- 08.06.2026, 09:01:06
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Ein Jahr nach dem Amoklauf in Graz: Jahrestag kann Erinnerungen und Belastungen hervorrufen
Der BÖP sensibilisiert im Hinblick auf Retraumatisierung und betont die Wichtigkeit psychologischer Unterstützung
Am 10. Juni 2026 jährt sich der Amoklauf am BORG Dreierschützengasse in Graz zum ersten Mal – ein Ereignis, das ganz Österreich erschütterte. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) sensibilisiert daher für anhaltende Belastungen und mögliche Retraumatisierungen und macht auf frühere Hilfsangebote und bestehende Unterstützungsangebote aufmerksam.
Rasche psychologische Hilfe nach dem Amoklauf
So reagierte der BÖP unmittelbar nach der Tat:
- Er startete das Hilfsprojekt „Amoklauf in Graz – Psychologie hilft!“, an dem sich freiwillig und unentgeltlich über 90 Klinische Psycholog:innen aus Graz und Umgebung beteiligten. Sie boten unmittelbar und kostenlos klinisch-psychologische Behandlungseinheiten im Bereich Traumabewältigung und Krisenintervention für Betroffene des Amokattentats an.
- die BÖP-Fachsektionen Traumapsychologie und Notfallpsychologie erstellten umgehend das Informationsblatt „Krisenintervention nach einem Gewaltvorfall“.
Der BÖP bedankt sich ausdrücklich bei allen Kolleg:innen für ihren großartigen Einsatz.
Konsequenzen für Schulpsychologie und Waffengesetz
Das Ereignis führte zu wichtigen Veränderungen im Bereich der Schulpsychologie und des Waffengesetzes. Einerseits wurde die Schulpsychologie stark aufgestockt und ihre zentrale Bedeutung für das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Andererseits wurde das österreichische Waffengesetz verschärft. Bei beiden Maßnahmen arbeitete der BÖP umfassend mit und begrüßt diese inhaltlich sehr.
Anhaltende Belastungen, Retraumatisierung und Hilfsangebote
Der Jahrestag erinnert nicht nur an das Ereignis und die darauffolgenden Maßnahmen, sondern auch an anhaltende psychische Belastungen und die Relevanz langfristiger Unterstützung. Denn die psychischen Folgen für Betroffene, Angehörige, Einsatzkräfte und die Gesellschaft können lange nachwirken. Am Jahrestag kann es zu Trauma-Wiedererinnerungen, in manchen Fällen zu Flashbacks oder gar Retraumatisierungen und damit zu vermehrten belastenden Gefühlen und Erinnerungen kommen.
„Wir denken mit großer Betroffenheit an diesen schrecklichen Tag zurück und unser Mitgefühl gilt auch jetzt den Betroffenen und allen Angehörigen. Auch ein Jahr später sind die psychischen Auswirkungen für viele Menschen spürbar. Der Jahrestag unterstreicht die Bedeutung langfristiger und niederschwelliger psychologischer Hilfsangebote, damit Betroffene auch über die akute Krisenphase hinaus die Unterstützung erhalten, die sie benötigen“, so BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.
Klinische Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen findet man über psychnet. Über die BÖP-Serviceplattform psyhelp werden kostenfreie Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung vermittelt. Für Kinder und Jugendliche offeriert das Projekt „Gesund aus der Krise“ rasch kostenlose und österreichweite Beratungs- und Behandlungsangebote. Außerdem ist die BÖP-Helpline unter 01/504 8000 und [email protected] von Montag bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Diese Angebote stehen allen Menschen offen, die Information oder psychologische Unterstützung suchen.
Rückfragen & Kontakt
Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.boep.or.at
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