- 08.06.2026, 06:01:07
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Greenpeace zu Pool-Debatte: Allein drei Konzerne verbrauchen drei Mal mehr Wasser als alle privaten Pools zusammen - GRAFIK
voest, OMV und Lenzing AG verbrauchen jährlich 51 Millionen Kubikmeter Grundwasser – Greenpeace fordert rasche Einführung von Wasserentnahme-Register und Wasserabgabe für Industrie
Greenpeace zeigt anlässlich der hitzigen Debatte um private Pools in Dürrezeiten auf: Die österreichische Industrie verbraucht um ein vielfaches mehr Grundwasser als Privatpersonen beim Befüllen ihrer Pools zusammen. Jährlich fließen 16 Millionen Kubikmeter Wasser in Privatbecken - was unbestritten eine große Menge ist. Doch allein die voestalpine Stahl Linz, die OMV Raffinerie Schwechat und die Lenzing AG verbrauchen mit 51 Millionen Kubikmetern pro Jahr die dreifache Menge Grundwasser. Während die Poolbefüllung öffentlich am Pranger steht, bleibt der gewaltige Wasserverbrauch der Industrie meist intransparent. Greenpeace fordert von Wasserminister Norbert Totschnig, dass er das angekündigte Wasserentnahme-Register für Industrie und Landwirtschaft rasch umsetzt. Die Umweltschutzorganisation fordert zudem eine Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher, die es in Frankreich und den meisten deutschen Bundesländern bereits gibt.
Sebastian Theissing-Matei Wasserexperte bei Greenpeace: “Die Poolbefüllung ist seit Jahren ein Aufreger-Thema – und das sicherlich zurecht. Aber während wir über private Becken diskutieren, schöpfen Industrie-Konzerne in einem ganz anderen Ausmaß unser Grundwasser in Österreich ab. Dieser gewaltige Verbrauch findet oft im Verborgenen statt, ohne dass die Öffentlichkeit viel davon mitbekommt. Doch in Zeiten, in denen unsere Wasserreserven immer öfter schwinden, kann dieses industrielle Abzapfen zu handfesten Konflikten um unser Wasser führen.”
Allein drei bekannte österreichische Konzerne verbrauchen laut Geschäftsberichten und Unternehmensauskünften zusammen 51 Millionen Kubikmeter Grundwasser jährlich und damit mehr als drei Mal so viel wie alle privaten Pools des Landes zusammen. Alleine die voestalpine Stahl in Linz verbraucht mit 27 Millionen Kubikmetern beinahe doppelt so viel Grundwasser wie alle Privatpools zusammen (laut Umwelterklärung). Weitere 13 Millionen Kubikmeter Grundwasser verbraucht die OMV Raffinerie bei Schwechat (laut Unternehmensauskunft). Die Lenzing AG im oberösterreichischen Lenzing an der Ager entnimmt mit 11 Millionen Kubikmetern ebenfalls enorme Mengen Wasser aus dem Boden (laut Unternehmensauskunft). Durch die Industriekonzerne zusätzlich genutztes Oberflächenwasser aus Flüssen ist in diesen Zahlen nicht berücksichtigt.
Bei vielen weiteren Industrieunternehmen ist öffentlich gar nicht erst bekannt, wieviel Wasser sie verbrauchen. Damit bleibt auch die Größe des gesamten Grundwasserverbrauchs der österreichischen Industrie im Dunkeln. Schätzungen gehen davon aus, dass die Industrie rund ein Drittel des gesamten Grund- und Quellenwassers verbraucht. Ähnlich viel nutzen alle 4,2 Millionen österreichischen Haushalte zusammen. Rund zehn Prozent der Grundwassernutzung entfallen zudem auf die Landwirtschaft. Damit erstmals schwarz auf weiß klar ist, wieviel Grundwasser Industrie und Landwirtschaft wirklich verbrauchen, fordert Greenpeace seit Jahren ein transparentes Wasser-Entnahmeregister.
Oftmals argumentieren Industrieunternehmen, sie würden das Wasser nur „nutzen“ statt „verbrauchen“, da sie es nach dem Gebrauch in Flüsse einleiten. Doch das ist ein Trugschluss: Einmal aus dem Boden gepumpt, ist das Wasser für den lokalen Grundwasserkörper verloren. Anstatt die regionalen Reserven wieder aufzufüllen, fließt es über die Flüsse in kürzester Zeit ungenutzt aus Österreich ab. Besonders bei niedrigen Grundwasserständen verschärft dieser Entzug die Wasserkrise. Greenpeace fordert deshalb von der Bundesregierung neben der sofortigen Umsetzung des versprochenen Wasserentnahme-Registers eine Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher. In Frankreich sowie in 14 von 16 deutschen Bundesländern gibt es solche Wasser-Abgaben für die Industrie bereits.
Grafik- und Bildmaterial finden Sie unter: https://act.gp/Pools-Industrie
Unter Angabe der Credits stehen die Fotos und Grafiken kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Rückfragen & Kontakt
Sebastian Theissing-Matei
Wasserexperte
Greenpeace Österreich
Tel.: +43 664 61 03 995
E-Mail: [email protected]
Magnus Reinel
Pressesprecher
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 664 8817 2210
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