• 03.06.2026, 13:41:03
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„Digitalisierung muss Mädchen und Frauen empowern" – UNICEF Österreich Round-Table mit Ehrengast Doris Schmidauer zu KI und Frauenrechten

Diversität, Frauen- und Mädchenrechte im Zeitalter von KI und Digitalisierung

Im Bild vlnr.: Candy Licious, Eveline Hruza (ehem. Journalistin,
Generalsekretärin Taxi 40100), Ali Mahlodji (Business Humanist und
UNICEF Österreich Ehrenbeauftrager), Doris Schmidauer (First
Volunteer), Gerda Binder (UNICEF Senior Advisor for Gender Equality
& Digital Technology), Carina Zehetmaier (Präsidentin von Women in
AI), Christoph Jünger (Geschäftsführer von UNICEF Österreich),
Martina Romero (Sozialwissenschafterin), Dr. Christoph Mager
(Managing Partner Austria DLA PIPER), Elisabeth Dal Bianco (IKEA
Austria), Nicole Daniel (Partner bei DLA PIPER)
Wien (OTS) - 

Digitalisierung und KI verändern unsere Welt fundamental. Welche Auswirkungen hat dieser rasante technologische Fortschritt auf junge Mädchen und Frauen? Was können Unternehmen aktiv dazu beitragen, um Mitarbeiter:innen die Angst vor drohendem Jobverlust zu nehmen? Was ist die Oky App und warum ist sie so wichtig für Mädchen und das Kinderrecht auf Vielfalt? All diese Fragen und noch viele weitere wurden am 3. Juni im Rahmen eines Round Tables zum Thema „Mädchen- und Frauenrechte im Zeitalter von KI und Digitalisierung“ im Oktagon bei DLA Piper in Wien diskutiert.

UNICEF Österreich, NEWS und Taxi 40100 haben gemeinsam eine besondere Runde mit hochkarätigen Gästen aus verschiedensten Bereichen zusammengebracht. Die Einführungs-Keynote übernahm Doris Schmidauer, First Lady und First Volunteer. Gefolgt von der Vorstellung der hoch innovativen und integrativen Oky App durch Gerda Binder von UNICEF. Am Podium diskutierten:

Elisabeth Dal Bianco (IKEA Austria), Nicole Daniel (DLA Piper), Candy Licious (Dragqueen Artist), Ali Mahlodji (Business Humanist & Leadership Mentor), Martina Romero (Sozialwissenschafterin) und Carina Zehetmaier (Women in AI). Für die Moderation und das Storytelling zeichnete sich Eveline Hruza, Generalsekretärin von Taxi 40100, verantwortlich.

Alle Diskutant:innen waren sich einig: KI-Systeme sind nicht neutral, sondern spiegeln gesellschaftliche Machtverhältnisse wider. Vorurteile, die wir in die digitale Welt hineinprogrammieren, beeinflussen Mädchen und Frauen langfristiger als wir glauben. Gleichzeitig eröffnen sich durch Digitalisierung und KI neue Berufsfelder und Anwendungen wie die Oky App von UNICEF können einen wesentlichen Teil dazu beitragen, die Rechte junger Frauen auf ihrem Entwicklungsweg zu unterstützen.

Ausgewählte Statements der Diskutant:innen

Doris Schmidauer, First Lady und First Volunteer

Ich bin der Überzeugung, dass wir Künstliche Intelligenz vor allem als Chance und Möglichkeit begreifen sollten – vielleicht sogar als eine Art neues Recht auf Zugang zu Wissen, Unterstützung und Teilhabe. Sie sollte nicht als Pflicht oder Zwang wahrgenommen werden, sondern als Werkzeug, das Menschen freiwillig nutzen können, um ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Bildung zu bereichern.

Meine Vision ist eine Gesellschaft, in der KI dazu beiträgt, bestehende Ungleichheiten zu verringern, anstatt sie zu verstärken. Richtig eingesetzt kann sie Menschen unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Bildungsweg neue Möglichkeiten eröffnen. Sie kann Wissen leichter zugänglich machen, individuelle Unterstützung bieten und dabei helfen, Barrieren abzubauen, die bisher viele Menschen von Chancen und Teilhabe ausgeschlossen haben."

Gerda Binder, UNICEF & Oky App

Oky zeigt für mich, wie gut Digitalisierung sein kann, wenn wir Mädchen wirklich zuhören und sie mitgestalten lassen. Aus ihren Bedürfnissen ist eine App entstanden, die Wissen gibt, Selbstvertrauen stärkt und Tabus aufbricht.

Digitale Teilhabe ist keine Kür, sondern ein Recht. Wenn wir Technologie bewusst inklusiv gestalten, kann sie Mädchen überall auf der Welt empowern. Genau das erleben wir jeden Tag mit Oky."

Elisabeth Dal Bianco, IKEA Österreich:

„Dass heute mehr als die Hälfte unserer Führungskräfte bei IKEA Österreich Frauen sind, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis konsequenter Arbeit. Genau diese Konsequenz brauchen wir jetzt auch im Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Wir müssen sicherstellen, dass KI-Systeme Chancengleichheit fördern und nicht bestehende Ungleichheiten reproduzieren. Denn am Ende trägt nicht die Technologie die Verantwortung – sondern wir Menschen. Und das beginnt mit der richtigen Haltung und einer klaren Wertekultur im Unternehmen."

