- 22.05.2026, 10:55:36
- /
- OTS0065
Österreichpremieren in der Landesgalerie Niederösterreich
Erste Museumsausstellung für Greta Schödl in Österreich und „Written Room“ von Parastou Forouhar erstmals in Österreich zu sehen

Mit der bereits weltweit realisierten Rauminstallation „Written Room“ von Parastou Forouhar und der Ausstellung „Greta Schödl. Spuren meines Lebens“ präsentiert die Landesgalerie Niederösterreich zwei herausragende Künstlerinnen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Schrift, Sprache und Erinnerung auseinandersetzen. Beide Ausstellungen eröffnen vielschichtige Perspektiven auf die visuelle, poetische und politische Dimension von Schrift in der Gegenwartskunst.
Lebenswerk von Greta Schödl
Greta Schödl zählt zu den bemerkenswerten Vertreterinnen der „Visuellen Poesie“, einer Kunstform zwischen Literatur und bildender Kunst. Die 1929 in Hollabrunn (NÖ) geborene Künstlerin lebt seit den 1950er-Jahren in Bologna. Lange blieb ihr Werk in Österreich wenig beachtet, erfährt jedoch seit der Biennale von Venedig 2024 verstärkte Aufmerksamkeit. Die Landesgalerie Niederösterreich zeigt nun ihre erste Museumsausstellung im Heimatland und gibt mit rund 200 Werken, unter anderem Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Objekten und Performancefotografien, einen umfassenden Einblick in ihr über Jahrzehnte gewachsenes OEuvre.
„Greta Schödl zählt zu den stillen, zugleich außergewöhnlich eigenständigen Positionen der europäischen Nachkriegskunst. Über Jahrzehnte hinweg hat sie eine künstlerische Sprache entwickelt, die sich jeder schnellen Einordnung entzieht und gerade dadurch eine große zeitlose Präsenz entfaltet: präzise, poetisch und von bemerkenswerter innerer Dichte“
, betont Gerda Ridler, künstlerische Direktorin der Landesgalerie Niederösterreich und Kuratorin der Ausstellung.
„Schödls Arbeiten bewegen sich konsequent zwischen Lesen und Sehen. Indem sie Sprache in ein visuelles System überführt, öffnet sie einen Raum, in dem Bedeutung nicht festgelegt ist, sondern erst im Wahrnehmen entsteht“
, so Kurator Berthold Ecker.
Die poetische Komposition von Schrift und Bild
In akribischer Wiederholung schreibt Greta Schödl Wörter auf unterschiedliche Träger: von Papier, Pergament und Leinwand bis hin zu Alltagsgegenständen oder Stein. Die Wörter verdichten sich zu rhythmischen, nahezu meditativen Bildstrukturen. Ergänzt wird dieses Prinzip durch den Einsatz von Blattgold, das die Oberflächen durchzieht und ihnen eine vibrierende Leuchtkraft verleiht.
Neben den Schriftbildern zeigt die Ausstellung zentrale Werkgruppen wie die „Traumbilder“ und die „Fantasmi“, in denen Schödl innere Erfahrungswerte in visuelle Formen übersetzt. In den sogenannten asemischen Schriften löst sich die Künstlerin von lesbarer Sprache und entwickelt Zeichen, die zwischen Schreiben und Zeichnen oszillieren. Auch Arbeiten, die den Körper als Spur begreifen, sowie performative und feministische Positionen der 1960er- und 1970er-Jahre werden erstmals in diesem Umfang präsentiert.
„Written Room“ erstmals in Österreich
Mit „Written Room“ präsentiert die Landesgalerie Niederösterreich erstmals in Österreich eine zentrale Arbeit der iranisch-deutschen Künstlerin Parastou Forouhar (*1962, Teheran). Forouhar zählt zu den wichtigen Stimmen der internationalen Gegenwartskunst.
„Written Room eröffnet einen eindrucksvollen Erfahrungsraum, in dem Sprache ihre gewohnte Funktion verliert und sich in ein ornamentales Gefüge verwandelt. Parastou Forouhar gelingt es, Fragen von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit mit großer ästhetischer Kraft zu verhandeln und zugleich eine unmittelbare, körperliche Erfahrung von Fremdheit und Nähe zu schaffen“
, betont GerdaRidler, künstlerische Direktorin der Landesgalerie Niederösterreich und Kuratorin der Ausstellung.
In der raumgreifenden Installation überzieht Forouhar den gesamten Ausstellungsraum mit persischen Schriftzeichen, die über Boden und Wände fließen. Die aneinandergereihten Schriftzeichen ergeben keine lesbaren Worte, denn die kalligrafisch anmutenden Buchstaben werden beliebig aneinandergereiht, gedehnt oder gestaucht, so dass sich Schwingungen und Rhythmen ergeben, die an die Stelle sprachlicher Information treten. Gerade darin entfaltet die Arbeit ihre Wirkung: Die Schrift bewegt sich zwischen Fremdheit und Verführung, besetzt den Raum und schafft zugleich Offenheit für Begegnung. Fremdheit wird nicht ausgeblendet, sondern ästhetisch transformiert und verliert damit ihre Bedrohlichkeit.
In „Written Room“ spiegeln sich persönliche Erfahrungen der Künstlerin wider: Die fragmentierten Schriftzeichen werden zu einem tiefgründigen Sinnbild für Migration, Sprachverlust und kulturelle Entfremdung. Parastou Forouhar erschafft einen Ort, der über sprachliche Grenzen hinaus neue Formen der Wahrnehmung eröffnet und eine Einladung zur übersprachlichen Verständigung darstellt.
GRETA SCHÖDL. SPUREN MEINES LEBENS
23.05. – 08.11.2026
Pressebilder: https://celum.noeku.at/pinaccess/showpin.do?pinCode=GretaSchoedl
PARASTOU FOROUHAR. WRITTEN ROOM
23.05.2026 – 10.01.2027
Pressebilder: https://celum.noeku.at/pinaccess/showpin.do?pinCode=ParastouForouhar
Eröffnung
SA, 23.05.2026, 11.00 Uhr
Pressebereich mit detaillierten Pressemappen zu den Ausstellungen:
www.kunstmeile.at/de/presse/landesgalerie
Fotos zur Eröffnung (online am SA, 23.05.2026 ab 15 Uhr)
https://www.apa-fotoservice.at/galerie/39687
Rückfragen & Kontakt
Mag. Elisabeth Zettl
Telefon: +43 664 60499 178
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KUK








