- 03.06.2026, 08:02:02
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Steuern müssen gerecht verteilt werden: AK fordert wirksame Maßnahmen für Steuergerechtigkeit
In Österreich gerät das Steuersystem immer mehr in Schieflage. Nach wie vor zahlen Beschäftigte und Konsument:innen rund 80 Prozent aller Steuern: Rund 56 Prozent stammen aus Lohnabgaben, weitere 21 Prozent leisten Konsumentinnen und Konsumenten. Die Steuerstruktur muss daher reformiert und fairer werden. „Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Konsumentinnen und Konsumenten den Großteil der Steuerlast tragen. Wir brauchen endlich mehr Steuergerechtigkeit. Wer viel hat, soll auch mehr beitragen
“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Steuern finanzieren wichtige Leistungen. Ohne sie würden zentrale öffentliche Aufgaben, von der Pflege bis zur sozialen Absicherung, nicht verlässlich funktionieren. Gleichzeitig sollen aus Sicht der Arbeiterkammer Menschen mit mehr Vermögen auch mehr Steuern beitragen. Das soll soziale Ungleichheit abbauen und die Finanzierung dort stärken, wo der Bedarf wächst.
2025 machten vermögensbezogene Steuern, wie Grunderwerbsteuer und Grundsteuer, nur noch 1 Prozent aller Abgaben und Steuern aus. Auch die Steuern auf Gewinne und Kapitalerträge sind zurückgegangen. Sie machten 14,2 Prozent aller Abgaben und Steuern aus. Alleine die beiden Senkungen der Körperschaftsteuer in den Jahren 2023 und 2024 kostete den Staat im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro an Einnahmen.
Anhebung der Körperschaftssteuer bleibt hinter Erwartungen
Dazu kommt: Die von der Bundesregierung ab dem Jahr 2028 geplante Anhebung der Körperschaftsteuer für Unternehmen mit Gewinnen von mehr als 1 Million Euro stellt zwar einen Schritt in die richtige Richtung dar. Mit einem Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht sie jedoch nicht einmal ein Drittel des Umfangs der beiden jüngsten Senkungen der Körperschaftsteuer. Sie bleibt damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch Erbschaften sind in Österreich eine wichtige Ursache für die hohe Vermögensungleichheit. Reiche Haushalte erben häufiger, wertvoller und völlig steuerfrei. In Summe fehlt somit Geld zur Finanzierung von wichtigen Leistungen des Sozialstaates wie Bildung, Pflege und Gesundheit.
AK-Präsident Stangl fordert Entlastung der Arbeitnehmer:innen
Die Arbeitnehmer:innen müssen aus Sicht der AK Oberösterreich entlastet und die Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern erhöht werden. Im Bereich der vermögensbezogenen Steuern tritt die AK Oberösterreich für eine Besteuerung von Nettovermögen ab 1 Million Euro und für eine reformierte Erbschaftssteuer für Erbschaften ab 1 Million Euro netto ein. Zudem müssen die Senkungen der Körperschaftssteuer der letzten Jahre vollständig zurückgenommen werden.
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Mag. Gregor Kraftschik
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