Nicole Daniel, Partnerin bei DLA Piper

„Es sind tiefergehende Normen gefordert, um der Prohibition der KI-Diskriminierung zu entsprechen. Bestehende Gesetze gegen Diskriminierung gelten zwar grundsätzlich auch für KI-Systeme, aber sie wurden nicht für algorithmische Systeme entwickelt.

Der EU AI Act schafft einen wichtigen regulatorischen Rahmen, um Diskriminierungen — auch geschlechtsbezogene Benachteiligungen — frühzeitiger zu erkennen und zu begrenzen. Entscheidend wird jedoch sein, wie wirksam diese Vorgaben in der Praxis umgesetzt und kontrolliert werden.“

CandyLicious, Dragqueen Artist:

„Und wenn es um Hass im Netz geht, dann müssen wir endlich ehrlich darüber sprechen, dass niemand das alleine schaffen sollte. Selfcare, ein starkes Bewusstsein für die eigene mentale Gesundheit, Freund*innen, Familie und professionelle Beratung sind essenziell. Ich persönlich hätte viele Situationen nicht geschafft, wenn ich alleine gewesen wäre. Deshalb braucht es nicht nur technische Lösungen gegen Hate Speech, sondern auch echte gesellschaftliche Verantwortung und Solidarität."

Eveline Hruza, Moderatorin und Storytellerin, Taxi 40100:

„Taxi 40100 ist für mich ein perfektes Beispiel dafür, wie Digitalisierung funktioniert: Früher hat man noch die Kutsche gerufen, heute bestellt man ein E-Taxi ganz einfach per App. Aus Marktstudien wissen wir, dass 80 Prozent der Gen Z ihr Taxi per App bestellen. Diese Evolution zeigt genau das Potenzial von Digitalisierung – sie macht Dinge einfacher, schneller, zugänglicher. Digitalisierung und KI können so gestaltet werden, dass sie auch Mädchen und Frauen wirklich empowert.“

Ali Mahlodji:

„Ich habe meinen Töchtern einmal beigebracht, dass sie mit einem Messer sich ein Butterbrot streichen können, oder, wenn sie nicht aufpassen, sich gegenseitig verletzen. Dasselbe gilt für digitale Tools und wer diese bestimmt. Aktuell stehen wir an einer Weggabelung, wo wir aufpassen müssen, dass wir die Vorurteile unserer breiten Gesellschaft, vor allem gegenüber Frauen, nicht auch in die digitale Welt transferieren. Hier sind wir alle gefordert.

In dem Moment, in dem ein Mensch in die digitale Welt eintritt, öffnet sich eine Welt der Neugierde. Doch es ist ein Unterschied, ob es eine Büchse der Pandora wird oder ein Ort, an dem wir lernen können. Diese digitale Welt gilt es mit Bedacht zu gestalten, denn Vorurteile, die wir in sie hineinprogrammieren, beeinflussen Menschen langfristiger, als wir glauben."

Martina Romero, Sozialwissenschaftlerin:

„Feministische KI bedeutet, Technologie nicht als neutral zu betrachten, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Aus einer intersektionalen Perspektive muss KI so gestaltet werden, dass sie nicht bestehende Ausschlüsse und Diskriminierungen reproduziert, sondern Vielfalt sichtbar macht, Teilhabe stärkt und gerechtere gesellschaftliche Zukunftsräume eröffnet."

Carina Zehetmaier, Präsidentin von Women in AI

Künstliche Intelligenz ist nie neutral – sie lernt aus unseren Daten und spiegelt unsere Gesellschaft wider, mit allen Vorurteilen. Wenn Frauen und Mädchen nicht mitgestalten, schreiben wir bestehende Ungleichheiten in den Code von morgen fest. Diversität ist deshalb kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für faire und vertrauenswürdige KI-Systeme."

Zukunft passiert nicht, wir gestalten sie – und die Entscheidungen darüber, wie unser Morgen aussieht, treffen wir heute. Wer KI baut, gestaltet Gesellschaft. Diese Verantwortung darf nicht einer kleinen, homogenen Gruppe überlassen werden."

Gemeinsam gestalten wir eine gerechtere und inklusivere digitale Zukunft

Vielfalt, Inklusion und Chancengleichheit sind keine Schlagworte – es sind unverhandelbare Rechte, die jedem Kind weltweit zustehen. UNICEF Österreich ruft gemeinsam mit Partner:innen dazu auf, Haltung zu zeigen und sich sichtbar für die Rechte benachteiligter Mädchen und Frauen einzusetzen. Diese Werte werden 365 Tage im Jahr gemeinsam mit starken Partner:innen gelebt.

Übrigens: Dieser Text wurde von zwei Frauen verfasst, mit einer KI als Sparringpartner.

Rückfragen & Kontakt

Mag. Lisa Heidegger-Haber, MA
Telefon: +43 660 34 83 653
E-Mail: [email protected]
Website: https://unicef.at

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