- 26.05.2026, 08:33:32
- /
- OTS0017
WM 2026: Fußball-Fieber mit Beigeschmack
Zwei Drittel wollen die Fußball-WM verfolgen, aber nur jede*r Vierte vertraut der FIFA
Wenn im Juni 2026 in Kanada, den USA und Mexiko die nächste Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird, wird auch in Österreich Fußball-Fieber aufkommen, allerdings nicht ganz ungetrübt. Das zeigt das WM-Radar 2026 des digitalen Research Instituts Marketagent in Kooperation mit der FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg: Die Vorfreude ist groß, der Stolz auf die Nationalmannschaft ebenfalls. Gleichzeitig bleiben politische Bedenken und deutliches Misstrauen gegenüber der FIFA.
Fact Box:
- WM 2026 mobilisiert stärker als Katar: 63% zeigen Interesse an der Fußball-WM 2026 in Kanada, den USA und Mexiko. 2022 (Katar) lag das Interesse im Vorfeld nur bei 37%. 67% werden die WM 2026 zumindest vereinzelt mitverfolgen (2022: 39%). Bei den Emotionen dominieren Stolz auf die eigene Nationalmannschaft (32%) und Vorfreude (30%).
- Österreich als zentraler Einschaltgrund, Wohnzimmer als WM-Zentrale: Unter jenen, die die WM verfolgen wollen, interessieren sich 74% besonders für Spiele der österreichischen Nationalmannschaft. Danach folgen Halbfinale/Finale mit 53% und Spiele sympathischer Nationen mit 42%. Das Wohnzimmer bleibt die WM-Zentrale, von dem aus die Spiele vorwiegend verfolgt werden (80%).
- Gespaltene Einstellung zu Austragungsländern, weniger Boykott als 2022: 44% finden die Austragung in USA, Kanada und Mexiko (eher) gut, 56% (eher) schlecht (2022: 82%). Kanada profitiert im Image am stärksten: es wird von 61% als attraktiver Gastgeber bewertet (USA: 28% | Mexiko: 42%) und 57% erwarten positive Imageeffekte. Für 53% beeinflusst die politische Situation in den USA ihr Interesse an der WM. Nur 5% wollen die WM 2026 bewusst boykottieren (2022: 24%).
- Massive Skepsis gegenüber FIFA: 74% haben wenig bis gar kein Vertrauen in den Weltfußballverband. 87% sehen die FIFA zu stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt, 84% als zu mächtig im internationalen Fußball, 83% wünschen mehr Regulierung. 59% halten den Prozess zur Vergabe von Weltmeisterschaften für (eher) unfair.
WM 2026: Das Fußballfieber ist zurück
Die Fußball-WM 2026 bringt das Fußballfieber nach Österreich zurück, wenn auch mit kritischem Unterton. 57 Prozent der 1.000 befragten Österreicherinnen und Österreicher der repräsentativen Umfrage geben an, sich grundsätzlich für Fußball zu interessieren, bei Männern ist die Begeisterung mit 75 Prozent ganz dem Klischee entsprechend deutlich stärker ausgeprägt als bei Frauen (41%). Noch größer ist die Neugier auf das kommende Großereignis in Kanada, den USA und Mexiko: 63 Prozent zeigen Interesse an der WM 2026. Damit gelingt dem Turnier ein spürbares Comeback in der öffentlichen Wahrnehmung. Zum Vergleich: Die stark umstrittene WM 2022 in Katar konnte im Vorfeld nur rund ein Drittel der Bevölkerung mitreißen (37%).
Auch die für Europa wenig komfortablen Spielzeiten dürften die heimischen Fußballfans nicht bremsen: Zwei Drittel der Befragten wollen die WM zumindest vereinzelt mitverfolgen (67%), rund ein Fünftel sogar so viele Matches wie möglich (21%). Der persönliche Protest ist dieses Mal deutlich weniger ein Thema: Nur 5 Prozent planen, die WM bewusst zu boykottieren. Bei der WM 2022 in Katar tat dies noch rund ein Viertel (24%).
Nationalteam als größter Einschaltmotor
Der stärkste Treiber des Interesses an der diesjährigen WM ist eindeutig die österreichische Nationalmannschaft. So dominiert bei den Emotionen in Zusammenhang mit dem Großereignis der Stolz auf das rot-weiß-rote Team (32%). Unter jenen, die die WM verfolgen wollen, interessieren sich fast drei Viertel insbesondere für Spiele Österreichs (74%). Erst dahinter folgen Halbfinale und Finale (53%) sowie Spiele von Nationen, die den Befragten besonders sympathisch sind (42%).
Bei den sportlichen Erwartungen an das heimische Nationalteam zeigt sich eine Mischung aus Optimismus und Bodenhaftung. 3 von 10 rechnen mit einem Aus im Achtelfinale, 19 Prozent sehen die rot-weiß-rote Mannschaft im Viertelfinale. Immerhin jede*r Neunte (11%) glaubt sogar an den Weltmeistertitel für Österreich. Gleichzeitig erwarten 15 Prozent ein Ausscheiden in der Gruppenphase und 18 Prozent ein Ende im Sechzehntelfinale.
