- 20.05.2026, 10:30:03
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Staatsbesuch von Ungarn-Premier Magyar: Greenpeace fordert Asbest-Krisenstab von Kanzler Stocker
Vizebürgermeister von Szombathely informiert über Lage aus Ungarn; Lungenfachärztin warnt vor Gesundheitsrisiken - Greenpeace verlangt finanzielle Unterstützung für Betroffene
Im Vorfeld des Besuchs von Ungarns neuem Premierminister Péter Magyar informieren Greenpeace und der Vizebürgermeister von Szombathely über die aktuelle Lage rund um den vom Burgenland ausgehenden Asbest-Skandal in Ungarn und Österreich. Die ungarische Lungenfachärztin Edit Hidvégi warnt vor den Gesundheitsrisiken durch Asbest. Aufgrund der hohen Risiken wurde am vergangenen Montag in Ungarn bereits eine Asbest-Arbeitsgruppe auf Regierungsebene eingesetzt. Auf österreichischer Seite wiederum bleiben die Verantwortlichen bisher weitgehend untätig. Greenpeace fordert, dass Kanzler Christian Stocker auch in Österreich einen Asbest-Krisenstab einrichtet. Zudem braucht es finanzielle Unterstützung für Betroffene.
Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace Österreich:
“Es ist höchste Zeit, dass Bundeskanzler Stocker den Asbest-Skandal zur Priorität auf Bundesebene erklärt und einen Asbest-Krisenstab einrichtet. Ganz dringend müssen kostengünstige und umweltverträgliche Möglichkeiten zur Entsorgung des Asbestschotters geschaffen werden. Österreich muss auch den nach Ungarn exportieren Asbestschotter zurücknehmen. Für die betroffenen Unternehmen, Privatpersonen und Gemeinden in Österreich müssen Hilfsgelder für Sanierungen bereitgestellt werden. Sie dürfen nicht allein gelassen werden mit dem Schaden.”
In mehr als 30 ungarischen Gemeinden und Städten wurden hohe Asbestwerte gemessen. In der Stadt Szombathely waren die Werte besonders hoch. Das Material stammt aus den geschlossenen Asbest-Steinbrüchen im Burgenland.
László Győző, Vizebürgermeister der ungarischen Stadt Szombathely: "Seit dem Erhalt der ersten offiziellen Testergebnisse arbeiten wir mit höchster Priorität an der Lösung des Problems. Leider erreichen uns täglich neue Meldungen, und seitdem wurde das Vorhandensein von Asbest an mehreren Orten in der Stadt bestätigt. Besonders kritisch ist die Lage im sogenannten Olad-Plató-Viertel, wo 12 km Straßen betroffen sind. Wir als Gemeinde müssen und werden die Schäden beheben. Wir haben weder eine Benachrichtigung noch ausreichende Informationen aus Österreich erhalten und bitten daher um eine umfassende Untersuchung des Falls sowie um wirksame Unterstützung der österreichischen Behörden."
Dr. Edit Hidvégi, ungarische Lungenfachärztin, die sowohl erwachsene als auch pädiatrische Patient:innen behandelt, warnt vor den Gesundheitsrisiken: “Asbest ist ein seit langer Zeit bekannter Schadstoff, der vor allem Lungenerkrankungen verursacht. Aus Asbestschotter können krebserregende Fasern in die Luft freigesetzt werden. Diese mikrometergroßen Fasern können in die Lunge gelangen und Jahre später schwere, manchmal sogar tödliche Krankheiten wie Lungenfibrose, Lungenkrebs und Mesotheliom – einen bösartigen Tumor des Brustfells – auslösen. Das Einatmen von Asbest über einen längeren Zeitraum ist besonders gesundheitsschädlich.”
Greenpeace-Experte Stadler:
“Die Auswirkungen des burgenländischen Asbest-Skandals haben mittlerweile dramatische Ausmaße erreicht. Dabei sehen wir womöglich noch immer nur die Spitze des Eisbergs. Es braucht volle Aufklärung, Transparenz und Soforthilfe für die betroffenen Menschen. Wegsehen oder Kleinreden sind keine Option mehr. Kanzler Stocker muss jetzt für Lösungen sorgen.”
Rückfragen & Kontakt
Stefan Stadler
Wissenschaftlicher Experte
Greenpeace Österreich
Tel.: +43 (0)664 183 2882
E-Mail: [email protected]
Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace Österreich
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