- 20.05.2026, 12:44:32
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KV-Verhandlungen Gastronomie und Hotellerie: Arbeitgeber pochen erneut auf Sachlichkeit
WKÖ Rainer und Imlauer: Faktenverdrehen und öffentliche Zuspitzungen erschweren konstruktive Verhandlungen
„Die Arbeitgeberseite hat sich in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen Schritt für Schritt bewegt und Anfang dieser Woche erneut ein faires Angebot vorgelegt. Jetzt braucht es auch auf Arbeitnehmerseite die Bereitschaft, sich ernsthaft zu bewegen“, erklären die Obmänner und Chefverhandler der gastgewerblichen Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich, Georg Imlauer und Alois Rainer. „Sozialpartnerschaft bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung übernehmen und sich in Verhandlungen aufeinander zubewegen. Genau das haben wir als Branchenvertreter in den vergangenen Wochen getan“, so Imlauer und Rainer.
Die Arbeitgeberseite orientiert sich bei den Lohn- und Gehaltsverhandlungen an Zahlen, Daten und Fakten sowie an dem, was für die Betriebe wirtschaftlich tragbar ist: Umsätze sind nicht automatisch Gewinne. Bereinigt um die Inflation stagnieren die Betriebsergebnisse vieler Betriebe, teilweise sind sie sogar rückläufig. Dennoch wächst die Beschäftigung in der Branche.
Die Behauptungen der Gewerkschaft vida zu Teilzeitkräften weisen die Arbeitgeber als unrichtig zurück: „Fakt ist, dass Teilzeitmitarbeiter:innen, entgegen den Aussagen der Gewerkschaft, selbstverständlich einen gesetzlichen Anspruch auf einen Mehrarbeitszuschlag haben. Zusätzlich ist im neuen Rahmenkollektivvertrag ein Anspruch auf Erhöhung der Arbeitszeit für Teilzeitmitarbeiter:innen vorgesehen, wenn die Arbeitszeit im Schnitt um 20 % überschritten wird. Auch wir würden uns mehr Vollzeitkräfte wünschen, wissen aber, dass die heutigen veränderten Bedürfnisse der Arbeitnehmer:innen berücksichtigt werden müssen. Teilzeitarbeit ist für viele eine Notwendigkeit, für andere ein Wunsch. Als Tourismusbranche sind wir in der Lage all diesen Menschen auch einen Arbeitsplatz zu bieten“, so Rainer und Imlauer.
„Auch die Unterstellung der Gewerkschaft, man wolle an den Rahmenbedingungen nichts ändern, entbehrt jeder Grundlage“, so die Chefverhandler.
Die Kollektivvertragsabschlüsse der letzten Jahre haben zu Reallohngewinnen geführt, denn sie lagen stets über der Inflation, im letzten Jahr z.B. um 1 %. Dazu kommen zusätzlich Lohnerhöhungen, die infolge des neuen Rahmenkollektivvertrags wirksam werden, betonen Rainer und Imlauer: „Wir haben nun das erste Kalenderjahr, in dem der neue Rahmenkollektivvertrag uneingeschränkt gilt. Zahlreiche langjährige Forderungen der Arbeitnehmerseite, die auch lohnerhöhend wirken, sind darin umgesetzt – von Sonderzahlungen auf IST-Lohnbasis über die Anrechnung von Vordienstzeiten und von Branchenerfahrung, zu 12 freien Sonntagen pro Jahr, erweiterten Nachtarbeitszuschlägen, Verbesserungen infolge längerer Betriebszugehörigkeit, bezahlten Postensuchtagen und Lehrabschlussboni. Auch das gehört zur Realität dieser Verhandlungen.“
Kritisch sehen Imlauer und Rainer die zunehmende öffentliche Zuspitzung der Debatte. „Derzeit werden unterschiedlichste Vorwürfe, arbeitsmarktpolitische Instrumente zur Fachkräftegewinnung und laufende Kollektivvertragsverhandlungen systematisch öffentlich miteinander vermischt. Das erzeugt ein verzerrtes Bild der Branche und erschwert ernsthafte Verhandlungen“, so die beiden Obleute.
„Missstände oder Gesetzesverstöße dürfen selbstverständlich niemals toleriert werden und müssen konsequent aufgeklärt werden – gerade auch im Interesse der vielen verantwortungsvoll geführten Betriebe und Mitarbeiter:innen. Daraus ein Sittenbild der gesamten Branche zu konstruieren, schadet letztlich den Beschäftigten, den Unternehmen und dem gesamten Tourismusstandort Österreich“, halten Imlauer und Rainer fest. „Die arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Arbeitnehmer:innen aus Drittstaaten werden von dutzenden Branchen genutzt und sind kein Privileg des Tourismus“, stellen die beiden die überzogenen Ausführungen der Gewerkschaft vida klar. „Unser Ziel bleibt weiterhin ein tragfähiger Abschluss für Mitarbeiter:innen und Betriebe. Dafür braucht es allerdings auf beiden Seiten die Bereitschaft, den Fokus wieder auf konstruktive Verhandlungen und konkrete Lösungen zu legen“, so Imlauer und Rainer abschließend. (PWK233/ES)
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