WM-Zentrale Wohnzimmer
Auch 2026 bleibt das Wohnzimmer die wichtigste Fan-Zone. 8 von 10 WM-Interessierten wollen die Spiele vorwiegend zuhause im TV verfolgen. 26 Prozent schauen bei Freund*innen oder Bekannten, 17 Prozent online über einen Livestream (Generation Z: 26%).
Zum typischen WM-Spielabend gehören dabei vor allem Knabbereien und Snacks (44%), Mitfiebern und Mitdiskutieren (34%) sowie gemeinsames Schauen mit anderen (27%). Für ein Drittel der männlichen Befragten darf auch ein alkoholisches Getränk nicht fehlen (33% | Frauen: 17%). Jeder siebte Österreicher platziert Wetten rund um die Matches (15% | Frauen: 8%).
Kritik am System Weltfußball
Auch wenn die WM vorwiegend positive Gefühle auslöst, gehen Kritik und Nachteile solcher Großereignisse nicht spurlos an der Bevölkerung vorbei. 56 Prozent missbilligen die politische Einflussname, 49 Prozent Korruption und mangelnde Transparenz. Jede*r Dritte verweist auf die Umwelt- und Klimabelastung in Zusammenhang mit dem Megaevent (33%).
„Die Faszination Fußball ist ungebrochen, aber sie ist nicht mehr naiv. Viele Menschen freuen sich auf die Spiele, fiebern mit der österreichischen Nationalmannschaft mit und machen die WM zu einem Gemeinschaftserlebnis. Gleichzeitig wird das Umfeld des Weltfußballs deutlich kritischer betrachtet. Die Fans schauen heute nicht mehr nur auf den Ball, sondern auch auf Machtstrukturen, wirtschaftliche Interessen und politische Botschaften rund um das Turnier
“, analysiert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.
Massive Skepsis gegenüber FIFA
So groß das sportliche Interesse ist, so deutlich bleibt die Kritik am Weltfußballverband. Die Image- und Vertrauenswerte der FIFA holen keinen Pokal: Nur rund ein Viertel der Österreicherinnen und Österreicher vertraut der FIFA zumindest eher (26%), während 74 Prozent ihr Misstrauen ausdrücken. Besonders deutlich fällt die Kritik an ihrer Rolle aus: 87 Prozent stimmen zu, dass die FIFA zu stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist, 84 Prozent sehen sie als zu mächtig im internationalen Fußball, 83 Prozent sprechen sich für eine stärkere Regulierung aus. 8 von 10 sagen zudem, dass die Entscheidungen des Weltfußballverbands für Fans oft schwer nachvollziehbar sind.
Auch der Vergabeprozess von Weltmeisterschaften steht weiterhin unter Druck. 59 Prozent halten ihn für eher weniger oder überhaupt nicht fair und objektiv. Im Vergleich zur WM 2022 hat sich die Wahrnehmung zwar verbessert – damals misstrauten ganze 81 Prozent –, von einem Vertrauensbonus kann aber keine Rede sein.
„Nach der stark umstrittenen WM in Katar scheint die Weltmeisterschaft 2026 wieder stärker in der Mitte der Bevölkerung anzukommen. Trotzdem ist das Mega-Event kein unbeschwertes Sommermärchen: Die FIFA bleibt ein zentraler Vertrauensbremsklotz. Wenn nur rund jede*r Vierte dem Weltfußballverband vertraut, zeigt das: Sportliche Großereignisse brauchen heute nicht nur starke Bilder und spannende Spiele, sondern vor allem nachvollziehbare Entscheidungen, Transparenz und Glaubwürdigkeit
“, so Andrea Berger, Research und Communications Manager bei Marketagent.
Gespaltene Einstellung zu Austragung in Nordamerika
Die Austragung in Kanada, den USA und Mexiko wird zwar deutlich positiver aufgenommen als die WM 2022 in Katar, aber keineswegs uneingeschränkt. 44 Prozent finden es gut, dass die Wahl diesmal auf Nordamerika fiel. Eine knappe Mehrheit von 56 Prozent bewertet diese Entscheidung jedoch (eher) negativ. Auch im direkten Vergleich mit Katar bleiben die Österreicher*innen kritisch: Zwar nehmen 31 Prozent die WM in Nordamerika positiver wahr als jene in Katar. Doch die Mehrheit von 52% sieht die beiden auf ähnlichem Niveau und 17 Prozent bewerten die diesjährige Drei-Länder-WM sogar negativer.
In der Wahrnehmung der drei Gastgeberländer zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Kanada schneidet klar am besten ab und wird nach Ansicht der Umfrageteilnehmer*innen auch am meisten von der Austragung profitieren: 61 Prozent halten Kanada für ein attraktives Austragungsland, 57 Prozent erwarten positive Imageeffekte durch die WM. Mexiko liegt im Mittelfeld und die USA tragen die rote Laterne: Nur 27 Prozent bewerten die Vereinigen Staaten als attraktiven Gastgeber.
Noch mehr Insights von Marketagent:
Rückfragen & Kontakt
Marketagent.com online reSEARCH GmbH
Mag. Andrea Berger
Telefon: 02252 909 009 - 25
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MGT







