- 02.06.2026, 12:21:02
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Expertinnen- und Expertenforum befasst sich mit Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels für Gemeinden und Regionen
Bundesratspräsident Stotter lud Fachleute zum Austausch über die "Digitale Gemeinde 2035" in das Parlament
Gemeinden und Regionen sollten die digitale Entwicklung nicht bloß begleiten, sondern selbstbewusst und verantwortungsvoll mitgestalten, betonte heute Bundesratspräsident Markus Stotter im Rahmen des von ihm initiierten Expertinnen- und Expertenforums mit dem Titel "Digitale Gemeinde 2035" im Parlament. Dabei erörtern Fachleute aus Theorie und Praxis, wie Gemeinden den digitalen Wandel aktiv, sicher und gemeinwohlorientiert gestalten können, wobei es unter anderem um digitale Infrastruktur, Datenkompetenz und Vernetzung geht. Zudem werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt.
Der deutsche Futurologe Max Thinius sprach sich in seiner Keynote zum Thema "Digital, kommunal, zukunftssicher" für ein positives Zukunftsbild aus, dass durch neue Technologien wie der künstlichen Intelligenz (KI) gestalten werden könne.
Das Forum kann via Livestream in der Mediathek des Parlaments mitverfolgt werden und ist dort als Video-on-Demand verfügbar.
Stotter: Der Nutzen für die Menschen soll im Mittelpunkt stehen
Wie Gemeinden den digitalen Wandel aktiv, sicher und gemeinwohlorientiert gestalten, sei keine abstrakte Zukunftsfrage, sondern betreffe ganz unmittelbar das tägliche Leben der Menschen, zeigte sich Bundesratspräsident Markus Stotter überzeugt. Gemeinden und Regionen sollten die digitale Entwicklung nicht bloß begleiten, sondern selbstbewusst und verantwortungsvoll mitgestalten. Moderne Technologien müssen dabei laut Stotter dazu beitragen, das Leben der Menschen zu erleichtern, die Verwaltung zu stärken sowie neue Möglichkeiten der Teilhabe zu eröffnen. So könnten digitale Instrumente, etwa in Bereichen wie Verwaltung, Bildung, Gesundheit, Energie, Mobilität und Sicherheit, Abläufe vereinfachen, Entscheidungsgrundlagen verbessern und Bürgerinnen und Bürger stärker einbinden. Entscheidend dabei sei, dass nicht die Technik, sondern der Nutzen für die Menschen im Mittelpunkt stehe. Dazu braucht es für den Bundesratspräsidenten einfache Zugänge für alle Generationen und die Fähigkeit, digitale Entwicklungen - ausgehend von den lokalen Bedürfnissen und Herausforderungen - auf regionaler Ebene selbstbestimmt zu gestalten.
Gut vernetzte, krisenfeste und digital handlungsfähige Regionen würden zudem Lebens- und Arbeitsräume mit Perspektive für junge Menschen schaffen. Es gehe darum, dass durch die digitale Transformation auch kleinere Gemeinden, ländliche Räume und regionale Zentren leistungsfähig, lebenswert und zukunftssicher blieben. So könne der digitale Wandel zu einem "echten Standortvorteil" für Österreichs Gemeinden und Regionen beitragen, unterstrich der Bundesratspräsident.
Futurologe Thinius über die positiven Gestaltungsmöglichkeiten durch neue Technologien
"Die Zukunft kommt nicht, sondern wir gestalten sie", hielt der Futurologe Max Thinius in seiner Keynote fest. Thinius sprach sich grundsätzlich für ein positives Zukunftsbild aus, dass durch neue Technologien wie der künstlichen Intelligenz gestaltet werden könne. Anstatt der Anpassung und dem Sprechen von Chancen und Herausforderungen, werde es künftig vielmehr um das Gestalten der daraus entstehenden vielfältigen positiven Möglichkeiten gehen. So wird es laut Thinius künftig KI-Tools geben, bei denen die Menschen nicht merken, dass sie in allen ihren Lebensbereichen angewendet werden. Dies könne beim Vernetzen von Regionen und Nachbarschaften helfen und zu einer anderen Qualität des Zusammenlebens beitragen.
Wichtig dabei sei jedoch, nicht auf digitale Selbstbestimmung und Datenautonomie zu vergessen, damit jeder und jede seine oder ihre Daten selbst besitzen könne. Thinius hob in diesem Zusammenhang die heimische elektronische Gesundheitsakte ELGA positiv hervor. Hier sei Österreich weltweit führend. Grundsätzlich werde durch den digitalen Wandel und KI nicht mehr das Motto "Made in Austria" sondern "Made from Austria" ausschlaggebend sein. Es gehe darum, Ideen zu generieren, die weit über Österreich hinausgehen, so Thinius.
Panels zu digitaler Infrastruktur und Datenkompetenz von Gemeinden und Regionen
Nach der Keynote folgt das Panel "Digitale Daseinsvorsorge als Faktor für Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Gemeinden und Regionen", das Ernst-Olav Ruhle, Geschäftsführer SBR-net Consulting, und Oskar Januschke, Geschäftsführer Raumprozess+ Public Consulting und Experte für Stadt-, Regional- und Standortentwicklung, mit Referaten einleiten werden.
Im Panel "Digitalität und Datenräume im Public Sector sichern Gemeinwohl und Chancengleichheit" werden Maria Rost, Bereichsleiterin Digitales im Verband kommunaler Unternehmen, und die Amtsleiterin der Gemeinde Neuhaus Regina Wiedl über konkrete Projekte und Erfahrungen berichten.
Moderiert wird die Veranstaltung von Franz Zeller, Ressortleiter Wissenschaft und Innovation im ORF. (Schluss) med
HINWEIS: Fotos dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments. Die Veranstaltung wurde live in der Mediathek des Parlaments übertragen und ist dort als Video-on-Demand abrufbar.
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