• 01.06.2026, 09:34:02
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ÖGB zu Arbeitslosenzahlen: „Jetzt in Menschen investieren statt beim AMS sparen“

Langzeitarbeitslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern die Folge struktureller Probleme am Arbeitsmarkt

Wien (OTS) - 

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen deutlich, dass die wirtschaftlich angespannte Lage weiterhin viele Beschäftigte belastet. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit.

„Die vergangenen Jahre waren von Krise auf Krise geprägt - von Pandemie über Teuerung bis hin zur schwachen Konjunktur. Das sehen wir jetzt auch am Arbeitsmarkt. Viele Menschen suchen bereits seit langer Zeit einen Job und brauchen gezielte Unterstützung statt zusätzlichen Druck“, sagt ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.

Gezielte Unterstützung gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Für den ÖGB ist klar: Langzeitarbeitslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck struktureller Probleme und Diskriminierung am Arbeitsmarkt. Viele Betroffene erleben finanzielle Unsicherheit, gesundheitliche Belastungen und werden bei Bewerbungen oft benachteiligt. „Wer über Monate oder Jahre keine Chance auf eine Anstellung bekommt, verliert nicht nur Einkommen, sondern oft auch Selbstvertrauen und soziale Stabilität“, warnt Schuberth. Gerade ältere Beschäftigte und Menschen, deren Qualifikationen nicht mehr zu den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes passen, brauchen konkrete Perspektiven und Unterstützung.

Investieren statt kürzen

„Gerade jetzt muss die Politik Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird“, betont Schuberth. Statt Kürzungen brauche es Investitionen in Menschen, Qualifizierung und Beschäftigung. Ein starkes und ausreichend finanziertes Arbeitsmarktbudget sei entscheidend, damit das AMS Menschen wirksam unterstützen kann und sich Langzeitarbeitslosigkeit nicht weiter verfestigt.

Gerade deshalb dürfe die Budgetkonsolidierung nicht auf Kosten von Beschäftigten und Arbeitsuchenden erfolgen. „Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmer:innen die Zeche zahlen, während sich manche Unternehmen ihrer Verantwortung entziehen“, betont Schuberth. Allein das sogenannte „Zwischenparken“ von Beschäftigten beim AMS verursacht jährlich Kosten von bis zu 700 Millionen Euro. „Wer das AMS als Personalreserve nutzt, muss sich auch an den Kosten beteiligen. Es braucht mehr Fairness und eine stärkere Verantwortung der Arbeitgeber“, fordert ÖGB Bundesgeschäftsführerin.

Der ÖGB fordert:

  • Ein stabiles und ausreichend finanziertes Arbeitsmarktbudget

  • Mehr Mittel für Qualifizierungsprogramme, Beratung und Unterstützung durch das AMS

  • Spezifische Angebote für ältere Beschäftigte und Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt

Über uns: Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.

www.oegb.at

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Telefon: 0650/36 36 399
E-Mail: [email protected]

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