• 08.06.2026, 13:46:02
  • /
  • OTS0112

WKNÖ-Ecker: Entgelttransparenz darf nicht zum nächsten Bürokratiemonster für Niederösterreichs Betriebe werden

Umsetzung der EU-Richtlinie braucht Hausverstand statt Gold Plating – Kollektivverträge sorgen bereits jetzt für Transparenz

St. Pölten (OTS) - 

„Gerade jetzt, in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit, können wir uns keine weiteren Belastungen für unsere Unternehmen leisten. Viele Betriebe kämpfen mit hohen Arbeitskosten, steigenden Energiepreisen und einer schwachen Konjunktur. Da ist das Letzte, was sie brauchen, ein neues Bürokratiemonster aus Brüssel, das in Österreich noch zusätzlich verschärft wird“, kritisiert Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, den Entwurf der nationalen Umsetzung zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie.

Österreich verfügt bereits über transparente Entgeltsysteme

„Wer behauptet, in Österreich herrsche Intransparenz bei den Einkommen, ignoriert die Realität. Unsere Kollektivverträge sorgen seit Jahrzehnten für nachvollziehbare und faire Entgeltstrukturen. Statt dieses System anzuerkennen, wird nun versucht, ein zusätzliches Regelwerk darüberzustülpen. Das schafft keinen Mehrwert, sondern nur neue Berichtspflichten, Dokumentationen und Rechtsrisiken“, so Ecker. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich bekennt sich klar zum Ziel der Gleichbehandlung von Frauen und Männern. Österreich verfügt jedoch bereits heute über ein bewährtes und transparentes Entlohnungssystem. Rund 98 Prozent aller Beschäftigten sind durch Kollektivverträge erfasst. Zusätzlich bestehen verpflichtende Mindestentgeltangaben in Stelleninseraten sowie Einkommensberichte in größeren Unternehmen.

Keine Übererfüllung von EU-Vorgaben

„Es darf keinesfalls zu Gold Plating kommen. Österreich darf nicht wieder Musterschüler bei der Umsetzung von EU-Vorgaben spielen und seine Unternehmen stärker belasten als andere Mitgliedstaaten. Was wir brauchen, ist eine praxistaugliche Umsetzung mit Augenmaß und das Prinzip ,beraten statt strafen‘“, fordert Ecker und bezieht sich auf die drohende Übererfüllung der EU-Vorgaben. Unternehmen müssten künftig umfangreiche Vergütungssysteme dokumentieren, Berichte erstellen und Gehaltsunterschiede detailliert rechtfertigen. Gleichzeitig drohen empfindliche Sanktionen.

Wettbewerbsfähigkeit statt neuer Belastungen

„Unsere Betriebe brauchen Entlastung statt neuer Belastungen. Wer Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit stärken will, darf den Unternehmen nicht immer neue Bürokratiepakete umhängen. Genau darum geht es jetzt bei der Entgelttransparenzrichtlinie“, so Ecker abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Wirtschaftskammer NÖ, Kommunikation
DI (FH) Bernhard Tröstl
Telefon: +43 2742 851 14100
E-Mail: [email protected]
Website: https://wko.at/noe

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HKN

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel