- 05.06.2026, 09:00:37
- /
- OTS0010
SkinnyTok: BÖP warnt vor gefährlichem Social-Media-Trend
Präventionsmaßnahmen sowie offener Austausch dringend nötig
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) warnt vor den Auswirkungen des Trends SkinnyTok, der derzeit vor allem auf der Social-Media-Plattform TikTok verbreitet wird. Unter dem Hashtag befinden sich Beiträge, in denen extrem dünne Körperbilder (meist von jungen Mädchen) verherrlicht werden und ein Körpergewicht von unter 50 Kilogramm als Idealgewicht bezeichnet wird. Unter dem Titel „What I eat in a day“ wird darüber hinaus ungesundes Essverhalten glorifiziert und junge Menschen zum Abnehmen motiviert. Aus psychologischer Sicht ein massiv gesundheitsgefährdendes Phänomen.
SkinnyTok kann zu Anorexia Nervosa führen
Aktuelle Studien zeigen: „Thinspiration“-Videos fördern gerade bei jungen Mädchen körperliche Vergleiche, erhöhen Symptome von Traurigkeit und Sorgen und steigern das Verlangen, das eigene Aussehen zu kontrollieren. Fremdbestimmung nimmt zu. Die Folge von SkinnyTok: Junge Menschen beginnen krankhaft Kalorien zu zählen, exzessiv Sport zu betreiben und sogar ihre sozialen Kontakte zu vernachlässigen. Oft entwickeln sie dadurch Essstörungen, unter anderem Anorexia Nervosa.
Parasoziale Beziehungen als Verstärker der Auswirkungen von SkinnyTok
Parasoziale Beziehungen verstärken den Einfluss dieser Trends. Es handelt sich dabei um einseitige, psychologisch erlebte Beziehungen zwischen Rezipient:innen und medialen Personen, zum Beispiel Influencer:innen auf TikTok, Instagram oder YouTube. Obwohl keine reale Gegenseitigkeit besteht, empfinden Zuschauer:innen häufig Nähe, Vertrautheit oder sogar Freundschaft. Dieses Phänomen ist in der Medienpsychologie bereits seit den 1950er-Jahren bekannt, hat jedoch durch die sozialen Medien eine neue Intensität erreicht.
Besonders schlimme Auswirkungen bei Jugendlichen
EU-weit geben 12 Prozent der 12- bis 16-Jährigen an, dass sie im Internet bereits auf Beiträge über Anorexie gestoßen sind. Besonders bei Jugendlichen können solche Inhalte allerdings drastische Auswirkungen haben, unter anderem auf ihr Selbstbild und ihre Gefühlslage. Jugendliche befinden sich in einer Phase, in der sie sich noch stark entwickeln und verändern. Neben vielen körperlichen Veränderungen spielt auch die Selbstfindungsphase im sozialen Umfeld und die Abnabelung von den Eltern eine große Rolle. Sie suchen Nähe zu Gleichaltrigen und lassen sich von diesen inspirieren. Der Zugehörigkeitswunsch ist groß und somit auch das Risiko für schädliches Verhalten, um anderen zu gefallen. Die Jugend ist oft von emotionalen Herausforderungen begleitet und wird von Psycholog:innen als wichtige und sensible Phase eingestuft.
BÖP fordert Maßnahmen und offene Kommunikation
TikTok hat den Hashtag #SkinnyTok zwar inzwischen gesperrt, problematische Inhalte sind aber weiterhin leicht über andere Hashtags auffindbar.
„SkinnyTok ist kein harmloser Trend, sondern stellt ein großes Risiko für die mentale und körperliche Gesundheit von Jugendlichen dar. Besonders junge Menschen sind gefährdet, da sich ihr Selbstbild noch entwickelt. Wir setzen uns dafür ein, dass umgehend Präventionsmaßnahmen geschaffen werden, um der hohen Prävalenz von Essstörungen entgegenzuwirken“, unterstreicht a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.
Rückfragen & Kontakt
Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.boep.or.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PSY






