• 26.05.2026, 09:00:44
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Welt-Nichtrauch Tag 2026: Krebshilfe warnt vor Nikotinabhängigkeit in neuer Form

Suchtverschiebung zu Zigarettenersatzprodukten – Jugendliche besonders gefährdet

Wien (OTS) - 

Zum Welt-Nichtrauch Tag 2026 zeigt die Österreichische Krebshilfe eine beunruhigende Entwicklung auf: Während der klassische Zigarettenkonsum kontinuierlich zurückgeht, holen E-Zigaretten, Nikotinbeutel und Tabakerhitzer enorm auf – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Österreich steht vor einem Generationenproblem der Nikotinabhängigkeit in neuer Form.

Nikotinkonsum bei Jugendlichen wieder im Aufschwung

In Österreich rauchen heute nur mehr 4 – 6 % der 15-Jährigen klassische Zigaretten – das ist die gute Nachricht. Die schlechte: 8 % dieser Altersgruppe konsumieren täglich E-Zigaretten. Nikotinbeutel (inkl. Snus und Kautabak) werden von 6 % täglich, sogar von 16 % monatlich genutzt. Vor allem Buben konsumieren Nikotinbeutel, während Mädchen verstärkt zu E-Zigaretten greifen. Fasst man alle Produkte zusammen, steigt der Gesamt-Nikotinkonsum bei Jugendlichen seit 2019 wieder an.* Der durchschnittliche Einstieg in den Nikotinkonsum erfolgt mit 15 Jahren – in einer Lebensphase, in der Lunge und Gehirn noch in Entwicklung sind. Wissenschaftlich belegt ist: Wer als Jugendliche/r zu Nikotinprodukten greift, erhöht das Risiko einer dauerhaften Sucht.**

„Neue Produkte wie Nikotinbeutel, Vapes und Tabakerhitzer kompensieren den Rückgang beim klassischen Rauchen mehr als vollständig. In einem Alter, in dem jede Abhängigkeit besonders tiefe Spuren hinterlässt. Nikotinsucht ist Nikotinsucht – unabhängig davon, wie modern verpackt sie daherkommt,“ bekräftigt Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Nikotinbeutel sollten auch bei uns vom Markt genommen werden. In Ländern wie den Niederlanden oder Belgien sind sie bereits verboten. Österreich darf hier kein gesundheitspolitisches Schlusslicht bleiben,“ so Sevelda.

Genau hier setzt auch die WHO zum Welt-Nichtrauch Tag 2026 an: Unter dem Motto „Unmasking the appeal – countering nicotine and tobacco addiction" werden Werbe- und Aromaverbote sowie strengere Verpackungsregeln gefordert, um Jugendliche zu schützen. „Österreich macht gerade das Gegenteil", kritisiert Sevelda. „Werbeverbote für Nikotinbeutel bis 2028 hinauszuzögern und die Gratisabgabe von Produktproben auszuweiten – das ist kein Jugendschutz. Das ist Jugendgefährdung."

Zur Information und Awareness-Bildung hat die Krebshilfe eine TikTok-Aktion gestartet, um Jugendliche direkt zu erreichen. Mehr Informationen unter www.dontsmoke.at.

Rauchen in Österreich: Fortschritt mit Schattenseiten

Rund 24 % der österreichischen Bevölkerung (ca. 2,1 Millionen Menschen ab 15 Jahren) konsumieren täglich Rauchwaren, elektronische Inhalationsprodukte oder rauchfreie Nikotinerzeugnisse. Rund 10 % aller Todesfälle in Österreich sind auf Tabakrauchen (inkl. Passivrauchen) zurückzuführen.*

Neue Produkte verdrängen klassische Zigaretten, ersetzen sie aber nicht: 78 % der Konsument:innen von E-Zigaretten rauchen zusätzlich klassische Rauchprodukte wie Zigaretten oder Zigarren („Dual Use“). In Summe verzeichneten die neuen Produkte von 2020 bis 2024 einen mehr als zehnfachen Anstieg bei Verkäufen und Umsätzen.*

Rauchen ist für rund 30 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Gleichzeitig denkt mehr als die Hälfte der Rauchenden über einen Ausstieg nach. Genau hier setzen wir an: mit niederschwelligen Angeboten wie dem Risikocheck auf dontsmoke.at. Aufhören lohnt sich – immer und in jedem Alter,“ erklärt Mag. Martina Löwe, Krebshilfe Geschäftsführerin & DON’T SMOKE Projektleiterin.

Kostenloser Risikocheck: Unter www.dontsmoke.at bietet die Krebshilfe allen Raucher:innen einen Online-Symptom-Check mit LUIS zur individuellen Risikoeinschätzung. Dieser Online Check ist auch auf Serbokroatisch und Türkisch verfügbar.

Es ist nie zu spät: Jeder Ausstieg zählt

Die wichtigste Botschaft zum Welt-Nichtrauch Tag: Ein Rauchstopp wirkt sich unabhängig vom Alter positiv auf die Gesundheit aus. Bereits kurz nach dem Rauch-Ausstieg sinken das Risiko für Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Belastung durch Passivrauchen messbar.**

51 % der täglich Rauchenden in Österreich denken über einen Ausstieg nach – das Potenzial ist also vorhanden.*

Wer aufhören möchte, muss das nicht alleine schaffen. Auf www.dontsmoke.at bietet die Österreichische Krebshilfe konkrete Unterstützungen, gibt Tipps zum Rauchstopp und die kostenlose Informationsbroschüre „Ratgeber zum Rauchstopp und zum rauchfreien Leben“.

Danke den Partnern

Die DON’T SMOKE Initiative der Österreichischen Krebshilfe wäre ohne starke Partner nicht möglich. Danke an die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), die Österreichische Gesellschaft für Thoraxchirurgie, das Karl-Landsteiner-Institut für Lungenforschung und pneumologische Onkologie sowie das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) für ihr großes medizinisches Engagement. Besonderer Dank auch den Sponsoren, die das breite Angebot an Information, Früherkennungs- und Unterstützungsmaßnahmen ermöglichen: MSD, Pfizer, AstraZeneca, Roche und Janssen-Cilag Pharma GmbH, a Johnson & Jonson company.

* Gesundheit Österreich, Epidemiologiebericht Sucht 2025, Dezember 2025, https://goeg.at/sites/goeg.at/files/2026-04/Epidemiologiebericht%20Sucht%202025_BF.pdf (abgerufen am 5. Mai 2026)

** APA OTS der Stadt Wien, „Rauchstopp entscheidend: LEAD-Studie zeigt Wandel beim Nikotinkonsum in Österreich", 24. Februar 2026, https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260224_OTS0006/ (abgerufen am 5. Mai 2026)

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Krebshilfe
Mag. Martina Löwe, Geschäftsführung
Telefon: 01/7966450, 0699/14500603
E-Mail: [email protected]

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