• 02.06.2026, 09:58:02
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Praxis-Check zur Sozialhilfe: Caritas und Volkshilfe warnen vor weiteren Belastungen für Frauen und Kinder

Viele Menschen kommen trotz Sozialhilfe kaum über die Runden. Umfrage unter 600 Praktiker*innen zeigt massive Belastungen für Frauen, Kinder und Familien.

Nora Tödtling-Musenbichler / Präsidentin Caritas Österreich und
Erich Fenninger / Direktor Volkshilfe Österreich halten Forderungen
auf Schildern hoch: "Schluss mit Sparen bei Frauen und Kindern!" und
"Kindergrundsicherung jetzt!"
Wien (OTS) - 

Eine Woche vor der Budgetrede von Finanzminister Marterbauer präsentieren Caritas und Volkshilfe neue Ergebnisse ihres gemeinsamen „Praxis-Checks“ unter rund 600 Praktiker*innen im Sozialbereich. Die Umfrage zeigt klar: Viele Menschen kommen schon jetzt trotz Sozialhilfe kaum über die Runden.

„Armut ist in Österreich Realität. Besonders betroffen sind Frauen, Kinder und Alleinerziehende. Trotzdem wird über weitere Belastungen und Einschnitte bei der Sozialhilfe diskutiert. Gerade mit Blick auf das bevorstehende Doppelbudget befürchten wir, dass ausgerechnet diese Gruppen weiter unter Druck geraten. Das bereitet uns große Sorgen“, sagt Nora Tödtling-Musenbichler, Präsidentin der Caritas Österreich.

Praxis-Check zeigt massive Belastungen für Frauen, Kinder und Familien

62% der befragten Praktiker*innen sagen, dass die Sozialhilfe nicht ausreicht, damit Menschen ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten decken können. Fast alle berichten, dass zusätzliche Unterstützung notwendig ist, zum Beispiel in Form von Lebensmittelhilfen oder Energiezuschüssen.

Für viele Familien reicht das Geld nicht für ein Leben, in dem Kinder gesund aufwachsen und am sozialen Leben teilnehmen können. Laut Praxis-Check fehlen oft Mittel für Lernmaterialien, Freizeitaktivitäten oder gesunde Ernährung. Praktiker*innen berichten von Müttern, die selbst auf Essen verzichten, damit ihre Kinder genug haben. Andere machen Schulden, damit ihre Kinder beim Schulausflug dabei sein können oder genug Windeln für das Baby da sind.

Unser Praxis-Check zeigt: Kinder in der Sozialhilfe wachsen unter Bedingungen auf, die sie mehrfach benachteiligen und ihre Entwicklungschancen massiv einschränken. Das führt zu Bildungsungleichheit und sozialer Isolation. Gegen diese Entwicklung können wir mit einer armutsfesten Absicherung der Kinder angehen“, sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

Die Umfrage zeigt auch, dass fehlende Kinderbetreuung zu den größten Hindernissen auf dem Weg aus der Armut zählt. Rund 40% der befragten Praktiker*innen nennen mangelnde Kinderbetreuung als zentrale Hürde für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Das trifft wieder insbesondere Frauen.

Caritas und Volkshilfe fordern soziale Absicherung statt weiterer Kürzungen

Vor dem Doppelbudget warnen Caritas und Volkshilfe vor weiteren Belastungen für Familien, Frauen und Kinder wie durch nicht valorisierte Familienleistungen, höhere Belastungen für Menschen mit niedrigen Einkommen oder mögliche Einschnitte bei der Sozialhilfe.

Die Organisationen fordern daher:
· einen verpflichtenden Armutscheck für alle Budgetmaßnahmen. Wer sparen will, muss zuerst prüfen, wen die Kürzungen treffen.

· eine armutsfeste Sozialhilfe mit bundesweiten Mindeststandards. Die Sozialhilfe muss Menschen in Krisen tatsächlich absichern.

· eine armutsfeste Kindergrundsicherung. Alle Kinder brauchen die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe.

· sowie die Anpassung von Familienleistungen an die Inflation. Unterstützung darf nicht real an Wert verlieren.

„Wer Armut ernsthaft bekämpfen will, darf das letzte soziale Netz nicht schwächen, sondern muss es stärken“, betonen Caritas und Volkshilfe abschließend.

Lesen Sie hier den Praxis-Check von Caritas und Volkshilfe: www.caritas.at/praxis-check

Rückfragen & Kontakt

Caritas Österreich
Mag. Ursula Grabher, MAS
Telefon: +43 676 5472309
[email protected]

www.caritas.at

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