- 21.05.2026, 09:04:32
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Henckel-Donnersmarck: EU-Handelsschutz stärkt Österreichs Stahlindustrie
WKÖ-Fachverband Bergbau-Stahl-Obmann: “Wichtiges Signal, dass die EU bereit ist, ihre industrielle Basis, Sicherheit und Autonomie zu verteidigen”
Der Fachverband Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) begrüßt die Zustimmung des Europäischen Parlaments zu der neuen EU-Handelsmaßnahme für Stahl.
Damit wird das derzeitige System von Schutzmaßnahmen, auch Safeguards genannt, durch eine völlig neue, eigenständige EU-Verordnung ersetzt. Auch die darin enthaltenen Maßnahmen sollen die europäische Stahlindustrie vor den negativen Folgen eines weltweiten Stahlüberschusses schützen. „Das neue, deutlich verschärfte Schutzregime ist ein wichtiger Schritt, um den wachsenden Herausforderungen für den Sektor zu begegnen. Dazu zählen Stahlimporte auf Rekordniveau, steigende globale Überkapazitäten und zunehmender internationaler Protektionismus“, sagt Fachverbandsobmann Andreas Henckel-Donnersmarck.
Details zum neuen EU-Schutzregime:
Die EU-Verordnung, die laut dem WKÖ-Fachverband Bergbau-Stahl mit den Regeln der Welthandelsorganisation vollständig vereinbar ist, beinhaltet eine Senkung der zollfreien Einfuhrmengen auf 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr. Das entspricht einer Reduktion um 47 Prozent gegenüber den Stahlquoten von 2024. Auf Einfuhren, die über die Quote hinausgehen, sowie auf Stahlwaren, die nicht unter die Quote fallen, wird künftig ein Zollsatz von 50 Prozent anstelle der derzeitigen 25 Prozent erhoben. Zudem wurde eine bessere Rückverfolgbarkeit von Stahlerzeugnissen sowie eine frühzeitige Überprüfung der Zahl der von der Verordnung erfassten Produkte beschlossen.
Fachverbandsgeschäftsführer Roman Stiftner erachtet es als „erfreulich, dass die strategische Bedeutung der europäischen Stahlindustrie vom EU-Parlament anerkannt wurde und eine große Mehrheit der Abgeordneten für die Maßnahme gestimmt hat“.
Henkel-Donnersmarck/Stiftner: „EU bleibt einer der offensten Stahlmärkte der Welt“
„Wir begrüßen die starke Unterstützung des EU-Parlaments für die neue Handelsmaßnahme im Stahlsektor. In einer Zeit zunehmender geopolitischer Unsicherheit und Marktverzerrungen ist dies ein wichtiges Signal, dass die EU bereit ist, ihre industrielle Basis, Sicherheit und Autonomie zu verteidigen“, so Stiftner. Er fügt hinzu: „Trotz der seit 2018 in Kraft befindlichen EU-Stahlschutzmaßnahmen, die Importe aufgrund globaler Überkapazitäten abfedern sollen und offiziell am 30. Juni 2026 auslaufen, bleibt die EU weiterhin einer der offensten Stahlmärkte der Welt. So können jährlich etwa 18 Millionen Tonnen Stahl zollfrei eingeführt werden.“
Der WKÖ-Fachverband Bergbau-Stahl betont, dass der Schutz der europäischen Stahlproduktion und die Sicherung der europäischen Stahlnachfrage Hand in Hand gehen müssen. Daher fordert die österreichische Bergbau- und Stahlbranche, diesen strategischen Ansatz auch auf nachgelagerte stahlhaltige Produkte auszuweiten, um die gesamte europäische industrielle Wertschöpfungskette zu stärken. Fachverbandsobmann Henkel-Donnersmarck und Geschäftsführer Stiftner plädieren zudem für weitere Maßnahmen zur Unterstützung des europäischen Stahlsektors: „Insbesondere wichtig wären Maßnahmen gegen zu hohe Energiepreise, eine wirksame Kompensation der indirekten, über die Strompreise weitergegebenen CO₂-Kosten bis zum Jahr 2030, die Umsetzung eines wirksamen CO₂-Grenzausgleichssystems sowie Maßnahmen gegen die globalen Überkapazitäten im Stahlbereich.“ (PWK235/JHR)
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