- 11.06.2026, 08:01:32
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Lueger-Präsentation: Pfeifkonzert der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen
Ohne öffentlichen Festakt stellt die Stadt Wien am Donnerstag die Lueger-Kontextualisierung vor. Jüdische Studierende protestieren mit einem Pfeifkonzert.
Am 11. Juni 2026 um 10 Uhr stellt die Stadt Wien ohne öffentlichen Festakt die Lueger-Kontextualisierung „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“ vor. Trotz dem jahrelangen Protest der jüdischen Gemeinde, welche die Entfernung der Statue und die Umbenennung des Platzes forderte, wurde die Statue des Antisemiten und Hitler-Idols Karl Lueger restauriert und wieder aufgestellt – die 776.000 Euro teure 3.5 Grad Neigung ist wie erwartet unbemerkbar, die Kontextualisierung drückt das Problem des Antisemitismus in keiner Weise aus.
Nachdem die Wiederaufstellung der restaurierten Statue am 4. Mai ohne Information der Öffentlichkeit um 4 Uhr früh erfolgte, soll nun der “Öffentlichkeit” die Statue präsentiert werden – im Rahmen einer geschlossenen Pressekonferenz mit anschließender Besichtigung.
Die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH) werden der Besichtigung mit einem lautstarken Pfeifkonzert begegnen und rufen unter dem Slogan “Feige Denkmalpolitik auspfeifen!” zu einer Protest-Kundgebung am Karl Lueger Platz auf.
Mit Redebeiträgen von: Jüdische österreichische Hochschüler:innen, Sashi Turkof (Künstlerin), Eduard Freudmann (Künstler, Schandwache), Marlene Streeruwitz (Autorin, Schandwache)
Lia Guttmann, Co-Präsidentin der JöH, kritisiert die Denkmalpolitik der Stadt: “Entgegen der jahrelangen Forderungen der Jüdischen Gemeinde steht die Lueger-Statue noch immer da – geputzt und restauriert. Durch die nichts-sagende 3.5 Grad Neigung ist die Statue schlechter kontextualisiert, als durch die Beschmierungen. Mit dieser feigen, denkmalpolitischen Lösung ist über das Problem nichts gesagt – das Problem heißt Antisemitismus!“
Milli Li Rabinovici, Co-Präsidentin der JöH, schließt sich der Kritik an: “Als jüdische Studierende sind wir schon lange enttäuscht von der Denkmalpolitik der Stadt Wien, die das Ehrendenkmal des antisemitischen Hitler-Idols Lueger einfach nicht abreißen will. Stattdessen wurden von der öffentlichen Hand 770.000 Euro für eine absurde Lösung ausgegeben, mit der niemand zufrieden ist. Die gescheiterte Kontextualisierung wird nun ohne Festakt präsentiert – steht selbst die Stadt Wien nicht zu dieser Lösung?”
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