin unter einer schwachen Investitionsdynamik und hohen Finanzierungskosten. Gleichzeitig belasten steigende Kosten und eine zunehmende Regulierungsdichte die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

„Viele Unternehmen würden gerne investieren. Dafür müssen die Rahmenbedingungen aber passen. Genau daran hapert es derzeit oft“, sagt Taurer und fordert: „Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung setzt voraus, dass Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Mittelpunkt der politischen Agenda rücken. Gerade beim Bürokratieabbau sind den großen Ankündigungen – insbesondere auf EU-Ebene – bislang nur wenige konkrete Maßnahmen gefolgt. Wenn unsinnige Vorhaben lediglich um zwei Jahre verschoben werden, ist das kein Bürokratieabbau. Dann handelt es sich nur um Bürokratie auf Wiedervorlage. Asien und die USA haben bei Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum deutlich an Tempo gewonnen. Europa muss nun aufholen und die richtigen Prioritäten setzen.

EU-Entwaldungsverordnung bleibt Belastung

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) bleibt für die österreichische Forst- und Holzwirtschaft eine erhebliche Herausforderung. „Zum Jahresende 2025 konnten wichtige Anpassungen erreicht werden, die die schlimmsten bürokratischen Exzesse verhindert haben. Dennoch wird die EUDR zusätzliche Nachweis- und Dokumentationspflichten für Millionen von Waldbesitzern mit sich bringen“, erklärt Taurer.

Aus Sicht der Holzindustrie werden Ländern ohne relevantes Entwaldungsrisiko wie Österreich damit zusätzliche bürokratische Anforderungen auferlegt, obwohl die nachhaltige Waldbewirtschaftung bereits durch bestehende nationale Regelungen sichergestellt ist. „Bei der Umsetzung der EUDR braucht es daher praktikable und rechtssichere Lösungen. Ziel muss sein, den Verwaltungsaufwand auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken und die Versorgungssicherheit entlang der Wertschöpfungskette Holz nicht zu gefährden“, fordert Taurer. Die Politik sei nun gefordert, die neuen Vorgaben möglichst einfach, effizient und praxisnah umzusetzen.

Holzverwendung und aktive Waldbewirtschaftung stärken den Klimaschutz

Die österreichische Holzindustrie betont die zentrale Rolle von Holz für den Klimaschutz. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der während seines Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre aufnimmt und Kohlenstoff langfristig speichert. Durch die Verwendung von Holz in langlebigen Produkten und Gebäuden bleibt dieser Kohlenstoff über Jahrzehnte gebunden. Gleichzeitig ersetzt Holz energie- und emissionsintensive Materialien aus endlichen Rohstoffquellen. „Holz ist einer der wirksamsten Hebel für den Klimaschutz. Wer Holz verwendet, speichert Kohlenstoff und vermeidet gleichzeitig Emissionen, die bei der Herstellung anderer Materialien entstehen würden“, erklärt Taurer.

Ebenso wichtig sei eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Durch die Verjüngung der Waldbestände werden die Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels und können weiterhin große Mengen CO₂ aufnehmen. „Klimaschutz, nachhaltige Holznutzung und aktive Waldbewirtschaftung gehören zusammen. Nur ein bewirtschafteter und klimafitter Wald kann seine ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen langfristig erfüllen“, betont Taurer.

„Der Baustoff Holz ist ein Teamplayer. Jedes Baumaterial hat seine Stärken – und genau diese gilt es zu nutzen. Durch den optimalen Einsatz der verschiedenen Materialien wird Bauen wirtschaftlicher und nachhaltiger. Holz kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten“, so Taurer abschließend.

Aktueller Branchenbericht

Weitere Informationen zur Holzindustrie Österreichs finden Sie im aktuellen Branchenbericht.

ÜBER UNS

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs vertritt die Interessen von mehr als 1.250 holzverarbeitenden Unternehmen in der Bauprodukt-, Möbel-, Platten-, Säge- und Skiindustrie sowie in weiteren holzverarbeitenden Betrieben wie der Palettenherstellung. Die Unternehmen der Holzindustrie stellen mit rund 25.200 Beschäftigten Produkte im Wert von circa 10 Milliarden Euro her und erwirtschaften einen Außenhandelsüberschuss von 1,95 Milliarden Euro. Innerhalb der Wertschöpfungskette Holz ist die Holzindustrie ein Schlüsselsektor und Ausgangspunkt für viele weitere Verwendungsmöglichkeiten für Holz. Entlang der Wertschöpfungskette Forst- und Holzwirtschaft sind mehr als 444.000 Menschen beschäftigt, besonders in den ländlichen Regionen. Die Holzindustrie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Wirtschaft.

Rückfragen & Kontakt

Fachverband der Holzindustrie Österreichs
Norman Schirmer, M.A.
Telefon: T: +43 1 712 26 01 - 21 | M: +43 676 403 7517
E-Mail: [email protected]

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