- 07.06.2026, 11:03:32
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Disoski: „Lohntransparenz macht Ungleichheit sichtbar – Bundesregierung lässt Frauen weiter warten“
Anlässlich der bis heute nicht erfolgten Umsetzung der EU-Lohntransparenz-Richtlinie übt die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, scharfe Kritik an der Bundesregierung. Obwohl die Richtlinie bis spätestens 7. Juni 2026 in nationales Recht hätte umgesetzt werden müsse, liegt noch immer kein Gesetzesentwurf vor.
„Die Bundesregierung hat die Umsetzungsfrist verstreichen lassen und liefert stattdessen ein politisches Hick-Hack auf dem Rücken von Frauen. Während Monat für Monat tausende Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, wird eine der wichtigsten gleichstellungspolitischen Maßnahmen der letzten Jahre verschleppt“, kritisiert Disoski.
Mit einem Gender Pay Gap von 17,6 Prozent weist Österreich die dritthöchste Lohnlücke in der Europäischen Union auf. Für Disoski zeigt das, wie dringend wirksame Maßnahmen gegen Lohndiskriminierung gebraucht werden: „Die Lohntransparenz-Richtlinie berührt eine ganz einfache Frage: Bekommen Frauen für ihre Arbeit den Lohn, der ihnen zusteht? Solange Gehälter im Verborgenen bleiben, bleibt auch Lohndiskriminierung verborgen.“
Besonders entschieden weist Disoski Kritik zurück, die Richtlinie verursache übermäßige Bürokratie. Tatsächlich wären nur rund zwei Prozent der Unternehmen in Österreich von den Berichtspflichten betroffen, gleichzeitig würden 41,1 Prozent der Erwerbstätigen von den Schutzbestimmungen der Richtlinie erfasst. „Wer bei diesen Zahlen noch immer von einem Bürokratiemonster spricht, sucht Ausreden statt Lösungen. Transparenz schafft keine Ungleichheit – Transparenz macht Ungleichheit sichtbar.“
Für Disoski braucht es bei der Umsetzung zudem mehr Ambition als derzeit diskutiert wird. Als Vorbild nennt sie Länder wie Island, die bei der Bekämpfung von Lohndiskriminierung international als Vorreiter gelten. „Wir wollen Lohntransparenz bereits ab 35 Mitarbeiter:innen. Wer es mit Lohngerechtigkeit ernst meint, darf sich nicht am Minimum orientieren, sondern an den Ländern, die bei der Gleichstellung erfolgreich sind.“
„Frauen haben lange genug gewartet. Jetzt braucht es endlich Transparenz, Fairness und gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, so Disoski.
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